Category: Humor


Fars attacks!


Ok, das war’s dann wohl. Die Mullahs haben gewonnen. Jeder weitere militärische Widerstand gegen die berechtigten Ansprüche Teherans auf die Vorherrschaft in der Region ist sinnlos. Die USA sollten die Niederlage einsehen und ihre Truppen aus der Nähe des Persischen Golfs abziehen, bevor es zu spät ist und sie von den weit überlegenen Endzeitkriegern des 12. Imam hinweggefegt werden.

Nachdem die USA bereits letztes Jahres militärisch ins Hintertreffen geraten waren, als der Iran Drohnen präsentierte, die jede Luftabwehr überwinden können, und kurz darauf Flugboote vorstellte, die die einstmals so stolzen Flugzeugträger der US Navy zu wertlosem Altmetall degradieren, versetzte der Erfindungsgeist iranischer Ingenieure den imperialistischen Ambitionen Amerikas jetzt endgültig den Todesstoß.

Von nun steht nicht mehr bloß der gesamte Planet hinter Achmadinedschad Plan Nr. 9, sondern gleich das ganze Universum. Dank einer Technologie, die selbst Darth Vaders Todesstern und die Nazi-Mondbasis Adolpha 1 rückständig erscheinen lässt, haben die Gegner einer Konfrontation mit dem Teheraner Regime jetzt ihre wohl besten Argumente gegen etwaige militärische Abenteuer.

Und es stimmt, heute ist Samstag, der 26. März. Bis nächsten Freitag ist noch fast eine Woche Zeit.

(Hat tip: S1IG)

Der Bonker rockt


Er ist und bleibt eben DER Revolutionsführer schlechthin. Liefert sogar den Soundtrack zu jener Revolution, die ihn selbst stürzen soll. Mal ehrlich: Wer ausser DJ Muammar könnte das?


Irgendwie war es ja zu erwarten. Nachdem all jene, die sich jahrelang für die Kooperation mit den diversen nahöstlichen Potentaten oder wenigstens für deren Schutz vor unzulässigen imperialistischen Forderungen nach Demokratisierung eingesetzt haben, seit Anfang des Jahres Tag für Tag medial die Hucke voll kriegen, weil nicht nur der Mensch im allgemeinen, sondern auch der Araber im besonderen zur neokonservativen Sicht der Dinge weit kompatibler ist als zu ihrem eigenen menschenverachtenden Kulturrelativismus, musste sich diese wochenlange Demütigung durch die bittere Realität des menschlichen Freiheitsdrangs und die damit verbundene Zerstörung liebgewonnener Gewissheiten über kurz oder lang ein Ventil suchen. Frustration führt ja bekanntlich zu Aggression, also musste ein Sündenbock her. Und wer wäre da besser geeignet als Muammar al-Gaddafi, der hat damit schließlich Erfahrung.

Nicht dass der jetzt ein Unschuldslamm wäre, im Gegenteil, sein Sturz ist ja nicht erst seit zwei Wochen überfällig. Aber diejenigen, die sich jetzt am lautesten über ihn empören, wären zweifellos die letzten gewesen, die Beifall geklatscht hätten, wenn Ronald Reagan nach dem Luftangriff im April 1986 seinem Spitznamen „Rambo“ Ehre gemacht und den Job zu Ende gebracht hätte, indem er anschließend die Marines schickt, um in den Trümmern nachzuschauen, ob sich Gaddafi nicht doch noch lebend aus irgendeinem Erdloch ziehen lässt. Genausowenig hätten sie es zu goutieren gewusst, wenn der texanische Cowboy Bush sich neben Gaddafis Atomwaffen auch gleich noch dessen Kopf geholt hätte. Daher wirkt die derzeit im Falle Libyens von Gutmenschen wie Realpolitikern an den Tag gelegte Abscheu selbst im Vergleich mit der schon abstoßenden Heucheleiwelle der letzten Monate noch mal ganz besonders widerlich. Ronnie war ja noch ein würdiger Gegner, aber manche „Feinde“ hat selbst Gaddafi nicht verdient.

