Category: WMD



  • Giving innocent victims weapons to defend themselves against being slaughtered: $500m
  • Kicking an evil dictator’s ass and rendering his hostile masters‘ weapons useless: $1-3bn
  • Creating safe areas for refugees where their murderers can’t reach them anymore: $5-10bn
  • Preventing gassing of unprotected civilians or handing over of WMDs to terrorists: $2-5bn
  • Being trusted by allies and feared by enemies again by proving you’re still the most powerful force of freedom in the history of mankind: Priceless

Man sollte halt auch dem Publikumsjoker nicht immer blind vertrauen:

Über 49 Prozent waren nach Ablauf der Sendung der Meinung „Ich stimme Grass vollkommen zu“, nur knapp 15 Prozent fanden „Grass ist zu weit gegangen“.

Das bedeutet, dass nur 15% der Zuschauer folgendes als „zu weit gegangen“ betrachten:

[…] Das Enfant terrible durfte der im Publikum befragte Nahost-Experte Michael Lüders geben, der Grass‘ „Grundaussage, dass Israel den Weltfrieden gefährdet“ als „absolut richtig“ bestätigte.

Das einzige, was noch erschreckender ist, ist wie der SPIEGEL dieses Ergebnis bewertet:

[…] Na, wer sagt’s denn? Auch beim Thema Israel – die Deutschen bleiben locker und zivilisiert.

Womit wir erstens wissen, was für unsere Leitmedien locker und zivilisiert ist, und zweitens, warum dieses Land es letztlich nicht wert ist, sich darüber aufzuregen.


Wer wissen will, wie man sich für militärische Interventionen gegenüber Terrorregimen aussprechen und trotzdem ziemlichen Unsinn schreiben kann, der sollte sich aller berechtigten Abscheu zum Trotz überwinden und einen Blick in den al-Guardian werfen. Da kann man nämlich wunderbar sehen, in welche Widersprüche man sich verstrickt, nur weil man partout nicht zugeben möchte, dass man mit seiner Ablehnung des Irakkriegs leider auf der falschen Seite der Geschichte gestanden hat.

Denn die grausamen Verbrechen, die das syrische Regime derzeit an seiner eigenen Bevölkerung begeht, bewegen sich, selbst wenn man sie mit den im ebenfalls als Beispiel herangezogenen Bosnien zusammenrechnet, bisher nicht mal annähernd in jenen zahlenmäßigen Regionen, die Saddam Hussein während seiner Schreckensherrschaft zum Opfer fielen. Die einzige aus humanitären Gründen berechtigte Kritik am Irakkrieg bleibt daher die, dass er nur viel zu spät geführt wurde.

Aber auch das so beliebte wie unmoralische formalistische Zurückziehen auf die als fehlerhaft wahrgenommene Annahme des irakischen Besitzes von Massenvernichtungswaffen geht fehl, denn anders als im Falle des Irak glaubt heute niemand, dass iranische Atomwaffen in 45 Minuten einsatzbereit seien. Saddam Hussein wiederum würde ohne den Irakkrieg heute nur deswegen nicht an der Einführung von Massenvernichtungswaffen arbeiten, weil er sie schon seit Jahren besäße.

Deswegen, liebe Irakkriegsgegner, sofern Ihr nicht gleichzeitig zugebt, wie sehr Ihr Euch mit Eurem Kampf gegen den Sturz Saddam Husseins geirrt habt, könnt Ihr Euch das peinliche Hin- und Herwinden sparen und weiter wie gewohnt im Namen des Völkerrechts für die legitime Herrschaft seines faschistischen Parteigenossen Assad eintreten oder auf die „smoking gun“ der iranischen Armageddonsekte warten. Und keine Angst, da irrt sich dann keiner. Selbst Ihr werdet sie erkennen.

Blair is back!


