Tag Archive: Grüne



Stoppt den durch blutsaugende Heuschrecken in Nadelstreifenanzug und mit dicken Zigarren in den dunklen Hinterzimmern der Finanzwelt organisierten heimlichen Transfer des hier erwirtschafteten Wohlstands in ferne Länder, die uns nichts angehen!

Es kann nicht sein, dass reiche Eliten, elitäre Reiche und andere Asoziale nur um der höheren Rendite willen ihr der Volksgemeinschaft entzogenes Geld dazu mißbrauchen, um irgendwo in Indien oder Brasilien Fabriken errichten zu lassen, während hier die Armen verelenden.

In der III. Welt werden eh nur Produkte hergestellt, die unseren eigenen Konkurrenz machen, während wir Millionen von Arbeitslosen haben. Globalisierung, Freihandel und Dauerwachstum im Ausland bei gleichzeitiger Stagnation im Inland müssen endlich ein Ende haben!

Deshalb: Spitzensteuersatz rauf und Goldspeicherpegel runter! Je weniger Spielgeld die Investoren haben, desto geringer ist der Anteil, der außer Landes geschafft wird, und desto mehr bleibt hier, was wir an die wirklich Bedürftigen – sprich: unsere Wähler – verteilen können.

Die da unten können ja selber sparen. Wir müssen nicht den eigenen Wohlstand verschenken, nur damit andere schneller aufholen. Wir haben auch Jahrhunderte gebraucht, da müssen die das nicht in Jahrzehnten schaffen, sondern sollen gefälligst warten, bis sie dran sind.

Ok, mit so einem nationalegoistischen Touch kann man das natürlich nicht sagen. Aber vielleicht so. Oder so. Oder so.

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Was nützt denn ein laut vorgetragener Multilateralismus, was sollen all die schönen Reden über das Völkerrecht, das vom Sicherheitsrat ausgeübt wird, wenn Deutschland einer Resolution zum Schutz der libyschen Bürger vor einem brutalen Regime, das mit allen Mitteln um sein Überleben kämpft, die Zustimmung verweigert? Nichts. Leere Worte.

[…] Die Mission in Libyen ist riskant, die neuen Akteure vor Ort sind so unklar wie die Strategie und die Zukunft des Landes. Nur können diese Bedenken doch – angesichts der Alternative, dass Gaddafi kurz vor der blutigen Niederschlagung des Aufstandes stand und seine Macht erneut zu etablieren drohte – allen Ernstes keine Alternativen zum Handeln sein.

Fischers Kritik in allen Ehren, aber jenen großen Denker, der die Forderung „die staatliche Souveränität im Falle schwerster Menschenrechtsverletzungen neu zu überdenken und dann auch durch die UN legitimiert eingreifen zu können“ mit der Bemerkung kommentierte „Da gibt es ja zahlreiche Kandidaten, nicht nur im Mittleren Osten, wenn das das neue Prinzip ist. Wann wird es angewandt? Durch wen legitimiert? Das wäre dann eine Universalisierung des Prinzips humanitärer Interventionen.wird das kaum überzeugen können, vor allem nicht, da er sie mit diesem knackigen Statement krönte: „Aus meiner Sicht können innerstaatliche Menschenrechtsverletzungen allein jedoch kein hinreichender Grund für eine militärische Intervention sein.“

Oder um es mit den ungelenken Worten eines anderen Weltstaatsmanns zu sagen, der das politische Überleben Saddam Husseins gemessen an dessen gewaltsamen Sturz als das kleinere Übel ansah:

„In diesem Fall bin ich erstmals in meinem Leben einer Meinung mit dem deutschen Außenminister Fischer, der sagt, man kann nicht mit unbewiesenen Behauptungen irgendwelche Staaten als böse hinstellen, um dann einen Vorwand für rüstungspolitische Initiativen zu haben“, meinte Haider zu Überlegungen der USA, militärisch gegen Bagdad vorzugehen.


Der Ostermarsch wird dieses Jahr wohl etwas kleiner ausfallen. Das Fußvolk wechselt nämlich gerade bataillonsweise die Seiten und macht lieber bei den NeoCons mit. Und zwar bei den ganz harten:

Jetzt fehlt eigentlich nur noch das von Sorgenfalten umrahmte „not convinced“ oder wenigstens der Hinweis auf die Massengräber mit den Millionen ermordeter Libyer, die den qualitativen Unterschied zum Irak darstellen. Also komm, Joschka, make my day!


