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Hamas swears revenge for IDF attack that killed two members

Eine derartige Nachricht ist im Nahen Osten zwar nichts ungewöhnliches, illustriert aber im Zusammenhang mit der vorausgegangenen Meldung ganz hervorragend den tieferen (Irr)sinn des palästinensischen „Befreiungskampfes“:

IDF kills two in Hebron involved in Beit Hagai killings

Mit anderen Worten: Entweder die Israelis bekämpfen die Mörder israelischer Zivilisten, dann schwört die Hamas Rache, was wiederum bedeutet, daß sie weitere Zivilisten ermorden wird.

Oder aber die Israelis wehren sich nicht und lassen die Mörder unbehelligt. Dann ermordet die Hamas ebenfalls weitere Zivilisten, nur diesmal halt nicht aus Rache, sondern aus Prinzip.

Die Israelis haben die Wahl.


Die Hamas (das ist jene sympathische Hilfsorganisation, zu der der Sandalista unserer Tage bevorzugt pilgert) hat offiziell mit unmißverständlichen Worten, klargestellt, daß Zivilisten grundsätzlich und immer legitime Ziele ihres bewaffneten Kampfes sind:

In an interview with London-based Arabic daily a-Sharq al-Awsat published Thursday, al-Zahar said the attempt to link the attacks to the peace talks is „fundamentally wrong,“ adding that the decision to carry out the attacks was made by „people in the field.“

„There are those who are saying the timing of the attacks was deliberate, but this is not true. When people have an opportunity, as well as the capabilities and targets, they act.“

Doch wer daraus jetzt schließt, daß nur rechtsextreme Muslime den vorsätzlichen Mord an schwangeren Frauen als Kampf gegen den Kolonialismus verherrlichen, irrt gewaltig. Auch linksextreme Nichtmuslime wie unser alter Bekannter Marcel B.  finden so was richtig cool:

Vier Kolonialisten in der Westbank erschossen

Es wird interessant sein zu beobachten, wer seiner verbliebenen politischen Freunde sich wenigstens nach dieser letzten Entgleisung unseres inzwischen bis hin zur Hysterie antisemitischen Hardcore-Stalinisten distanziert. Vor allem aber, wer das nicht tut.


Ein blutiger Zwischenfall überschattet die Friedensbemühungen in Nahost. Im Westjordanland kamen vier Israelis bei einem Anschlag ums Leben. Nach Angaben der Armee eröffnete ein palästinensischer Schütze das Feuer auf den Wagen der Opfer. Zu der Tat bekannte sich die militante Hamas-Organisation. […] Nach israelischen Medienberichten ist unter den Opfern eine schwangere Frau.

Darauf kann es nur eine Antwort geben: Es muß sofort ein weiterer Hilfskonvoi in See stechen, um den bedrängten Menschen in Hamastan zu helfen! Außerdem sollten Henning Mankell und Oskar Lafontaine dringendst zusammen die Patenschaft für den armen Teufel, der die schwangere Frau aus nächster Nähe erschießen mußte, übernehmen, um ihn so vor den rachsüchtigen Israelis zu schützen. Und kann nicht endlich mal jemand den harmlosen Suppenküchenbetreiber, für den Mann gearbeitet hat, von der Terrorliste streichen?


G8: Gaza situation unsustainable

Stimmt! Das geht nun wirklich nicht:

Eine islamisch orientierte Oligarchie sei entstanden, sagt der Politologe Mkhaimar Abusada, ein engmaschiges Beziehungsnetz zwischen den Hardlinern in der Hamas und den Geschäftsleuten, die vom Tunnelgeschäft profitieren. Sie favorisieren die Hamas nicht, weil sie religiös sind, sondern weil sie vom Status quo profitieren. «Wenn wir Raketen abfeuern müssen, um die Grenzen geschlossen zu halten, dann schiessen wir halt», sagt ein Tunnelbauer.



Respekt! Die gesamte FreeGaza-Propaganda in drei Sätzen ad absurdum geführt. Und das im SPIEGEL:

Die Hamas lässt die Hilfsgüter des Schiffskonvois vorerst nicht in den Gaza-Streifen.

Hm, war dann wohl doch nicht ganz so dringend. Aber nicht verzweifeln, liebe Hamas, einfach einen sozialistischen Träumer (wie wär’s mit Norman Paech?) zum Wirtschaftsminister machen, dann klappt’s sicher auch noch mit der Hungersnot.

