Tag Archive: Afghanistan



So, liebe Kinder, jetzt mal aufgepasst! Ja, auch Ihr faulen Hinterbänkler in der letzten Parlamentsreihe. Und Du da mit der SPIEGELbrille, hör auf zu schwätzen! Also, hier kommt ein kleiner Mathetest…

———

Ein Brauer hat zwei Angestellte:

Mitarbeiter A hat in diesem Jahr bereits 2332 Flaschen fallen lassen, was verglichen mit dem Vorjahr einer Steigerung von 14% entspricht. Viele, vermutlich sogar die meisten der Flaschen hat er absichtlich zu Boden geschleudert, der Rest ist Folge seiner Unfähigkeit.

Mitarbeiter B hat im selben Zeitraum mit 410 Flaschen immerhin 4% weniger als im Vorjahr zerstört. Auch sind diese ausschließlich im Handgemenge heruntergefallen, weil er immer wieder versucht hat, den Kollegen A daran zu hindern, Flaschen runterzuwerfen.

Bei weiteren 279 kaputten Flaschen liess sich nicht genau herausfinden, wer daran schuld war, so dass insgesamt 3021 Flaschen zerstört wurden.

Bitte beantwortet dazu folgende 5 Fragen (Prozentzahlen werden auf- bzw. abgerundet):

Frage 1: 77% der kaputten Flaschen gehen auf das Konto von Mitarbeiter A. Wie hoch ist dagegen der Anteil der Flaschen, an deren Zerstörung Mitarbeiter B schuld hat, 23% oder 14%?

Frage 2: Wenn man jene Flaschen herausrechnet, die niemandem eindeutig zuzuordnen sind, wie hoch ist der Anteil der von Mitarbeiter A zerstörten Flaschen dann, 77% oder 85%?

Frage 3: Der Brauer möchte die Verluste an Flaschen in Zukunft begrenzen. Welchem Mitarbeiter soll er zur Erreichung dieses Ziels eher kündigen, Mitarbeiter A oder Mitarbeiter B?

Frage 4: Welche der beiden in Frage 2 zur Auswahl stehenden Lösungsmöglichkeiten ist, wenn man die korrekte Antwort auf Frage 1 nicht kennt, hilfreicher für die Lösung von Frage 3?

Frage 5: Wann ist jemand, der zur Schadensbegrenzung als Antwort auf Frage 3 Mitarbeiter B feuern würde, voraussichtlich von der Schule abgegegangen, nach der 5. oder 6. Klasse?

———

Und zur Belohnung für die richtige Lösung hier ein konkretes Beispiel dafür, was passiert, wenn vorzeitige Schulabbrecher es nach dem Marsch durch die Institutionen endlich in die Schaltzentralen von Medien und Politik geschafft haben:

Der Tod von Zivilisten untergräbt sowohl in Afghanistan als auch in den Vereinigten Staaten die Unterstützung für den von den USA angeführten Krieg. Die US-Amerikaner setzen daher auf ein schnelleres Ende des Kampfeinsatzes.


Wer links ist? Na, Du bist es jedenfalls nicht, Augstein. Denn wer Millionen von Menschen ohne auch nur den Versuch von Gegenwehr finstersten mittelalterlichen Klerikalsadisten überlassen will, den Krieg gegen einen zwischen Massengräbern und Schädelbergen residierenden originalgetreuen faschistischen Diktator mit peinlichen Entgleisungen wie „Demokratie, wenn es darum jemals ging, lässt sich nicht von außen herbeibomben“ garniert und gleichzeitig dem Staat der Holocaustüberlebenden allen Ernstes nahelegt, vor größenwahnsinnigen Nationalisten mit Supermachtphantasien und reaktionären Vertriebenenverbänden mit antisemitischer Agenda zu kuschen, der kann noch so demonstrativ von sozialen Gefälligkeiten für die eigenen (Volks)genossen schwafeln, er ist und bleibt ein knallharter Rechter.


