Category: Rüstung


Fars attacks!


Ok, das war’s dann wohl. Die Mullahs haben gewonnen. Jeder weitere militärische Widerstand gegen die berechtigten Ansprüche Teherans auf die Vorherrschaft in der Region ist sinnlos. Die USA sollten die Niederlage einsehen und ihre Truppen aus der Nähe des Persischen Golfs abziehen, bevor es zu spät ist und sie von den weit überlegenen Endzeitkriegern des 12. Imam hinweggefegt werden.

Nachdem die USA bereits letztes Jahres militärisch ins Hintertreffen geraten waren, als der Iran Drohnen präsentierte, die jede Luftabwehr überwinden können, und kurz darauf Flugboote vorstellte, die die einstmals so stolzen Flugzeugträger der US Navy zu wertlosem Altmetall degradieren, versetzte der Erfindungsgeist iranischer Ingenieure den imperialistischen Ambitionen Amerikas jetzt endgültig den Todesstoß.

Von nun steht nicht mehr bloß der gesamte Planet hinter Achmadinedschad Plan Nr. 9, sondern gleich das ganze Universum. Dank einer Technologie, die selbst Darth Vaders Todesstern und die Nazi-Mondbasis Adolpha 1 rückständig erscheinen lässt, haben die Gegner einer Konfrontation mit dem Teheraner Regime jetzt ihre wohl besten Argumente gegen etwaige militärische Abenteuer.

Und es stimmt, heute ist Samstag, der 26. März. Bis nächsten Freitag ist noch fast eine Woche Zeit.

(Hat tip: S1IG)

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Es soll eine Schießübung von nie dagewesener Größe werden: […] Zum Einsatz kommen Kampfjets, Hubschrauber und Anti-Panzer-Raketen – in unmittelbarer Nähe zur Grenze Nordkoreas.

Na, das muß ja der Kracher sein, ist die südkoreanische Armee doch nicht gerade die kleinste. Da dürfte im Vergleich dann ja wohl selbst Reforger 88 blass aussehen.

[…] An der Übung mit scharfer Munition sollen sich 800 Soldaten, sechs Kampfjets sowie Hubschrauber und Panzer beteiligen.

In Bataillonsstärke? Mit einer halben Fliegerstaffel? DAS gilt als Übung der Superlative? Aber gut, für eine knackige Schlagzeile reicht’s dem SPIEGEL offenbar. Und nur darum geht es ja.

Wunschzettel, oben links


Falls jemand noch nicht weiß, was er mir zu Weihnachten schenken soll, nun, ich hätte da eine Idee


Russland schlägt wieder härtere Töne gegenüber dem Westen an. Erst hat Präsident Dmitrij Medwedew in seiner Rede zur Lage der Nation am Dienstag vor einem „neuen Wettrüsten“ gewarnt.

Muss man verstehen. Immerhin hatte Obama fast durchgedrückt, dass die USA ohne nennenswerte Gegenleistung auf das Niveau ihres halb so großen und vielfach ärmeren Möchtegernkonkurrenten abrüsten, damit der Putinator sich wieder etwas wichtiger fühlen kann. Die jetzige Entwicklung gefällt seinem Sesselwärmer natürlich überhaupt nicht.

Dann erregten Berichte Aufsehen, denen zufolge Russland taktische Atomwaffen heimlich an seinen Westgrenzen postiert haben soll.

Russland? Andere Länder bedrohen? An der Westgrenze aufrüsten? Und das ganze auch noch heimlich? So eine Überraschung aber auch…

Und nun das: Ministerpräsident Wladimir Putin sagt in einem Interview mit CNN, Russland behalte sich die Stationierung technologisch neuartiger Atomwaffen vor.

Neuartige Atomwaffen? Machen die jetzt nicht mehr „Bumm!“, sondern nur noch „Blitz!“? Sozusagen die erste Atombombe, die auch deutschen Lärmschutzvorschriften gerecht wird? Schon toll, was sich die Wunderwaffenbranche immer so alles ausdenkt, wenn’s bei Despotens gerade mal wieder nicht so rund läuft.

Es ist Säbelrasseln wie zu besten Sowjetzeiten.

Genau. Und man sollte sich mal erinnern, wie das das letzte Mal, als die USA viel schwächer und ihr Gegner viel stärker war, ausgegangen ist. Schade nur, dass man Ronald Reagen dazu nicht mehr befragen kann, der könnte das Geheimnis sicher aufklären.

Beware of the Bavar!