Egal, sagen viele Palästinenser: Die Fracht werde ohnehin nur unter Parteigängern der Radikalislamisten verteilt.

Die eine Islamistenpartei sammelt es ein, die Linkspartei schafft es hin, und die andere Islamistenpartei verteilt es. Hauptsache, es bleibt in irgendeiner Partei. So sieht er also aus, der realfundamentalistische Sozialislamismus des 3. Jahrtausends.

Einige Händler fürchten gar die Ankunft der Geschenke – sie machen ihnen das Geschäft kaputt.

Geschäft? In Gaza? Womit denn? Da gibt’s doch gar nix. Und selbst wenn – Händler? Das sind bestimmt alles Juden oder wenigstens Verräterschweine von der Fatah. Sozusagen die Kulaken des Gazastreifens. Die haben’s nicht besser verdient.

Und jetzt warten wir gespannt auf Gregor Gysi.


Klare Optionen zu Sinn und Zweck der Blockade des Fundamentalistenregimes in  Hamastan, die auch für schlichtere Gemüter überschaubar sein sollten:

Option 1 – ohne Blockade

Hezbollah in Lebanon, which shares a land border with Syria and is not under blockade, has a gigantic arsenal of rockets and missiles, more than most governments in the Middle East, and that arsenal includes missiles that can reach every single inch of Israeli territory, including Jerusalem, downtown Tel Aviv, Ben-Gurion International Airport, and the Dimona nuclear power plant. The next war between Israel and Hezbollah will likely mean missiles, artillery shells, and payloads from air strikes will explode all over the Eastern Mediterranean, making last year’s small war in Gaza look even smaller.

Option 2 – mit Blockade

Hamas has a relatively tiny arsenal of crude rockets, but if the Gaza Strip were not under military blockade, it could acquire whatever weapons Syria and Iran felt like sending by ship. Gaza could bristle with as many destructive projectiles as Hezbollah has. Food and medicines are allowed into the Strip already, so the most significant difference between Gaza now and a Gaza without a blockade will be the importation of weapons and war material.

Und jetzt dürfen uns die lieben Friedensaktivisten erläutern, was sie besser finden bzw. warum sie dann doch lieber Kriegsaktivisten sein wollen.


Bulldozer zerstören im Gazastreifen Häuser? Na, wenn das mal nicht wieder zu einer neuen Protestwelle führt:

Hamas destroys dozens of homes in Gaza

Hamas? Nicht Zahal? Ach so, schon gut, hat sich erledigt…

Aber sehen wir’s positiv: Immerhin befassen sie sich jetzt überhaupt schon mal mit dem Bauwesen. Ok, mit dem Errichten von Wohnungen hapert’s noch ein wenig, aber das Abreißen klappt dafür schon mal ganz gut. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag niedergebrannt.


Also entweder bekommt den mit dem Mittleren Osten befaßten russischen Politikern die dortige Hitze nicht, oder aber es sind gerade Dummschwätzwochen in Moskau:

After President Medvedev meets with Hamas politburo chief in Damascus and urges Hamas involvement in peace talks, Russian foreign ministry says, ‚Hamas is a movement supported by significant part of Palestinians‘

Ein tolles Argument. Sadisten, Antisemiten, Kriminelle, Fanatiker und Mörder sind ein signifikanter Teil wohl jeder Gesellschaft. Nur daß finstere Gestalten sich zusammenrotten, sollte eigentlich noch lange kein Grund sein, mit ihnen deswegen auch gleich zu reden, sondern eher, sie umso massiver zu bekämpfen. Oder muss die sizilianische Regionalregierung die Abgesandten der Mafia jetzt auch offiziell in die Stadtplanungskommission von Palermo berufen?


Und wieder einmal werden wir Zeuge, wie rücksichtslos das israelische Besatzerregime mit palästinensischen Kindern umgeht, die ihnen beim Kampf gegen die Hamas in die Quere kommen:

If the governments of Israel and Jordan joined forces to save the life of a three-year old Palestinian child — and if the three-year old child happened to be the daughter of a top Hamas official — that would be big news, right? It would be covered by all the major American newspapers, right? Oprah might even talk about it, right?

If you answered „right“ to any of the above, dear reader, you are living on another planet.

(Hat tip: TPR)