Tag Archive: Israel



Wer links ist? Na, Du bist es jedenfalls nicht, Augstein. Denn wer Millionen von Menschen ohne auch nur den Versuch von Gegenwehr finstersten mittelalterlichen Klerikalsadisten überlassen will, den Krieg gegen einen zwischen Massengräbern und Schädelbergen residierenden originalgetreuen faschistischen Diktator mit peinlichen Entgleisungen wie „Demokratie, wenn es darum jemals ging, lässt sich nicht von außen herbeibomben“ garniert und gleichzeitig dem Staat der Holocaustüberlebenden allen Ernstes nahelegt, vor größenwahnsinnigen Nationalisten mit Supermachtphantasien und reaktionären Vertriebenenverbänden mit antisemitischer Agenda zu kuschen, der kann noch so demonstrativ von sozialen Gefälligkeiten für die eigenen (Volks)genossen schwafeln, er ist und bleibt ein knallharter Rechter.

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In vier Siedlungen im Westjordanland darf massiv gebaut werden. Die israelische Regierung reagierte damit auf einen Terroranschlag. Ein Rückschritt für die Nahost-Verhandlungen.

Genau, so geht’s ja nicht! Häuser bauen, nur um Kinder zu rächen, denen ein bißchen die Kehle durchgeschnitten wurde, ist völlig unverhältnismäßig. Wenn man schon unbedingt zu Steinen greifen muss, kann man sie schließlich auch auf Polizisten werfen. Damit kann man es sogar zum Außenminister bringen und die Verhandlungen am Ende vielleicht noch selber führen. Wenn das kein Fortschritt ist, was dann?


Israel hält Ägyptens Diktator die Treue

Wieso machen die denn sowas? Können die nicht wie andere westliche Nationen auch auf den Präsidenten Ägyptens setzen? Oder dessen bedeutendsten Politiker? Seinen Regierungschef? Den großen Staatsmann? Vielleicht den alten Fuchs der Nahostpolitik? Den wichtigen Friedenspartner? Ägyptens großen Sohn? Oder wenigstens den starken Mann? Warum muss es ausgerechnet deren schmuddeliger Verwandter, der Diktator sein?

Aber nicht, dass jetzt jemand dem SPIEGEL wieder irgendeine Absicht im Zusammenhang mit Staaten, die einen sechszackigen Stern in der Flagge tragen, unterstellt. Das ist schließlich überhaupt nicht vergleichbar. Denn wenn das kleine Europa oder das machtlose Amerika nüchterne Realpolitik betreiben und vor widerlichen Diktatoren kuschen, geschieht das nur aus Angst ums nackte Überleben, weil man beispielsweise fürchtet, dass die übermächtige Militärmaschinerie Tunesiens zum fünften Mal im Abendland einfällt.

Israel hingegen könnte gegenüber seinem 10-mal kleineren Nachbarn ruhig etwas härter auftreten und sich endlich mit etwas Nachdruck in die dortige Innenpolitik einmischen. Wer’s nicht glaubt, braucht nur auf die lobenden Worte zu warten, die der SPIEGEL zweifellos finden wird, falls Israel das jemals wirklich versuchen sollte. Der steht nämlich auf sowas, und in diesem Fall sicher ganz besonders.


Netanjahu knüpft Baustopp an harte Bedingung

Uiii, was hat er sich denn jetzt wieder ausgedacht, der alte Teufel? Verlangt er Abbas‘ Rücktritt? Die Auflösung der Hamas? Am Ende gar den allgemeinen Weltfrieden?

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der palästinensischen Führung einen neuen Baustopp im Westjordanland angeboten – falls sie im Gegenzug Israel als jüdischen Staat anerkennt.

Wie? Er will bloß die eigentlich ohnehin selbstverständliche Anerkennung, daß neben den Dutzenden von arabischen Staaten auch einer für das jüdische Volk ganz nett wäre, bevor man das Recht hat, besagtem Staat in die einzelnen Details der Ausgestaltung seines Flächennutzungplans hineinzureden? Das ist HART?

Also auch wenn dem SPIEGEL hier offenbar die Relationen mal wieder ein wenig durcheinandergeraten sind, aber wegen solchen Lappalien werden die Friedenspartner, die sich schließlich aus dem gemäßigten und vernünftigen Teil des palästinensischen Volkes rekrutieren, sicher keine Schwierigkeiten machen.

Die Palästinenser lehnten den Vorschlag ab.

Upps… So kann man sich irren.