Wunder gibt es immer wieder, auch und gerade im Wunderwaffengeschäft. Trotzdem ist das verwunderlichste am neuesten Coup des iranischen Wunderministeriums, daß man dort offenbar glaubt, ein Fluggerät, das technisch im großen und ganzen vermutlich irgendwo zwischen der RFB X-113/114 und der Lake LA-4 anzusiedeln ist, deren Wurzeln immerhin mehr als ein halbes Jahrhundert zurückliegen, der Öffentlichkeit noch als HighTech-Wunder verkaufen zu können.

Obwohl, daß ein Wasserfahrzeug mit obenliegendem, unverkleideten Kolbenmotor und den für den Bodeneffekt notwendigen stark gerundeten Tragflächen STEALTH-Fähigkeiten hat, dürfte wohl tatsächlich an ein Wunder grenzen. Aber ob davon wirklich bereits drei Staffeln im Einsatz sind, wage ich bis zu einer glaubwürdigen Widerlegung erst mal zu bezweifeln. Denn dafür sieht der hier gezeigte Gänsemarsch ein bißchen zu perfekt nach übereinandergelegten Serienbildern aus.

Aber nicht traurig sein, liebe Mullahs. Die Fähigkeit, mit den auch im Jahre 2010 immer noch nicht sonderlich benutzerfreundlichen Bedienungskonzepten komplexer Software wie Photoshop umzugehen, ist zugegeben ja auch schon wieder irgendwie bewunderswert.


Es gibt ja eine Menge Gründe, der Industrie Vorwürfe zu machen, wenn sie mit einem Terrorregime Handel treibt, aber wenn es ein Argument FÜR die Lieferung von HighTech-Gütern an die Mullahs gibt, dann das hier:

Mahmoud Alyaee, secretary-general of Iran’s industrial computer servers, including its nuclear facilities control systems, confirmed Saturday, Sept. 25, that30,000 computers belonging to classified industrial units had been infected and disabled bythemalicious Stuxnet virus.

[…] The Iranian official said Stuxnet had been designed to strike the industrial control systems in Iran manufactured by the German Siemens and transfer classified data abroad.


Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Ausrüstung: US-Rüstungskonzerne haben einen 60-Milliarden-Dollar-Deal mit Saudi-Arabien eingefädelt. Es wäre einer der größten Waffenverkäufe der US-Geschichte – er könnte die Machtstruktur im Nahen Osten beeinflussen.

So ändern sich die Zeiten. Liefen früher schon weit kleinere Rüstungsgeschäfte immer über den Schreibtisch des Weißen Hauses und wurden nicht nur von Michael Moore als endgültiger Beweis für die persönliche Verstrickung von George W. Bush in die Ränkespiele von Ölindustrie und saudischem Königshaus gesehen, werden heute selbst gigantische Megadeals, die „die Machtstruktur im Nahen Osten beeinflussen“ können, von der Rüstungsindustrie am Präsidenten vorbei eingefädelt, ohne daß der das geringste davon mitkriegt, geschweige denn ein Mitspracherecht hätte.

Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, daß der SPIEGEL einen ganzen Artikel zum Thema schreiben kann, ohne daß einmal das Wort „Obama“ fällt. Aber der macht nach Ansicht seiner Fans ja einen tollen Job, weil wer keine Ahnung hat, sich wenigstens die Finger nicht schmutzig machen kann. Und selbst wenn, dann ist das alles bloß ein Zeichen der Versöhnung mit dem Islam, der ja bekanntlich nicht durch seine Gläubigen repräsentiert wird, sondern durch diejenigen, die diese von Zeit zu Zeit ein wenig auspeitschen bzw. ihnen die Hände abhacken.

Da bleibt uns wohl nichts übrig, als alle Hoffnung auf Karsten Voigt zu setzen. Der fand damals schon bei einem Volumen von 20 Mrd. Dollar deutliche Worte („Ich sehe keinen Sinn, warum man die Golfstaaten und Saudi-Arabien mit mehr Waffen ausrüsten sollte“ […] „Die Region leidet nicht an einem Mangel an Waffen, sondern an einem Mangel an Stabilität.“) und wird sich jetzt über Bushs Nachfolger sicherlich um so mehr aufregen. Nur einen „Widerspruch zwischen der früheren Freiheitsrhetorik und der jetzigen Praxis“ der US-Regierung, den wird Voigt tatsächlich nicht mehr monieren müssen. Denn Obama bekennt sich klar dazu, die Freiheit nicht mal rhetorisch zu verteidigen. Und das ist ja ganz im Sinne der SPD.