Hab ja gerade wenig Zeit zum Schreiben, aber zum Glück ist das diesmal auch gar nicht nötig, denn ein alter Bekannter meldet sich in Bestform zu Wort und sagt alles, was gesagt werden muss:

„I say this to you with all of the passion I possibly can – at some point the West has to get out of what I think is a wretched policy or posture of apology for believing that we are causing what the Iranians are doing, or what these extremists are doing,“ he said. „We are not. The fact is they are doing it because they disagree fundamentally with our way of life and they’ll carry on doing it unless they are met by the requisite determination and if necessary, force.“

Und er weiß nun wirklich wovon er redet, denn mit den fatalen Folgen des negativen Einflusses der notorischen Unruhestifter in Teheran musste er sich bereits an anderer Stelle herumschlagen:

From his experience as Middle East peace envoy, Blair said, „…the impact and the influence of Iran is everywhere. It is negative, destabilizing, it is supportive of terrorist groups and it is doing everything it can to impede progress in the Middle East process.“

Und damit niemand vergisst, dass ein europäischer Sozialdemokrat weit härtere Töne anschlagen kann als ein US-Präsident oder ein israelischer Likudnik, gleich noch ein Goodie hinterher:

Blair said bluntly that US President Barack Obama is „too soft“ with Iran. His critical remarks were directed equally at the Netanyahu government in Jerusalem, which closely aligns its Iran policy with that of Washington.

Was mich mal wieder daran erinnert, dass ich Blair als Regierungschef genauso vermisse wie Bush. Und mich gleichzeitig darin bestätigt, einen Satz von ihm zum Motto dieses Blogs erkoren zu haben.


Russland schlägt wieder härtere Töne gegenüber dem Westen an. Erst hat Präsident Dmitrij Medwedew in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag vor einem „neuen Wettrüsten“ gewarnt.

Muss man verstehen. Immerhin hatte Obama fast durchgedrückt, dass die USA ohne nennenswerte Gegenleistung auf das Niveau ihres halb so großen und vielfach ärmeren Möchtegernkonkurrenten abrüsten, damit der Putinator sich wieder etwas wichtiger fühlen kann. Die jetzige Entwicklung gefällt seinem Sesselwärmer natürlich überhaupt nicht.

Dann erregten Berichte Aufsehen, denen zufolge Russland taktische Atomwaffen heimlich an seinen Westgrenzen postiert haben soll.

Russland? Andere Länder bedrohen? An der Westgrenze aufrüsten? Und das ganze auch noch heimlich? So eine Überraschung aber auch…

Und nun das: Ministerpräsident Wladimir Putin sagt in einem Interview mit CNN, Russland behalte sich die Stationierung technologisch neuartiger Atomwaffen vor.

Neuartige Atomwaffen? Machen die jetzt nicht mehr „Bumm!“, sondern nur noch „Blitz!“? Sozusagen die erste Atombombe, die auch deutschen Lärmschutzvorschriften gerecht wird? Schon toll, was sich die Wunderwaffenbranche immer so alles ausdenkt, wenn’s bei Despotens gerade mal wieder nicht so rund läuft.

Es ist Säbelrasseln wie zu besten Sowjetzeiten.

Genau. Und man sollte sich mal erinnern, wie das das letzte Mal, als die USA viel schwächer und ihr Gegner viel stärker war, ausgegangen ist. Schade nur, dass man Ronald Reagen dazu nicht mehr befragen kann, der könnte das Geheimnis sicher aufklären.


Der Westen hofft darauf, dass neue harte Sanktionen gegen Teheran Wirkung zeigen. Doch eine Dissidentengruppe legt nun Belege für eine angeblich bislang geheim gehaltene Anreicherungsanlage nahe Teheran vor. US-Regierung und Internationale Atomenergiebehörde schweigen dazu bislang.

Die Enthüllung der Anlage käme zu einem heiklen Zeitpunkt. Sie würde belegen, dass Iran sein Atomprogramm weiter aggressiv vorantreibt – während zahlreiche Beobachter eigentlich davon ausgingen, dass neue harte Sanktionen des Uno-Sicherheitsrates gegen das Regime Wirkung zeigten.

