Tag Archive: Iran



Wer wissen will, wie man sich für militärische Interventionen gegenüber Terrorregimen aussprechen und trotzdem ziemlichen Unsinn schreiben kann, der sollte sich aller berechtigten Abscheu zum Trotz überwinden und einen Blick in den al-Guardian werfen. Da kann man nämlich wunderbar sehen, in welche Widersprüche man sich verstrickt, nur weil man partout nicht zugeben möchte, dass man mit seiner Ablehnung des Irakkriegs leider auf der falschen Seite der Geschichte gestanden hat.

Denn die grausamen Verbrechen, die das syrische Regime derzeit an seiner eigenen Bevölkerung begeht, bewegen sich, selbst wenn man sie mit den im ebenfalls als Beispiel herangezogenen Bosnien zusammenrechnet, bisher nicht mal annähernd in jenen zahlenmäßigen Regionen, die Saddam Hussein während seiner Schreckensherrschaft zum Opfer fielen. Die einzige aus humanitären Gründen berechtigte Kritik am Irakkrieg bleibt daher die, dass er nur viel zu spät geführt wurde.

Aber auch das so beliebte wie unmoralische formalistische Zurückziehen auf die als fehlerhaft wahrgenommene Annahme des irakischen Besitzes von Massenvernichtungswaffen geht fehl, denn anders als im Falle des Irak glaubt heute niemand, dass iranische Atomwaffen in 45 Minuten einsatzbereit seien. Saddam Hussein wiederum würde ohne den Irakkrieg heute nur deswegen nicht an der Einführung von Massenvernichtungswaffen arbeiten, weil er sie schon seit Jahren besäße.

Deswegen, liebe Irakkriegsgegner, sofern Ihr nicht gleichzeitig zugebt, wie sehr Ihr Euch mit Eurem Kampf gegen den Sturz Saddam Husseins geirrt habt, könnt Ihr Euch das peinliche Hin- und Herwinden sparen und weiter wie gewohnt im Namen des Völkerrechts für die legitime Herrschaft seines faschistischen Parteigenossen Assad eintreten oder auf die „smoking gun“ der iranischen Armageddonsekte warten. Und keine Angst, da irrt sich dann keiner. Selbst Ihr werdet sie erkennen.

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Fars attacks!


Ok, das war’s dann wohl. Die Mullahs haben gewonnen. Jeder weitere militärische Widerstand gegen die berechtigten Ansprüche Teherans auf die Vorherrschaft in der Region ist sinnlos. Die USA sollten die Niederlage einsehen und ihre Truppen aus der Nähe des Persischen Golfs abziehen, bevor es zu spät ist und sie von den weit überlegenen Endzeitkriegern des 12. Imam hinweggefegt werden.

Nachdem die USA bereits letztes Jahres militärisch ins Hintertreffen geraten waren, als der Iran Drohnen präsentierte, die jede Luftabwehr überwinden können, und kurz darauf Flugboote vorstellte, die die einstmals so stolzen Flugzeugträger der US Navy zu wertlosem Altmetall degradieren, versetzte der Erfindungsgeist iranischer Ingenieure den imperialistischen Ambitionen Amerikas jetzt endgültig den Todesstoß.

Von nun steht nicht mehr bloß der gesamte Planet hinter Achmadinedschad Plan Nr. 9, sondern gleich das ganze Universum. Dank einer Technologie, die selbst Darth Vaders Todesstern und die Nazi-Mondbasis Adolpha 1 rückständig erscheinen lässt, haben die Gegner einer Konfrontation mit dem Teheraner Regime jetzt ihre wohl besten Argumente gegen etwaige militärische Abenteuer.

Und es stimmt, heute ist Samstag, der 26. März. Bis nächsten Freitag ist noch fast eine Woche Zeit.

