Tag Archive: Hisbollah



Hizballah Prepares Detention Centers for 5,000 Opponents

Scheint im Libanon offenbar keine geeigneten Fussballstadien zu geben. Sonst würden sich unsere Medien, Intellektuellen und Aktivisten sicher ganz doll darüber empören. Aber wenn die Oppositionellen bloß ganz dezentral verschleppt werden sollen, gibt’s für echte Fans des politischen Strassenfussballs natürlich keinen Grund sich aufzuregen. Denn selbst wenn sich unter den potentiellen Opfern auch Kommunisten und Sozialisten befinden sollten, spielt das keine Rolle, solange sich nur die Täter antiwestlich genug gebärden.


ME war tensions mount over Gaza-bound „enemy ships.“ Hizballah pledges reprisal

Große Worte, aber solange Nasrallah nicht sicher weiß, daß seine Herren in Teheran und Damaskus im Falle eines Krieges gegen den zionistischen Erzfeind tatsächlich die Oberhand behalten, weil sie doch noch rechtzeitig die geheime Superwaffe finden, wird er den Teufel tun und die IDF ohne Not zu einem Besuch in seinen Führerbunker einladen.

After all, Hezbollah doesn’t want war right now; it can’t afford another conflict like 2006. To be sure, Nasrallah’s management of what he calls the divine victory counts as one of the most brilliant campaigns in the history of information warfare. A man bunkered for the rest of his life has convinced the world that he won while his wardens lost.

Bloß wieder auf die Medien vertrauen wäre aber in einem Kampf, in dem es für den Gegner nicht um die Fortführung der Politik mit anderen Mitteln und damit auch um das internationale Ansehen, sondern mal wieder um das nackte Überleben geht, schon ziemlich mutig. Denn diesmal wird es kein von ein paar kleineren Scharmützeln gefolgtes Feuerwerk wie noch 2006 geben, sondern das ganz große Programm von 1982. Da werden nach Nasrallahs Klopfen nicht Ephraim Kishons „zionistische Jammergestalten“ die Tür öffnen, sondern seine „halbnackten Gladiatoren“.

Und nur weil man mit SCUD-Raketen Zivilisten terrorisieren kann, heißt das noch lange nicht, daß man damit auch Kriege gewinnt, was mit Saddam Hussein schon weit gefährlichere Zeitgenossen feststellen mußten. Wenn die Israelis davon ausgehen, im Falle eines Krieges mit Syrien binnen 5 Tagen vor Damaskus zu stehen und Assads Schreckensherrschaft ein für allemal ein Ende zu setzen (was selbst unseren Internetcafe-Diktator noch rechtzeitig zum Nachdenken bringen könnte), dann wird sich die aller Aufrüstung zum Trotz immer noch vielfach schwächere Hisbollah sehr genau und vor allem lange genug überlegen, ob sie für ein untergehendes fremdes Regime wirklich bis zum letzten libanesischen Schiiten kämpfen soll.

But of course, Lebanon’s Shia are like all other men—they bleed and die and know when they have been decimated. For instance, during Israel’s war with Gaza in the winter of 2008 to 2009, when a small quiver of rockets was fired against Israel from southern Lebanon, Shia left their homes in droves fearing Israeli retaliation. The Lebanese government was incapable of processing all the passport requests from southerners who wanted to leave the country and remove the targets from their heads for good. In spite of the quasi-hysterical pitch of Hezbollah’s rhetoric over the last few months, they will be careful about starting a war that may turn the Shia community of the south into permanent refugees.

Entscheidend wird jedoch sein, ob die Mullahs alles auf eine Karte setzen, weil sie inzwischen so kurz vor der Bombe sind, daß sie jetzt bereits den großen Endkampf gegen den untergehenden Westen führen zu können glauben, um das Spiel dann notfalls über die Zeit zu retten, oder ob man die Hisbollah nicht lieber für den Fall eines Scheiterns als letzte Karte im Ärmel behält, um nach einem knappen Überleben wenigstens noch ein bißchen mitmischen zu können.

As for Hezbollah’s sponsor in Tehran, the question is how the Islamic Republic conceives of its nuclear program. If a bomb is the regime’s grand prize and the historical patrimony of the Persian nation, then Tehran has no choice but to unleash Hezbollah in retaliation should the Israelis, or the United States, strike. However, if the Iranians conceive of the bomb as just one asset among others in the regime’s arsenal, then it may pause before spending Hezbollah, another expensive investment, at a moment when Israel’s response is likely to be particularly fierce.