Mit dieser Einschätzung scheinen die zahlreichen Beobachter aber irgendwie zunehmend alleine zu stehen:

A number of competent and well-informed sources have reached the same conclusion, namely, that international sanctions have failed to halt Iran’s push for a nuclear weapon and advanced ballistic missiles and that the Islamic Republic is fast approaching a nuclear arms capability.

[…] Not a single expert in the field, whether American, international or Israeli, disagrees with the common finding that the sanctions imposed by the UN, Europe and the US, have not slowed down Iran’s race for a nuclear weapon. No covert agency, moreover, appears ready to state where this program stands today, how far Iran is from the capacity to build a nuclear device or whether it has in fact crossed that threshold.

Aber ist schon ok, SPIEGEL, man kann’s ja mal versuchen. Zumal die Rechnung sogar aufgehen könnte. Es gibt jedenfalls erfahrungsgemäß genug Idioten, die trotzdem weiterhin glauben werden, daß die derzeit bereits beschlossenen Sanktionen nicht nur völlig ausreichen, sondern sogar eigentlich überflüssig sind, weil die Mullahs ohnehin nur eine besonders moderne und umweltfreundliche Variante des Atomstroms produzieren wollen (so dient beispielsweise die ganze Verschleierungstaktik nur der völlig legitimen Verhinderung der Industriespionage durch die technisch zurückgebliebenen westlichen Industrienationen). Und zwar einfach, weil sie es glauben wollen.


Um Israel mit der Aussicht auf einen nuklear bewaffneten Iran zu versöhnen, liegen mal wieder ein paar Ideen auf dem Tisch, die zur Abwechslung zwar grundsätzlich bedenkenswert, allerdings im speziellen Fall der durchgeknallten Armageddon-Jünger, die seit mehr als dreißig Jahren im Großraum Teheran ungestört ihr Unwesen treiben, kaum zielführend sind. Zumindest hat der Autor dieser Vorschläge, ein ob seiner Einschätzungen einschlägig bekannter ehemaliger CIA-Bediensteter namens Bruce Riedel, das Hauptproblem des Umgangs mit Gestalten vom Schlage eines Achmadinedschad auch nach Jahren offenbar immer noch nicht ansatzweise erfaßt, was natürlich daran liegen kann, daß die Schurken, die sich die CIA von Zeit zu Zeit zu kaufen pflegt, anders als fundamentalistische Apokalyptiker irdischen Genüssen wie dem nackten Überleben durchaus zugänglich sind:

1. The US must spread a nuclear umbrella over Israel that would entail the installation of American nuclear depots in Israel to show Tehran that a nuclear attack on the Jewish state would meet with a US nuclear response.

Schöner Plan. Er funktioniert nur nicht, wenn der Gegner einen nuklearen Gegenschlag gar nicht als das Ende seiner Macht sieht, sondern im Gegenteil als Beginn einer besseren Welt unter der väterlichen Führung des in einem eindrucksvollen Atomblitz heranrauschenden Mahdi. Und darauf zu bauen, daß das alles nur Geschwätz ist, wäre selbst für einen casinogestählten Geheimagenten verdammt hoch gepokert. Denn schon bei einer nur 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit, daß die Anhänger dieses irrwitzigen Doomsday-Kultes das ernst meinen – und wohl kaum jemand würde Haus und Hof darauf verwetten, daß die Chance auch nur unter 50% liegt – wären die Aussichten, seinen Fehler noch bereuen zu können, geringer als beim russischen Roulette, was eigentlich selbst unseren Aushilfs-James-Bond davor zurückschrecken lassen sollte, sich den Atomrevolver an die Schläfe zu halten.

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Die Einschläge kommen näher. Zumindest ist’s in der Nähe des iranischen Atomreaktors bei Bushehr in den letzten Wochen vor seiner Indienststellung irgendwie etwas lauter als sonst:

Tuesday, Aug. 17, an Iranian F4 Phantom fighter jet was claimed by Tehran to have crashed 6 kilometers north of the Bushehr nuclear reactor in southern Iran. debkafile’s military sources report it was shot down by Russian-made TOR-M1 air-missile defense batteries guarding the reactor.