(Hat tip: S1IG)


Saudis ready to aid Bahraini ruler. First riots in Libya after Yemen, Jordan

Tunesien. Ägypten. Iran. Jetzt Bahrain, Jordanien und sogar Libyen. Ist eigentlich noch irgendjemand da, der die jahrzehntelang von Islamisten, Faschisten, Gutmenschen, Realpolitikern, Peter Scholl-Latour und anderen Irakkriegsgegnern inbrünstig als ewige Weisheit vertretene These stützt, nach der der Moslem/der Araber als solcher fremde Ideen wie Freiheit und Demokratie oder ähnliche unzulässige Einmischung von aussen schon aus kulturellen Gründen nicht haben will und man sie ihm daher auch nicht aufzwingen darf? Oder liegt jetzt die letzte Hoffnung der Antiwestler darin, dann zur Not irgendwann halt Nordkorea zur arabischen Nation ehrenhalber zu erklären, im beruhigenden Wissen, dass Kulturfeinde dort nicht mit Kinderkram wie Tränengas und Schlagstöcken auseinandergetrieben werden, sondern noch vor der ersten Demonstration zuverlässig und dauerhaft im GULag verschwinden?

Blair is back!


Hab ja gerade wenig Zeit zum Schreiben, aber zum Glück ist das diesmal auch gar nicht nötig, denn ein alter Bekannter meldet sich in Bestform zu Wort und sagt alles, was gesagt werden muss:

„I say this to you with all of the passion I possibly can – at some point the West has to get out of what I think is a wretched policy or posture of apology for believing that we are causing what the Iranians are doing, or what these extremists are doing,“ he said. „We are not. The fact is they are doing it because they disagree fundamentally with our way of life and they’ll carry on doing it unless they are met by the requisite determination and if necessary, force.“

Und er weiß nun wirklich wovon er redet, denn mit den fatalen Folgen des negativen Einflusses der notorischen Unruhestifter in Teheran musste er sich bereits an anderer Stelle herumschlagen:

From his experience as Middle East peace envoy, Blair said, „…the impact and the influence of Iran is everywhere. It is negative, destabilizing, it is supportive of terrorist groups and it is doing everything it can to impede progress in the Middle East process.“

Und damit niemand vergisst, dass ein europäischer Sozialdemokrat weit härtere Töne anschlagen kann als ein US-Präsident oder ein israelischer Likudnik, gleich noch ein Goodie hinterher:

Blair said bluntly that US President Barack Obama is „too soft“ with Iran. His critical remarks were directed equally at the Netanyahu government in Jerusalem, which closely aligns its Iran policy with that of Washington.

Was mich mal wieder daran erinnert, dass ich Blair als Regierungschef genauso vermisse wie Bush. Und mich gleichzeitig darin bestätigt, einen Satz von ihm zum Motto dieses Blogs erkoren zu haben.


Nach 9/11 verlor sich die Spur des Top-Terroristen zunächst. Später wurde bekannt, dass er nördlich der iranischen Hauptstadt Teheran unter einer Art wohlwollendem Hausarrest stand – zusammen mit Dutzenden, möglicherweise Hunderten Qaida-Kämpfern und ihren Familien, die vor der US-Invasion in Afghanistan im Dezember 2001 geflohen waren und von den Iranern an der Weiterreise gehindert wurden.

Doch nun ist Saif al-Adel zurück: „Es ist so gut wie sicher, dass Saif al-Adel freigelassen wurde, sich in der pakistanischen Provinz Nordwaziristan aufhält und als al-Qaidas Militärchef fungiert“

Komisch. Wenn ein Staat Top-Terroristen beherbergt, kontrolliert, ausrüstet und bei Bedarf in soziopathischen Dosen auf die Menschheit losläßt, wäre das früher selbst nach Ansicht eingefleischter Irakkriegsgegner Grund genug für eine legitime Kriegserklärung gewesen (sonst hätte bei deren hilflosen Argumentationsversuchen das angebliche Fehlen von Terror-Verbindungen des Saddam-Regimes nicht immer so eine zentrale Rolle gespielt).

Heute hingegen verkümmern derartige Verstrickungen, die damals noch für prominent plazierte Sensationsmeldungen gereicht hätten und möglicherweise vor dem UN-Sicherheitsrat gelandet wären, nur noch als emotionslos vorgetragene Nebensache in allgemeinen Artikeln über Klatsch und Tratsch aus der Terroristenszene.

Wenn dem Mullah-Regime aber nicht mal mehr dann Widerstand entgegengesetzt wird, obwohl es bereits Krieg gegen den Westen führen und seine Bürger töten läßt, dann sollten wir in Zukunft vielleicht wirklich Abstand von Vergleichen zu den 30er-Jahren nehmen. Sie wären gegenüber den Verfechtern des Appeasement, die wenigstens nach dem Ausbruch von offenen Kampfhandlungen den Ernst der Lage bemerkt hatten, nämlich tatsächlich noch unfair.