Und „particularly fierce“ dürfte selbst für einen siegreichen Höhlenbewohner wie unseren Nasrallah am Ende des Tages dann doch ein bißchen viel sein.

(Hat tip: TPR)


Klare Optionen zu Sinn und Zweck der Blockade des Fundamentalistenregimes in  Hamastan, die auch für schlichtere Gemüter überschaubar sein sollten:

Option 1 – ohne Blockade

Hezbollah in Lebanon, which shares a land border with Syria and is not under blockade, has a gigantic arsenal of rockets and missiles, more than most governments in the Middle East, and that arsenal includes missiles that can reach every single inch of Israeli territory, including Jerusalem, downtown Tel Aviv, Ben-Gurion International Airport, and the Dimona nuclear power plant. The next war between Israel and Hezbollah will likely mean missiles, artillery shells, and payloads from air strikes will explode all over the Eastern Mediterranean, making last year’s small war in Gaza look even smaller.

Option 2 – mit Blockade

Hamas has a relatively tiny arsenal of crude rockets, but if the Gaza Strip were not under military blockade, it could acquire whatever weapons Syria and Iran felt like sending by ship. Gaza could bristle with as many destructive projectiles as Hezbollah has. Food and medicines are allowed into the Strip already, so the most significant difference between Gaza now and a Gaza without a blockade will be the importation of weapons and war material.

Und jetzt dürfen uns die lieben Friedensaktivisten erläutern, was sie besser finden bzw. warum sie dann doch lieber Kriegsaktivisten sein wollen.


Jetzt werden die Waffen nämlich einfach ganz offen geliefert:

Yossi Baidatz, an Israeli intelligence officer, told the Knesset this month that the amount of arms being sent to Hezbollah by Syria and Iran could no longer be described as “smuggling”. He said it was an “organised and official transfer” of weapons and that the Scuds were “only the tip of the iceberg”.

Wenn das mal kein Fortschritt ist. Und zugleich noch der endgültige Beweis für die Wirksamkeit des Entgegenkommens gegenüber Syrien.


Official: US wants to build up Hezbollah moderates

White House adviser says Washington aims to diminish influence of hardliners within guerrilla group

Also die lassen sich ja immer wieder was einfallen, seit Mr. Peace das Weiße Haus erobert hat. Nachdem das Dialogangebot an den Iran und Syrien bereits so ein großer Erfolg war (die Mullahs haben ihr Atomprogramm bekanntlich vollkommen demontiert den Inspektoren der IAEA übergeben, während Assad zur Zeit die ersten freien Wahlen vorbereitet, bevor er sich wieder in seine Arztpraxis zurückzieht), und in Afghanistan die letzten Streitpunkte mit den Taliban bei einer Wasserpfeife unter Freunden ausgeräumt werden konnten, jetzt also bei der Hisbollah die Suche nach den sagenumwobenen „Gemäßigten“.

Klingt ja auch ziemlich vielversprechend, die Hardliner unter den Radikalen der fanatischen Extremisten zu isolieren, so daß man es bei etwaigen späteren Verhandlungen nur noch mit einfachen radikalen fanatischen Extremisten zu tun hat. Da tun sich schließlich ganz neue Möglichkeiten auf. Auf einmal steht die Option auf einen freien Abzug der Frauen und Kinder vor der Vernichtung Israels im Raum, und wer weiß, ob am Ende eines Gesprächs mit dem sympathischen Schwippschwager Nasrallahs nicht sogar die Duldung einer – wenn auch natürlich begrenzten – Zahl von Juden im befreiten Palästina denkbar wäre.

Wer die Hoffnung auf derartige Zugeständnisse nicht von vorneherein aufgeben will, wird daher nicht umhin kommen, auf die Gemäßigten zu setzen. Und umgekehrt.


When Iran gets the bomb, the nuclear club will have a crucial new feature. Without an Iranian bomb and barring regime change in Pakistan, we know that no nuclear power will transfer a device to a private army of the religious elect like Hezbollah in Lebanon. With an Iranian bomb, such assurance instantly ends. This is a looming, tangible state of affairs–in contrast to the hype about loose nuclear materials at the April 2010 Washington nuclear security summit.