Um Israel mit der Aussicht auf einen nuklear bewaffneten Iran zu versöhnen, liegen mal wieder ein paar Ideen auf dem Tisch, die zur Abwechslung zwar grundsätzlich bedenkenswert, allerdings im speziellen Fall der durchgeknallten Armageddon-Jünger, die seit mehr als dreißig Jahren im Großraum Teheran ungestört ihr Unwesen treiben, kaum zielführend sind. Zumindest hat der Autor dieser Vorschläge, ein ob seiner Einschätzungen einschlägig bekannter ehemaliger CIA-Bediensteter namens Bruce Riedel, das Hauptproblem des Umgangs mit Gestalten vom Schlage eines Achmadinedschad auch nach Jahren offenbar immer noch nicht ansatzweise erfaßt, was natürlich daran liegen kann, daß die Schurken, die sich die CIA von Zeit zu Zeit zu kaufen pflegt, anders als fundamentalistische Apokalyptiker irdischen Genüssen wie dem nackten Überleben durchaus zugänglich sind:

1. The US must spread a nuclear umbrella over Israel that would entail the installation of American nuclear depots in Israel to show Tehran that a nuclear attack on the Jewish state would meet with a US nuclear response.

Schöner Plan. Er funktioniert nur nicht, wenn der Gegner einen nuklearen Gegenschlag gar nicht als das Ende seiner Macht sieht, sondern im Gegenteil als Beginn einer besseren Welt unter der väterlichen Führung des in einem eindrucksvollen Atomblitz heranrauschenden Mahdi. Und darauf zu bauen, daß das alles nur Geschwätz ist, wäre selbst für einen casinogestählten Geheimagenten verdammt hoch gepokert. Denn schon bei einer nur 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit, daß die Anhänger dieses irrwitzigen Doomsday-Kultes das ernst meinen – und wohl kaum jemand würde Haus und Hof darauf verwetten, daß die Chance auch nur unter 50% liegt – wären die Aussichten, seinen Fehler noch bereuen zu können, geringer als beim russischen Roulette, was eigentlich selbst unseren Aushilfs-James-Bond davor zurückschrecken lassen sollte, sich den Atomrevolver an die Schläfe zu halten.

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Es ist mal wieder so weit: Die Alliierten stehen vor der Tür, die Lage ist, falls es tatsächlich knallen sollte, militärisch noch hoffnungsloser als sie ernst ist, und selbst bei Obama weiß man momentan nicht ganz genau, ob er den Not-Aus-Knopf für das iranische Atomwaffenprogramm am Ende nicht doch noch drückt, und sei es nur weil er sich versehentlich an der falschen Stelle abstützt.

Da bleibt dann also wieder nur noch eine letzte Hoffnung – die Wunderwaffen. Neben diversen Sensationen wie – man höre und staune – echten Torpedobooten (!) haben die Mullahs jetzt also auch eine Drohne im Programm, was zugegeben nicht ganz unschlüssig ist, da man auf diese Weise wenigstens nicht gleich auch noch einen Piloten verliert.

Ob nun der hier vorgestellte „Botschafter des Todes“ selbst dann, wenn er nicht abgeschossen werden sollte, am Ende wirklich in der Lage ist, neben seiner „Botschaft des Friedens und der Freundschaft“ auch die gezeigten Bomben nicht nur über die notwendige Entfernung zu transportieren, sondern auch ein Ziel damit zu treffen und anschließend sogar wieder zurückzukehren (sonst wäre es schließlich keine Drohne, sondern nur eine Lenkwaffe), warten wir mal ab. Angesichts der Daten vergleichbarer Systeme aus weit höher entwickelten Ländern ist da zumindest eine gewisse Skepsis angebracht.

Zudem hat der iranische V-1-Verschnitt sein offiziell erklärtes Ziel bereits jetzt verfehlt. Denn dieses lautet ja „to ‚keep the enemy paralyzed in its bases'“. Bisher jedoch ist noch kein amerikanischer Flugzeugträger deswegen in seinen Heimathafen zurückgekehrt, und auch von einem allgemeinen Flugverbot bei der israelischen Luftwaffe ist bisher zumindest offiziell nichts bekannt.