Warum in die Luft sprengen, was man einfach umprogrammieren kann?

Malworm Stuxnet Proved More Destructive than a Conventional Attack

Denn anders als im Westen bisher groß thematisiert hat Stuxnet sich nicht nur des iranischen Atomprogramms angenommen, sondern offenbar weit größeren Appetit gezeigt:

1. The attack has focused on Iran’s nuclear and military resources – less on civilian infrastructure. The concealed projects of Iran’s nuclear weapons program have, in particular, been either partially damaged and would meet the conventional military definition of „temporarily out of action,“ or so immobilized as to require many months, perhaps more than a year, before they are restored to even partial operation.

2. Most of Iran’s key military facilities, including the nuclear laboratories in North Tehran, the atomic reactor in Bushehr, the uranium enrichment plants in Natanz and the thousands of centrifuges spinning there, are gravely disabled and working at minimal capacity.

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Die Absichten der Führer Syriens und des Iran gegenüber dem Libanon werfen einige Fragen auf:

Tehran, Damascus tell Hizballah to grab Beirut right after Ahmadinejad’s visit

Zum Glück wurde die Antwort bereits gegeben, so daß sie erst gar nicht gestellt werden müssen:

Israel releases 1973 war papers to warn Syria, Hizballah: Hands off Beirut!

Nur für den Fall, daß im Libanon demnächst aus heiterem Himmel merkwürdige Dinge geschehen.

Beware of the Bavar!


Wunder gibt es immer wieder, auch und gerade im Wunderwaffengeschäft. Trotzdem ist das verwunderlichste am neuesten Coup des iranischen Wunderministeriums, daß man dort offenbar glaubt, ein Fluggerät, das technisch im großen und ganzen vermutlich irgendwo zwischen der RFB X-113/114 und der Lake LA-4 anzusiedeln ist, deren Wurzeln immerhin mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegen, der Öffentlichkeit noch als HighTech-Wunder verkaufen zu können.

Obwohl, daß ein Wasserfahrzeug mit obenliegendem, unverkleideten Kolbenmotor und den für den Bodeneffekt notwendigen stark gerundeten Tragflächen STEALTH-Fähigkeiten hat, dürfte wohl tatsächlich an ein Wunder grenzen. Aber ob davon wirklich bereits drei Staffeln im Einsatz sind, wage ich bis zu einer glaubwürdigen Widerlegung erst mal zu bezweifeln. Denn dafür sieht der hier gezeigte Gänsemarsch ein bißchen zu perfekt nach übereinandergelegten Serienbildern aus.

Aber nicht traurig sein, liebe Mullahs. Die Fähigkeit, mit den auch im Jahre 2010 immer noch nicht sonderlich benutzerfreundlichen Bedienungskonzepten komplexer Software wie Photoshop umzugehen, ist zugegeben ja auch schon wieder irgendwie bewunderswert.


Es gibt ja eine Menge Gründe, der Industrie Vorwürfe zu machen, wenn sie mit einem Terrorregime Handel treibt, aber wenn es ein Argument FÜR die Lieferung von HighTech-Gütern an die Mullahs gibt, dann das hier:

Mahmoud Alyaee, secretary-general of Iran’s industrial computer servers, including its nuclear facilities control systems, confirmed Saturday, Sept. 25, that30,000 computers belonging to classified industrial units had been infected and disabled bythemalicious Stuxnet virus.

[…] The Iranian official said Stuxnet had been designed to strike the industrial control systems in Iran manufactured by the German Siemens and transfer classified data abroad.


Wer aber jetzt denkt, das Assad einen an der Waffel hat, kennt unseren Machmud noch nicht:
Iran sieht sich als zweite Weltmacht neben den USA

Staatschef Mahmud Ahmadinedschad glaubt an eine Teilung der Welt: Sein Land und die USA übten demnach den größten Einfluss aus.
Da muß der Begriff „Größenwahn“ wohl neu definiert werden. Aber gut, vielleicht nimmt Obama das dann ja endlich mal zum Anlaß, den Mullahs die nötige Aufmerksamkeit zu widmen und die Welt nach 7 viel zu langen langen Jahren wieder daran zu erinnern, was mit durchgeknallten Terrorregimen passiert, die allen Ernstes meinen, die Weltmacht Nr. 1 herausfordern zu müssen.