Nach 9/11 verlor sich die Spur des Top-Terroristen zunächst. Später wurde bekannt, dass er nördlich der iranischen Hauptstadt Teheran unter einer Art wohlwollendem Hausarrest stand – zusammen mit Dutzenden, möglicherweise Hunderten Qaida-Kämpfern und ihren Familien, die vor der US-Invasion in Afghanistan im Dezember 2001 geflohen waren und von den Iranern an der Weiterreise gehindert wurden.

Doch nun ist Saif al-Adel zurück: „Es ist so gut wie sicher, dass Saif al-Adel freigelassen wurde, sich in der pakistanischen Provinz Nordwaziristan aufhält und als al-Qaidas Militärchef fungiert“

Komisch. Wenn ein Staat Top-Terroristen beherbergt, kontrolliert, ausrüstet und bei Bedarf in soziopathischen Dosen auf die Menschheit losläßt, wäre das früher selbst nach Ansicht eingefleischter Irakkriegsgegner Grund genug für eine legitime Kriegserklärung gewesen (sonst hätte bei deren hilflosen Argumentationsversuchen das angebliche Fehlen von Terror-Verbindungen des Saddam-Regimes nicht immer so eine zentrale Rolle gespielt).

Heute hingegen verkümmern derartige Verstrickungen, die damals noch für prominent plazierte Sensationsmeldungen gereicht hätten und möglicherweise vor dem UN-Sicherheitsrat gelandet wären, nur noch als emotionslos vorgetragene Nebensache in allgemeinen Artikeln über Klatsch und Tratsch aus der Terroristenszene.

Wenn dem Mullah-Regime aber nicht mal mehr dann Widerstand entgegengesetzt wird, obwohl es bereits Krieg gegen den Westen führen und seine Bürger töten läßt, dann sollten wir in Zukunft vielleicht wirklich Abstand von Vergleichen zu den 30er-Jahren nehmen. Sie wären gegenüber den Verfechtern des Appeasement, die wenigstens nach dem Ausbruch von offenen Kampfhandlungen den Ernst der Lage bemerkt hatten, nämlich tatsächlich noch unfair.


Bei einem US-Raketenangriff in Pakistan sind nach Angaben pakistanischer Geheimdienstler mehrere deutsche Islamisten getötet worden. Über die Zahl der Getöteten und die Hintergründe gehen die Angaben auseinander – auch die Bundesregierung wurde am Abend von der Nachricht überrascht.

[…] Seit dem vergangenen Sommer sickerte aus den Gruppen nach außen, dass einige der Kämpfer wohl am liebsten nach Deutschland zurückkehren würden. Der Verfolgungsdruck – auch durch Angriffe von US-Drohnen – hat stetig zugenommen.

Na sieh mal einer an! Die bösen, hinterhältigen Drohnen haben also was gutes? Sogar Islamisten haben es zunehmend weniger eilig, zu ihren 72 Jungfrauen zu kommen? Der Krieg gegen den Terror funktioniert mit anderen Worten am Ende doch? Ok, die Erkenntnis kommt vielleicht ein paar Jahre zu spät, aber der  SPIEGEL ist ja schließlich auch keine Tageszeitung.


Die Bundesregierung hat zugegeben, dass bei Operationen der deutschen Sondereinheit Task Force 47 in Afghanistan gezielt Bomben abgeworfen wurden.

Bomben? Abgeworfen? Aus dem Flugzeug? Im Krieg? Die traut sich aber was, unsere Regierung. Wo doch jeder weiß, daß die rot-grüne Bundesregierung zur Befreiung des Kosovo nur diesen riesigen Wattebausch nach Belgrad rollen mußte, um Milosevic in die Knie zu zwingen.

„In zwei Fällen haben die beteiligten Luftfahrzeuge dabei auch Wirkmittel gegen Ziele am Boden eingesetzt“, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort vom 8. September auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, die der taz vorliegt.