Aber kann ja mal passieren, daß ein Pilot sich ein bißchen verfliegt. Und falls sich gerade kein Freiwilliger findet, kann man die eigene Luftverteidigung ja ja immer noch mit unbemannten Flugzeugen „testen“:

[…] On Aug. 1, three unidentified UAVs slammed into the reactor buildings, scaring the townspeople who were sure the plant was under American or Israeli attack.

After the heads of government in Tehran put their heads together to try and identify the drones, without success, the defense ministry emerged with a communiqué reporting that a single drone had crashed on the nuclear reactor’s dome, but insisted it was launched by Iran’s Revolutionary Guards to test the alertness of the air defense personnel guarding it and the effectiveness of its anti-air radar system.

According to DEBKA-Net-Weekly’s Iranian and intelligence sources, Bushehr citizens were sure they heard three mighty explosions – not one. So the deputy district governor for security affairs, Mohammad Hossein Shenidi, who is responsible for safeguarding Bushehr and its reactors against air or missile attacks, pitched in with a lighter version of the communiqué:  A single drone had indeed been fired, he admitted, but it carried no explosives because its only purpose was to simulate a loud bang to check the level of local alertness.

According to our sources, the townspeople were correct: Three drones hit the reactor killing at least five of its staff members.

In diesem Sinne, liebe Mullahs, wünschen wir Euch noch viele weitere „Übungen“ dieser Art. Ihr kriegt das Miststück schon noch klein. Und falls nicht, erbarmt sich vielleicht jemand anders.


Iran cleric wants ’special weapons‘ to deter enemy

Ahmadinejad’s spiritual mentor writes, ‚Most advanced weapons must be produced inside our country even if enemies don’t like it. There is no reason they have right to produce special type of weapons, while other countries are deprived of it‘

Hm, was könnte er damit nur meinen? Die Atombombe kann’s ja nicht sein, da hat Achmadinedschad schließlich klar gesagt, daß er nicht beabsichtigt, die zu bauen, und das Wort eines anerkannten Ehrenmanns sollte auch dem größten Angsthasen als Sicherheit ausreichen. Er wird sich’s schon nicht ohne Grund plötzlich anders überlegen.

Nur wofür ist dann das 1000-Megawatt-Atomkraftwerk in Bushehr? Aber halt, ich hab’s, sie planen wahrscheinlich einen riesigen, aufgrund seiner Größe nur zur Landesverteidigung einsetzbaren, aber deswegen auch für jede Invasionsarmee trotzdem unbesiegbaren Supermegawattebausch! Und dagegen kann ja nun niemand etwas haben, oder?


Drei Möglichkeiten, es auszudrücken, aber eine besser als die andere:

Better unpopular than dead

Delegitimization is a real problem, but the threat of destruction – mass loss of life in terrorist and rocket attacks, or an Iranian nuclear attack – is the real danger.

Golda Meir once memorably said, “Better a bad press than a good epitaph.”

Und da weder hinsichtlich der Dummheit der Menschen noch bezüglich des Anteils der Antisemiten unter ihnen in diesem Jahrhundert spürbare Besserung zu erwarten ist, und sich damit auch an der schlechten Presse für Israel auf absehbare Zeit nichts wesentliches ändern wird, fügen wir noch eine vierte Variante hinzu, die für den weiteren Umgang mit den wirklichen Gefahren nicht unerheblich sein wird:

Ist der Ruf erst runiert, bombt sich’s völlig ungeniert.

Vielleicht begreifen diejenigen, die fortdauernd versuchen, Israel zu delegitimieren und in eine Ecke zu drängen, in der es still und sozialverträglich auf seine eigene Abwicklung warten soll, dann endlich, daß auch diese Medaille zwei Seiten hat. Wer sich für das Selbstbestimmungsrecht jedes noch so abscheulichen Terrorregimes einsetzt, sollte jedenfalls nicht vergessen, daß dieses für Demokratien mindestens genauso gilt. Vor allem dann, wenn sie die Möglichkeit haben, es auch durchzusetzen.