Ach, das macht doch nichts. Eine atomar aufgerüstete Hisbollah wird in diesem Fall vom Status einer Terrorgruppe zum regulären Bestandteil der libanesischen Armee heraufgestuft und der Libanon einfach zur Atommacht erklärt. Und wer hat schon Angst vor der Schweiz des Nahen Ostens? Dann können die Appeaseniks ihr Gesicht wahren und hoffen, daß die Theorie der Abschreckung auch bei Selbstmordattentätern funktioniert. Und falls sie sich doch geirrt haben, spielt’s auch keine Rolle, denn mit etwas Glück ist dann niemand mehr da, der Obama den Friedensnobelpreis nachträglich aberkennen könnte.

ZEIT und Wunder


Nahost-Konflikt: Iran liefert angeblich Raketen an Hisbollah

Die USA werfen Iran und Syrien vor, die radikalislamische Hisbollah mit Raketen auszurüsten. Israel geht von 40.000 Raketen in Händen der Hisbollah aus.

Angeblich? Werfen vor!? Aber gut, man muß natürlich auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, daß die Raketen aus Island stammen und es unter dem Schutzschirm der Aschewolke bis in den Libanon geschafft haben, wo sie dann vom Himmel gefallen sind. Also bloß keine Vorverurteilungen!


Western sources tell Kuwait newspaper Americans leaked suspicions that Shiite group acquired Scud missiles from Syria so that UN will deploy forces along Lebanon-Syria border. Source close to Hezbollah: It will fight plan with all means at its disposal

Äh, Moment mal, wie kann die Hisbollah in dieser Sache überhaupt noch etwas für die Zukunft ankündigen? Und wieso müssen UN-Truppen denn erst noch an die syrisch-libanesische Grenze verlegt werden? Ich dachte da stehen sie längst, und passen auf, daß die Grenze nach Syrien dicht ist? Schließlich war das damals ja der Deal.

Heißt das am Ende, daß gar niemand wie ursprünglich versprochen die Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens überwacht? Na, da werden die Israelis aber ihre Schlüsse daraus ziehen, wenn die UNO noch mal auf die lustige Idee kommen sollte, sie zum Wohle irgendeiner Räuberbande um einen Waffenstillstand anzubetteln.


Doch nun muss auf beiden Seiten erst einmal zerstörtes Vertrauen wieder aufgebaut werden. Das wird kompliziert, der gegenseitige Argwohn ist gewaltig. Vor wenigen Tagen wurde gemeldet, dass Syrien angeblich neue Skud-Raketen an die libanesische Hisbollah geliefert habe, die jede Stadt in Israel treffen könnten.

Jede Stadt in Israel? Dann macht das amerikanische Stillhalten angesichts der möglichen SCUD-Lieferungen an die Hisbollah natürlich in gewisser Weise Sinn. Denn so begreift dieser Sturkopf Netanyahu vielleicht endlich, daß alles, was er an Wohnungen errichten läßt, vom syrischem Abrißspezialisten „Assad (De)Constructions Ltd.“ und dessen libanesischen Subunternehmern der „Hisbollah Tiefbau AG“ jederzeit wieder eingeebnet werden kann.

Die Erfolgsaussichten dieser neuartigen Herangehensweise  an den Nahostkonflikt wäre zwar auch dann bei weitem nicht sicher, aber von Obama sind wir nun wahrlich weit dümmere Ideen gewohnt, da wäre das fast schon einer seiner durchdachteren Pläne. Was ihn allerdings auch nicht wirklich besser macht.


Syria has not actually delivered Scud missiles, A or SS-1B, to the Hizballah in Lebanon – only positioned them on the border ready for transit at a moment’s notice – and taught two Hizballah brigades how to use them, debkafile’s military sources report in the wake of a flurry of press reports, according to which these ground missiles have already been smuggled into Lebanon in violation of UN resolutions.

1.) George W. Bush + diplomatische Isolation Syriens + US-Unterstützung Israels = keine SCUDs für die Hisbollah

2.) Barack Obama + Botschafter nach Syrien + amerikanisches Zerwürfnis mit Israel = viele SCUDs für die Hisbollah

Du da hinten, ja, der mit dem „Yes we can!“-Aufnäher, erklär‘ uns doch mal, wieso Du glaubst, daß Lösung Nr. 2 für die brilliantere und erfolgreichere Außenpolitik steht.