Menschenkette gegen Atomkraft: 120 Kilometer Widerstand

Sieh mal einer an! Wenigstens die Ökopaxe scheinen endlich aufzuwachen und demonstrieren gegen den nuklearen Wahnsinn.

Wie? Das richtete sich gar nicht gegen den Aufbau einer nuklearen Infrastruktur in Saudi-Arabien? Auch nicht gegen den Versuch des Weltlieblingsatomabrüsters, die Abschreckung im Pulverfaß des Mittleren Ostens von konventionellen auf Kernwaffen umzustellen, weil sich das nukleare Wettrüsten im Kalten Krieg ja auch schon so bewährt hat? Nicht mal gegen die atomaren Vernichtungsdrohungen der durchgeknallten Endzeitfanatiker in Teheran?

Ach so. Aber wahrscheinlich mußte man da einfach Prioritäten setzen. Denn was ist schon die Fifty-Fifty-Chance einer Atomexplosion, wenn die Mullahs die Bombe erst mal haben, mit den daraus resultierenden vernachlässigbaren Strahlungswerten gegen die im Promillebereich liegende Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Störfalls in einem deutschen Atomkraftwerk. Und selbst wenn die Aussicht auf einen waschechten Atomkrieg die Demonstranten ganz doll betroffen machen sollte, man kann sich schließlich nicht um alles kümmern.

Oh Bio Mio!


Eine Gruppe männlicher Grüner fordert mehr feministisches Engagement ihrer Geschlechtsgenossen. […] „Wir wollen nicht länger Machos sein müssen, wir wollen Menschen sein!“, heißt es in dem Aufruf.

Wird ja auch mal Zeit! Wo doch der grüne Mann in seinem selbstgestrickten Norwegerpulli nicht nur wegen des verständnisvollen „Du“ an Satzanfang wie -ende jahrzehntelang als Inbegriff des klischeehaften Machos galt, der die Frauen mit seiner repressiven Toleranz rücksichtslos terrorisierte. Wenn jemand seine männlichen Ecken und Kanten zu weiblichen Rundungen abschleifen muß, dann zweifellos der Müsli-Man.

„Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.“

Und wenn die Unterzeichner des Manifests erst mal diesen chauvinistischen Mistkerl erwischen, der ihnen gleich nach der Geburt den Schniedel über die Mumu geklebt hat (weswegen sie denn ja auch bis heute keine Kinder austragen können, was sie ihm doppelt übelnehmen) und der ihnen nachts heimlich diese ekligen Hormone spritzt, von denen ihre Haut morgens immer so seltsam stachelig ist, dann kommt der sicher nicht unter einem Jahresabo „Emma“ davon.

Es kann natürlich trotzdem sein, daß sich die Haltung unserer Männerselbsthilfegruppe zur Attraktivität der Soft Power im Geschlechterkampf noch ändert. Denn spätestens, wenn die Lebensabschnittspartnerin beim nächsten Eisprung trotz des Playboy-Häschen-Aufklebers in den Porsche dieses knackigen Latin Lover-Machos steigt und mit ihm in den Sonnenuntergang davonbraust, erinnern sie sich vermutlich an diesen EAV-Klassiker.

Aber selbst dann wird sich die Angebetete für ihre reaktionären Triebe am Ende natürlich ausreichend schämen, um reuig zu ihrem Babywindelwechsler und Grünkernbratlingkneter zurückzukehren. Vielleicht wird sie ihm sogar einen Blumenstrauß mitbringen. Und wenn schon nicht aus schlechtem Gewissen, so doch wenigstens aus Mitleid. Dann wird er auch nicht wirklich sauer sein. Sondern nur ein Stück weit traurig.


Die Wortmeldungen der 5-Mark-pro-Liter-Fraktion buchen wir hingegen mal unter „zeitlose Komik“ ab:

Das alles spreche für steil steigende Ölpreise. Rekordpreise von mehr als 150 Dollar pro Fass und Benzinpreise von mehr als zwei Euro pro Liter seien „wahrscheinlich“.

In der Grünen-Fraktion sorgen solche Ausblicke für Verärgerung. Die Spekulation von Banken und Hedgefonds richte einen immensen Schaden an, sagt Bärbel Höhn, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, SPIEGEL ONLINE. Besonders für die Mobilitätsfähigkeit von unteren Einkommensschichten habe die Ölspekulation weitreichende negative Folgen.

Aber wahrscheinlich lernt man auf grünen Baumschulen inzwischen bereits, daß 4,- DM mehr sind als 2,50 Euro.