Tag Archive: China



Bei ihrem heutigen Auftritt im Westend-Stadion zeigen sich die Politrocker von „Islarmageddon“, der derzeit wohl angesagtesten Band der Aggro-Szene, mal wieder in Hochform, und liefern auch in der neuen Besetzung eine rundum überzeugende Show ab.

Urgestein „Brother“ Muammar, der als einziger bereits seit den wilden 60ern ununterbrochen dabei ist, zeigt an den Tasten immer noch das ganze Repertoire von filigran gewobenen orientalischen Klangteppichen bis hin zu den gewohnt schrillen Tönen.

Gaststar Hugolino wiederum fidelt sich mit seinen lateinamerikanisch angehauchten Melodien in die Herzen der Fans, was auch an dem nostalgischen Touch seiner so eigenwilligen wie humorvollen Interpretation von Songstrukturen des letzten Jahrhunderts liegt.

Aber auch die Rhythmussektion erfüllt alle Erwartungen und zeigt ihre ganze Professionalität. Der Neuzugang „K.J.“ Il sorgt nach der Auflösung der legendären „Commies“ jetzt hier mit seinem druckvollen Spiel für den richtigen Wums hinter der Schießbude.

Unterstützt wird er dabei von Routinier Bashar „Doc“ Assad, der am Ba’ath zwar unspektakuläre, aber doch solide Handwerkskunst abliefert, deren funkiger Einschlag gerade vor den zum Subwoofer umgebauten Pulverfässern live richtig fett rüberkommt.

Percussionstar „Big Bin“ Laden wiederum, der zur Zeit leider aus persönlichen Gründen verhindert ist, steuert immerhin einige in seinem provisorischen Bergstudio produzierte Soundsamples bei, die überraschend gut mit den Beats seiner Kollegen harmonieren.

Einziger Schwachpunkt ist der für den Lead(er)gitarristen „Sado“ Saddam nach dessen vorzeitigem Abtreten eingesprungene Recep E., der bei seinem anderen Projekt, den in die Jahre gekommenen Altrockern von „NATO“, bisher nur als mäßig begabter Rhytmusgitarrist in Erscheinung trat. So kommen die bemüht theatralischen Soli denn auch ein wenig poserhaft rüber, aber wenn der Rubel auf diese Weise wieder rollen sollte, ist nicht auszuschließen, daß er sich in Zukunft ganz auf seine neue Rolle konzentrieren wird.

Dafür reißt Bandleader Machmud die Massen immer noch so mit, wie wir es seit Jahren von ihm kennen! Wohl wenige wissen den Hassgefühlen ihrer Anhänger so gut Ausdruck zu verleihen wie „Mad Mahdi“, gerade weil dessen Lyrics auch unangenehme Wahrheiten knackig auf den Punkt zu bringen verstehen, statt sie aus falsch verstandener „political correctness“ totzuschweigen oder auch nur weichzuspülen.

Das deutsch-amerikanische Backgroundtrio der ex-Groupies Annette, Helen und Inge rundet dabei den vom Schweden MC Henning wie immer perfekt abgemischten Sound so angenehm ab, daß er auch über die eigene Klientel hinaus sicher wieder neue Zuhörerschichten im Mainstreampublikum zu erschließen vermag.

Und während diese hochexplosive Vorgruppe mit ihrem speziellen Crossover aus „Death (to the Jews) Metal“ und dem folkloristischem Agitpop der 70er-Jahre das Publikum aufhei/tzt, bereitet sich von den jubelnden Fans unbemerkt hinter der Bühne mit „The Hu“ der eigentliche Top Act auf den Höhepunkt des Abends vor, bei dem seine Mannen es dann endlich mal so richtig krachen lassen wollen…


Komisch. Obamas atomwaffenfreie Welt sieht live irgendwie ganz anders aus als am grünen Tisch der internationalen Konferenzen:

Nach einem Bericht aus birmanischen Exilkreisen arbeitet die Junta an Atomwaffen. Das Wissen dazu kommt wohl aus Nordkorea. Falls das stimmt, geriete Peking in Zugzwang.

Da werden die Commies jetzt bestimmt vor Angst zittern, wo doch der Westen seit dem ersten nordkoreanischen Atomtest bereits einen Rüstungssoli von 20% auf chinesische Importe erhebt, um den Aufbau der NATO-Raketenabwehr zu finanzieren.


Where is the current administration’s freedom agenda?

Miss Me Yet? The Freedom Agenda After George W. Bush
Dissidents in the world’s most oppressive countries aren’t feeling the love from President Obama.


Auf Iran könnten im Atomstreit nun doch Sanktionen zukommen. China lenkt nach monatelangem Widerstand ein und sagte laut US-Angaben zu, über verschärfte Maßnahmen gegen Teheran verhandeln zu wollen. Bisher waren ernsthafte Schritte am Veto Pekings gescheitert.

Dieser Sinneswandel dürfte allerdings nur daher rühren, daß die geplanten Sanktionen selber gar keine ernsthaften Schritte sind. Wer die Mullahs zum Einlenken bringen und so einen Krieg verhindern will, der sollte sich jedenfalls deutlich mehr einfallen lassen, als bloß ein paar Mitglieder des Regimes für ein paar Monate am Einkaufsbummel an der Cote d’Azur zu hindern oder sie zu zwingen, bei ihren finanziellen Transaktionen vorübergehend ein oder zwei Strohmänner mehr einschalten zu müssen.

Soft Power kann auch in diesem Fall vielleicht noch funktionieren (obwohl die Zeit zugegeben allmählich knapp wird), aber sie sollte dann schon so wirkungsvoll sein, daß das Regime real fürchten muß, dadurch die Macht zu verlieren, bevor es die Bombe hat. Also alles unter einem Totalembargo auf alles (mit Ausnahme höchstens von humanitären Hilfslieferungen), einem internationalen Haftbefehl für die Funktionsträger des Regimes und massiver Unterstützung der Opposition wird zwangsläufig scheitern.

Wer an die Überlegenheit von Soft Power glaubt, sollte ihr deswegen schon im eigenen Interesse auch die nötige Durchschlagskraft zugestehen. Sonst muß es am Ende wie damals bei Saddam wieder die Hard Power raußreißen. Und dann will ich von der Soft Power-Fraktion kein Rumgejammere hören. Sie hatte ihre Chance. Mit und ohne die Chinesen.