Hamas swears revenge for IDF attack that killed two members

Eine derartige Nachricht ist im Nahen Osten zwar nichts ungewöhnliches, illustriert aber im Zusammenhang mit der vorausgegangenen Meldung ganz hervorragend den tieferen (Irr)sinn des palästinensischen „Befreiungskampfes“:

IDF kills two in Hebron involved in Beit Hagai killings

Mit anderen Worten: Entweder die Israelis bekämpfen die Mörder israelischer Zivilisten, dann schwört die Hamas Rache, was wiederum bedeutet, daß sie weitere Zivilisten ermorden wird.

Oder aber die Israelis wehren sich nicht und lassen die Mörder unbehelligt. Dann ermordet die Hamas ebenfalls weitere Zivilisten, nur diesmal halt nicht aus Rache, sondern aus Prinzip.

Die Israelis haben die Wahl.


Die Absichten der Führer Syriens und des Iran gegenüber dem Libanon werfen einige Fragen auf:

Tehran, Damascus tell Hizballah to grab Beirut right after Ahmadinejad’s visit

Zum Glück wurde die Antwort bereits gegeben, so daß sie erst gar nicht gestellt werden müssen:

Israel releases 1973 war papers to warn Syria, Hizballah: Hands off Beirut!

Nur für den Fall, daß im Libanon demnächst aus heiterem Himmel merkwürdige Dinge geschehen.


Israelischer Rabbiner plädiert für Sex mit dem Feind

Na und? „Make Love not War“ war doch mal DIE Parole der Gegner kriegerischer Auseinandersetzungen, da wäre gerade im latent pazifistisch angehauchten SPIEGEL nun wirklich etwas mehr Begeisterung angebracht anstelle dieses leicht hämischen Untertons.


Syrian sources commended an invitation by US Secretary of State Hillary Clinton to engage in direct talks with Israel, the London-based Al-Sharq Al-Awsat reported Sunday, but the country has a precondition – withdrawal from the Golan Heights.

Tolle Idee. Als Vorbedingung von Verhandlungen einfach das verlangen, worüber erst noch verhandelt werden soll, da muß man erst mal drauf kommen. Das klingt vielleicht konzilianter als die drei Neins von Khartoum, meint aber de facto dasselbe. Denn wenn es statt „Land gegen Frieden“ plötzlich „Land, und dann sehen wir weiter“ heißt, dann ist für die israelische Seite kein wirklicher Anreiz da, sich darauf einzulassen.

Macht aber nix, dann bleibt’s halt wie es ist. Denn Israel mit Golan kann auch ohne die fragwürdige Freundschaft des syrischen Faschistenführers wunderbar leben, Syrien aber ohne Golan keinen Krieg gegen Israel gewinnen. Weswegen der Golan auch eine bessere Garantie für den Frieden ist als alles, was irgendein arabischer Diktatorenarsch je unterschreiben könnte, bevor er sich auf dem Klo selbigen damit abwischt.


Was ist der Unterschied zwischen einer Phosphorgranate?

Die böse wird von Israel im Gefecht mit Terroristen zum Erzeugen von Nebelwänden eingesetzt, was von den Vereinten Nationen als Kriegsverbrechen verfolgt wird.

Die gute hingegen wird von Palästinensern vorsätzlich auf israelische Zivilisten abgefeuert und ist damit für abgehalfterte Apartheid-Juristen uninteressant.

Das ist nicht lustig? Stimmt, ist es wirklich nicht.


Nahost: Luftangriffe überschatten Friedensgespräche

Hm, und ich hätte schwören können, das wären die Massaker an israelischen Zivilisten oder der andauernde Raketen- und Mörserbeschuß der letzten Tage gewesen. Aber so kann man sich täuschen.

Die israelische Armee hat im Gaza-Streifen einen mutmaßlichen Schmugglertunnel bombardiert. Zuvor sollen Palästinenser eine Rakete und mehrere Granaten auf Israel abgefeuert haben.

Schön, daß man wie üblich sicher weiß, was die israelische Armee so alles tut, und auch gleich das passende Foto zur Hand hat. Ganz besonders, da man es bei den Palästinensern ja offenbar mal wieder nur raten kann und sich daher auf vergleichsweise unbestimmte Berichte vom Hörensagen verlassen muß.

Doch wir wollen nicht meckern, etwas positives hat diese Art der Darstellung immerhin. Denn wenn es die israelischen Luftangriffe sind, die die Friedensgespräche überschatten, und die vorherigen Angriffe der Palästinenser möglicherweise gar nicht stattgefunden haben, scheidet Rache als Motiv diesmal wenigstens aus.

Und daß die rückständigen Juden in der Moderne ankommen, indem sie sich endlich von ihrem alttestamentarischen Vergeltungsdenken lösen, das ist doch mal eine gute Nachricht. Und da sage noch mal jemand, der SPIEGEL berichte unausgewogen oder gar mit antiisraelischen Untertönen über den Nahostkonflikt.