Also wenn es hier ein Verbrechen gibt, das rechtfertigen würde, unsere Volksvertreter mit einer kleinen Anfrage von der Arbeit abzuhalten, dann ja wohl höchstens die Formulierung der hier gegebenen Antwort. Wirkmittel! Hallo!? Da will jemand unsere Soldaten bzw. die unserer Verbündeten töten, und wenn der Einsatz von Sprengstoff aller Farben und Formen dabei hilfreich ist, sie daran zu hindern, dann sollte man das verdammt noch mal nicht mit pseudoneutralen Formulierungen schönreden, und zwar gerade auch wegen der Außenwirkung. Potentiellen Gegnern sollte schon sprachlich eindeutig klargemacht werden, daß sie, wenn sie das stärkste Militärbündnis der Welt angreifen, als Antwort nicht mit „Wirkmitteln“ rechnen müssen, sondern das es dann gehörig rumst. Und zwar aus Prinzip, nicht nur wenn sie gerade mal einen Tanklaster geklaut haben.

Zudem räumt sie ein, dass afghanische Sicherheitskräfte „im Rahmen von Operationen, bei deren Durchführung sie von der Task Force 47 unterstützt wurden, über 50 Personen zumindest vorübergehend in Gewahrsam genommen“ haben.

Vorübergehend in Gewahrsam? Das wäre schon bei einer ganzen Reihe von Gewalttätern, die hierzulande unbehelligt von Wiederholungstat zu Wiederholungstat ziehen, viel zu wenig, aber daß dies jetzt bereits im Krieg gegen eine fundamentalistische Steinzeitmiliz extra erwähnt werden muß, läßt Böses für den weiteren Kampfverlauf ahnen.

Weiterlesen


…kommt sowas dabei raus:

Hunderte protestieren gegen westliche Truppen

In wenigen Tagen stimmen die Afghanen über ein neues Parlament ab, doch gewaltsame Proteste überschatten den Wahlkampf. Hunderte demonstrierten in Kabul, schleuderten Steine auf Polizisten und riefen „Tod den USA“. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Mehrere Millionen Afghanen hingegen demonstrierten nicht; sei es, weil westliche Truppen zu ihren geringsten Problemen zählen, sei es, weil sie anders als die hier von al-Qaida und den Taliban zusammengekarrten Berufsdemonstranten kaum riskieren können, vom Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch zu machen, ohne anschließend von deren Organisatoren massakriert zu werden. Nur war dummerweise wohl gerade kein SPIEGEL-Reporter in der Nähe, um darüber zu berichten. Naja, vielleicht klappt’s beim nächsten Mal.


Nicht nur im Irak, auch in Afghanistan beginnt man zu merken, das die Amerikaner eigentlich doch gar nicht so übel sind, und möchte sie am liebsten gar nicht mehr gehen lassen:

Der afghanische Präsident Karzai hat seinem US-Kollegen Obama eine falsche Strategie für den Rückzug vom Hindukusch vorgeworfen. Die Rückzugsankündigung für 2011 stärke die Taliban. Die Zahl der Anschläge nimmt inzwischen deutlich zu.

Was mal wieder eindrucksvoll zeigt, daß Obama bei denjenigen, die seine genialen Entscheidungen am Ende ausbaden und gegebenenfalls sogar mit ihrem Leben bezahlen müssen, längst nicht das megabeliebte Superhirn ist, als das ihn seine in sicherer Entfernung lebenden Bewunderer so gerne darzustellen versuchen.

Vor allem aber widerlegt es endgültig das Märchen, daß es den Abzugsbefürwortern hier im Westen auch nur ansatzweise um die Menschen im Irak und in Afghanistan ginge. Die dürfen dort ruhig verrecken, sie sollen es nur gefälligst leise tun. Und damit es keine mitkriegt, möglichst alleine.