So stehen die Amerikaner denn auch nicht angstschlotternd vor den fast schon rührenden Versuchen der iranischen Rüstungsindustrie, Dinge herzustellen, die wenigstens so ähnlich aussehen wie HighTech-Waffen, sondern weisen darauf hin, worum es hier wirklich geht: Iranische Atomwaffen wären tatsächlich eine ernste Bedrohung des Westens, die konventionelle Kraftmeierei eines Dritte-Welt-Regimes ist es jedoch definitiv nicht.

Aber letztlich dient das demonstrative Polieren des eigenen Säbels vor den laufenden Fernsehkameras ja ohnehin nicht der militärischen Abschreckung potentiell feindseliger Regierungen, die ziemlich genau wissen, was die iranischen Streitkräfte können und was nicht, sondern der Einschüchterung von deren uninformierten Wählern, damit diese ob Achmadinedschads schillernder Wehr die eigenen Politiker davon abhalten mögen, dem Mullahspuk das längst überfällige Ende zu bereiten.

Und das ist gar nicht mal so dumm gedacht, denn spätestens seit der kampflosen Einnahme der Tschechoslowakei durch Nazideutschland wissen wir, daß ohne den politischen Willen sie einzusetzen auch die stärkste Armee ziemlich nutzlos ist. Was mal wieder zeigt, daß das, was einer Diktatur in der Regel an militärischen und technologischen Fähigkeiten fehlt, sie durch die politische Unfähigkeit ihrer demokratischen Kontrahenten oft mehr als wettmachen kann.

Es wird Zeit, das zu ändern.


Nachdem der SPIEGEL erst kürzlich die Sensation enthüllte, daß Soldaten mitunter Menschen töten, kommt jetzt der nächste von WikiLeaks ans Tageslicht gezerrte Skandal über die dunkle Seite des noch dunkleren Imperiums:
Die Geheim-Memos offenbaren die Kehrseite jener Waffe, die US-Militärs und auch der Präsident als Allheilmittel preisen. […] Die unbemannten Killer können mehr als 20 Stunden in der Luft verharren, und dann blitzschnell töten. Aber sie sind nicht immer zuverlässig: Nach offiziellen Angaben sind bisher 38 Predator- und Reaper-Drohnen im Kampfeinsatz in Afghanistan und im Irak abgestürzt, neun weitere bei Testflügen auf Militärbasen in den USA. Jeder Crash kostet zwischen 3,7 und 5 Millionen Dollar.

[…] Den US-Militärs machen nicht allein die Kosten der Abstürze Sorgen. Gerade die kleineren Aufklärungsdrohnen sind vollgepackt mit komplexer Computertechnik – die dem Feind partout nicht in die Hände fallen sollte. Sowohl Reaper als auch Predator verfügen über eine sogenannte Zero-out-Funktion, mit denen sich alle Daten per Fernsteuerung löschen lassen. Doch die versagt bisweilen. Aus Angst, dem Feind könnten wertvolle Informationen in die Hände fallen, wird so jeder Drohnenabsturz zur aufwendigen und gefährlichen Bergungsaktion.
Klar, ein Drohnenabsturz ist natürlich viel teurer und problematischer als der eines Jagdbombers. Der kostet schließlich nur das zwanzigfache, und abgeschossene Piloten waren den USA schon immer egal (weswegen sich die USA die größte CSAR-Hubschrauberflotte der Geschichte bekanntlich ja auch nur zum Zweck der Verschwendung von Steuergeldern zugelegt haben). Ist der Pilot weg, braucht er hinterher auch keine Pensionen. Und die Angehörigen oder die amerikanische Öffentlichkeit interessiert ein Landsmann in der Hand sadistischer Barbaren naturgemäß sowieso weit weniger als der Blue Screen of Death am Bildschirm des Nachschichtoperators in der Drohnenleitzentrale.

Zudem ist in einem Düsenjäger nix drin, was der Taliban gebrauchen oder wenigstens an Russen und Chinesen weiterverticken könnte. Kampfjets sind zwar größer als Drohnen, aber im Gegensatz zu ihnen innendrin mehr oder weniger hohl (das höhere Gewicht ist nur eine vom Bleiballast hervorgerufene Täuschung, weil Rüstungsgüter traditionell nach Gewicht bezahlt werden). Das ist ja auch der Grund, warum die Konstruktionspläne älterer US-Kampfflugzeuge (und die haben inzwischen fast alle mehr als 30 Jahre auf dem Buckel) immer von den Geheimhaltungsvorschriften befreit und inkl. aller Nachrüstungen vom DoD als Open Source ins Internet gestellt werden.

So wissen wir dank dem SPIEGEL mal wieder alle ein bißchen mehr. Und das schon vor dem Montag!