Die nicht nur von der Linkspartei zu den zukünftigen Herrschern Afghanistans auserkorenen Taliban haben erneut demonstriert, was sie unter nationalem Befreiungskampf und kultureller Selbstbestimmung verstehen und wie sie zu regieren gedenken, wenn die westlichen Exitstrategen ihnen erst mal offiziell das Zepter übergeben haben:

Eine grausame Strafaktion der Taliban zeigt, wie wenig Einfluss Bundeswehr und lokale Polizei rund um Kunduz nur noch haben. Die Aufständischen haben in aller Öffentlichkeit ein junges Paar wegen „unsittlichen Verhaltens“ gesteinigt. Tatort: ein Marktplatz nur eine Stunde vom deutschen Camp entfernt.

Wohlgemerkt eine Autostunde, und da führt keine 6-spurige Autobahn hin, sondern der Ort liegt sozusagen in Sichtweite gleich hinterm nächsten Berg. Die Flugzeit einer für solche Fälle in Reserve gehaltenen Luftlandeeinheit bemäße sich also eher in Minuten. Nur gibt es eine solche in Kunduz nicht, und selbst wenn es sie gäbe, fehlen nicht nur die Hubschrauber, um die Fallschirmjäger überhaupt zum Einsatz zu fliegen, sondern vor allem auch der politische Wille, die Soldaten vor Ort ihren Job machen zu lassen, statt ihnen genau dafür auch noch mit der Bundesanwaltschaft zu drohen. Weswegen auch all die schönen Drohnen, Jagdbomber und sogar die mit so viel medialem Tamtam nach Kunduz verfrachteten Panzerhaubitzen ziemlich nutzlos sind. Wer nicht schießen darf, kann halt auch nicht viel treffen.

[…] Rund hundert Taliban waren mit Motorrädern und ihren umgehängten Waffen in das Dorf gekommen. Sie brachten zwei Gefangene mit: den 28-jährigen Abdul Qayom und die 20-jährige Sedeqa.

Hundert, und zwar auf einmal. Einfach so, aus dem Nichts, am Ende vielleicht sogar in einer großen Staubwolke über die Ebene. Aber gut, selbst wenn sich dieses Verbrechen tatsächlich nicht hätte verhindern lassen, sollte sich angesichts der militärischen Überlegenheit der NATO eigentlich sicherstellen lassen, daß zumindest hinterher nicht allzuviele der Täter noch groß mit ihrer Tat prahlen können. Das allerdings ist zugegeben natürlich insofern naiv, als die Vorstellung, wie Angela Merkel zur nächsten Kabinettssitzung mit dem „Find them and kill them!“-Stempel in der Hand erscheint, fast so absurd wirkt, wie daß Guido Westerwelle sich unter dem Ausruf „Jetzt reicht’s, Ihr bösen Taliban!“ breitbeinig vor die Kameras stellt und eine Verdoppelung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan durch zusätzliche Kampftruppen bis spätestens zum nächsten FDP-Parteitag fordert.

[…] Die Berichte aus Kunduz erinnern an die Zeit vor der von den USA angeführten Invasion in Afghanistan. Nun, neun Jahre später, etablieren sich vielerorts die gleichen Herrschaftssysteme der Taliban wie damals. Mit rücksichtsloser Gewalt wollen sie die Bevölkerung einschüchtern. Erst kürzlich peitschten Taliban in Badghis eine schwangere Witwe wegen Ehebruchs erst öffentlich aus und erschossen sie dann.

Was zeigt, daß der Muslimhass unter der Linken genauso weit verbreitet ist wie unter der Rechten, sonst wäre die Linkspartei und ihre Mitläufer nicht so mitleidlos, wenn Muslime auf derart bestialische Weise zu Tode gequält werden. Aber immerhin wissen wir jetzt, was unser lieber Oskar in Sachen Frauenrechte so alles zu akzeptieren bereit ist, wenn es gilt den sozialistischen Frieden zu retten. Frau Wagenknecht sollte jedenfalls gewarnt sein, bevor sie unter ihrer Burka irgendwann mal versehentlich dem Bartsch zulächelt.

Für die Taliban sind die Rituale ein simples Mittel zur Ausweitung ihres Einflusses. Sie wissen genau, dass sich die Berichte über Steinigungen, Auspeitschungen, Mord und Totschlag schnell herumsprechen. Ganz ähnlich haben sie nach dem Rückzug der Sowjets ihre Herrschaft aufgebaut.

Und zum Schluß ein Satz, der nicht nur aufgrund seiner grundsätzlichen Bedeutung für die Abzugsdiskussion rot angestrichen gehört, sondern vor allem dafür, daß er sich im SPIEGEL findet, wo seit Jahren für die Flucht von wo auch immer getrommelt wird; auch bzw. gerade weil seine Leser ihn nicht verstehen werden:

Nun, da auch die westlichen Armeen ihren Abzug angekündigt haben, weiten sie ihr Schreckensregime aufs Neue aus.

Oder um Henryk M. Broders beliebtes Bonmot mal etwas drastischer zu formulieren: Wenn es Kultur ist, daß jemand andere Leute wegen ihres Liebeslebens steinigt, dann ist es Zivilisation, wenn man ihn dafür dahin zurückbombt, wo er herkommt. Nämlich in die Steinzeit.


„Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los“: Mit martialischen Worten schärft General Petraeus den Soldaten in Afghanistan Kampfeswillen ein. Der Krieg unter dem neuen Chef der Nato-Schutztruppe soll härter werden – inklusive harscher Methoden wie dem gezielten Töten von Taliban.
Klar, ungezielt drauflosballern ist natürlich viel cooler. Nicht zuletzt, weil sich’s über Kollateralschäden zwangsläufig viel auflagewirksamer schreiben läßt, als wenn die Amis immer nur unsympathische Bösewichter umlegen, die sonst vorzugsweise Frauen und Kinder massakrieren, und selbst für den dümmeren Teil der zahlenden Kundschaft nur sehr eingeschränkt als Identifikationsfigur taugen. Sind ja schließlich keine Palästinenser.
[…] So werden die größtenteils geheim agierenden Spezialkräfte schon in der Einleitung des Textes erwähnt.
Ui, die müssen ja verdammt geheim sein, diese geheimen Spezialkräfte, wenn sie schon in der Einleitung erwähnt werden. Wie der SPIEGEL sowas immer nur rauskriegt…
Später heißt es: „Sucht den Feind und eliminiert ihn. Nehmt das ganze Netzwerk ins Visier, nicht nur Einzelne.“
Wie, jetzt im Ernst? Die sollen die feindlichen Kämpfer nicht nur zum Spaß töten, sondern um dadurch gleich auch noch deren gesamte Streitmacht zu besiegen? Also die schrecken aber auch wirklich vor nichts zurück, diese Yankees! Kriege gewinnen, tststs. Machen wir Deutschen doch auch nicht.
Deutlicher kann man das aggressive Vorgehen der Jäger nicht beschreiben.
Aggressives Vorgehen? Nur weil ein bißchen Krieg ist? Wieso denn, geht doch auch mit Deeskalation statt Testosteron. Und wenn Petraeus‘ Monstern keine netten Worte einfallen, könnten sie doch diese komische Bischöfin vorschicken, die macht das bestimmt gerne. Und falls die sich wider Erwarten zieren sollte, einfach nachschenken. Dann tanzt die vor Mullah Omar sogar auf dem Verhandlungstisch, und zwar mit nichts an als der Burka! Der weiß das bestimmt zu würdigen.
Die abgeschirmten Sondertrupps der diversen US-Einheiten, sogenannte Task Forces, töten seit Monaten Taliban-Kommandeure im ganzen Land.
Sogenannte „Task Forces“? Das ist ja schrecklich! Denn dann steckt beispielsweise das Arbeitsamt auch mit drin, und denen ist bekanntlich einiges zuzutrauen (ok, außer vielleicht halbwegs effizient zu arbeiten). Und wenn die zu solchen Mitteln greifen, werden hier wahrscheinlich schon bald die ersten Arbeitslosen erschossen. Aber es ist noch viel schlimmer, in Berlin hat die SPD offenbar sogar schon die erste Zielliste unter kriminellen Jugendlichen erarbeitet. Da hat unsere Hamburger Redaktionsspezialkraft für exakte Terminologie ja gerade rechtzeitig Alarm geschlagen.
Es sind Einsätze nach Wildwestmanier, ohne Beweise, ohne Richter und ohne Urteil.
Genau, so geht’s ja nicht! Wo doch bisher doch noch jeder Krieg vor Gericht entschieden wurde. Man denke nur an die Schlacht von Verdun, wo jede einzelne Granate vorher auf juristische Zulässigkeit überprüft und notariell beglaubigt wurde, bevor sie auf die gegnerischen Soldaten abgefeuert wurde (die hätten ja fristgerecht Widerspruch einlegen können). Zum Glück hat uns der SPIEGEL noch mal daran erinnert, wie Krieg wirklich läuft.

Nachdem der SPIEGEL erst kürzlich die Sensation enthüllte, daß Soldaten mitunter Menschen töten, kommt jetzt der nächste von WikiLeaks ans Tageslicht gezerrte Skandal über die dunkle Seite des noch dunkleren Imperiums:
Die Geheim-Memos offenbaren die Kehrseite jener Waffe, die US-Militärs und auch der Präsident als Allheilmittel preisen. […] Die unbemannten Killer können mehr als 20 Stunden in der Luft verharren, und dann blitzschnell töten. Aber sie sind nicht immer zuverlässig: Nach offiziellen Angaben sind bisher 38 Predator- und Reaper-Drohnen im Kampfeinsatz in Afghanistan und im Irak abgestürzt, neun weitere bei Testflügen auf Militärbasen in den USA. Jeder Crash kostet zwischen 3,7 und 5 Millionen Dollar.

[…] Den US-Militärs machen nicht allein die Kosten der Abstürze Sorgen. Gerade die kleineren Aufklärungsdrohnen sind vollgepackt mit komplexer Computertechnik – die dem Feind partout nicht in die Hände fallen sollte. Sowohl Reaper als auch Predator verfügen über eine sogenannte Zero-out-Funktion, mit denen sich alle Daten per Fernsteuerung löschen lassen. Doch die versagt bisweilen. Aus Angst, dem Feind könnten wertvolle Informationen in die Hände fallen, wird so jeder Drohnenabsturz zur aufwendigen und gefährlichen Bergungsaktion.
Klar, ein Drohnenabsturz ist natürlich viel teurer und problematischer als der eines Jagdbombers. Der kostet schließlich nur das zwanzigfache, und abgeschossene Piloten waren den USA schon immer egal (weswegen sich die USA die größte CSAR-Hubschrauberflotte der Geschichte bekanntlich ja auch nur zum Zweck der Verschwendung von Steuergeldern zugelegt haben). Ist der Pilot weg, braucht er hinterher auch keine Pensionen. Und die Angehörigen oder die amerikanische Öffentlichkeit interessiert ein Landsmann in der Hand sadistischer Barbaren naturgemäß sowieso weit weniger als der Blue Screen of Death am Bildschirm des Nachschichtoperators in der Drohnenleitzentrale.

Zudem ist in einem Düsenjäger nix drin, was der Taliban gebrauchen oder wenigstens an Russen und Chinesen weiterverticken könnte. Kampfjets sind zwar größer als Drohnen, aber im Gegensatz zu ihnen innendrin mehr oder weniger hohl (das höhere Gewicht ist nur eine vom Bleiballast hervorgerufene Täuschung, weil Rüstungsgüter traditionell nach Gewicht bezahlt werden). Das ist ja auch der Grund, warum die Konstruktionspläne älterer US-Kampfflugzeuge (und die haben inzwischen fast alle mehr als 30 Jahre auf dem Buckel) immer von den Geheimhaltungsvorschriften befreit und inkl. aller Nachrüstungen vom DoD als Open Source ins Internet gestellt werden.

So wissen wir dank dem SPIEGEL mal wieder alle ein bißchen mehr. Und das schon vor dem Montag!