Nehmen wir z.B. die Grünen. Da reibt sich Claudia Roth die braunen Augen und bemerkt nach gerade mal etwas über 40 Jahren, dass Diktatoren doch tatsächlich Krieg gegen die eigene Bevölkerung führen. Dumm nur, dass ihr eigenes Fußvolk Gaddafis Herrschaft traditionell nicht nur verharmlost, sondern die Errungenschaften der libyschen Revolution auch schon mal begrüßt. So traf man früher immer wieder auf grün-alternativ angehauchte Zeitgenossen, die Gaddafi gar nicht mal primär wegen der Farbe seines Buches zuneigten, sondern weil von A wie Alphabetisierung und Autobahn über K wie Kinderkrippe und Krankenversicherung bis Z wie Zusammenhalt und Zentrale Wirtschaftsplanung diese Klientel offenbar immer irgendwas positives findet, solange sich ein Regime nur antiwestlich genug gibt. Was zugegeben nicht wirklich zu überraschen vermag, konnte man als Grüner ja auch den chinesischen GULag-Kommunismus als demokratisch bezeichnen, ohne von Claudia Roth nachträglich exkommuniziert zu werden. Und wenn sogar die eigene Parteiprominenz nach Tripolis pilgern darf, kann man deren Wählern schlecht verwehren, wenigstens davon zu träumen.

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Realpolitik ist…


Zugegeben, in letzter Zeit ist es wieder besonders verlockend, hochmütig auf die Anhänger der Realpolitik herabzuschauen, weil die sich jahrelang bereitwillig noch der finstersten Gestalten bedient haben, solange diese nur im richtigen Team spielten. Doch man sollte dabei so ehrlich sein zuzugeben, dass man auch als Moralapostel mitunter Kompromisse macht und sich eines Bösewichts bedient, weil der gerade so praktisch ist, um seine Ziele zu erreichen, ohne selbst zu fragwürdigen Methoden greifen zu müssen. Der Krieg lässt eben nicht gerade die besten Eigenschaften des Menschen zutage treten, und das gilt natürlich auch für den auf den Straßen.

Denn wer kennt das nicht: Die Autobahn ist halbwegs frei, das Wetter akzeptabel, die Geschwindigkeitsbegrenzung endet in wenigen Metern, und man könnte das Elefantenrennen der nervigen Brummikolonne nach schier endlos scheinenden Minuten hinter sich lassen und sich vielleicht nicht rasant, aber doch angemessen zügig fortbewegen, und dann wird da nix draus, weil Pappnasens mal wieder Familienausflug haben und bei Tempo 110 gemütlich die linke Spur entlangcruisen, um sich von Tante Erna in aller Ruhe die Schönheiten der Lüneburger Heide erklären zu lassen, was auch dadurch nicht leichter wird, dass deren Zahl eher überschaubar ist.

Nun könnte man natürlich den unsympathischen Verkehrsrowdy geben und mit gesetztem Blinker und Dauerlichthupe bei dem rollenden Verkehrshindernis an der hinteren Stoßstange andocken, bis Papa Pappnase sich aus purer Angst ums nackte Überleben dazu herablässt, seine Blockade wenigstens vorübergehend auf die mittlere Spur beschränken. Aber wozu sich selbst die Hände schmutzig machen? Denn im Rückspiegel deutet sich mit einem kurzem Lichtblitz am Horizont bereits die Lösung des Problems an, und das ist genau der Moment, in dem auch der glühendste NeoCon seine hehren Prinzipien vergisst und den Obama in sich entdeckt.

Also fährt man kurz zur Seite und wartet einfach die wenigen Sekunden ab, bis aus dem entfernten Aufflackern eine mit gefühlter Lichtgeschwindigkeit heranrauschende Batterie aus Xenon- und LED-Flakscheinwerfern in allen Farben und Formen geworden ist, deren Kampfpilot automobile Drecksarbeit in den meisten Fällen schnell und zuverlässig erledigt und die Fahrbahn weit schneller freiräumt als ein Bushhasser „Friedensnobelpreis“ sagen kann, weil letztlich selbst abgebrühte BMW-Fahrer kurz vor dem ungebremstem Einschlag unseres Ingolstädter Jungdynamikers lieber das Steuer nach rechts reißen als posthum recht behalten zu haben.

Und wenn die Straße dank dessen technischen Vorsprung auch zivilisierten Zeitgenossen wieder zugänglich ist, fährt man einfach gemütlich zurück nach links, schaut aus den Augenwinkeln mitleidig auf die schlingernden und sich überschlagenden Kollateralschäden des vor uns bereits wieder kleiner werdenden Testosteronbombers, und freut sich selbstgefällig, dass man durchaus vorwärts kommen kann, auch ohne sich selber danebenzubenehmen. Das ist natürlich im Prinzip nur dieselbe Selbsttäuschung, der auch die Anhänger der Realpolitik unterliegen, aber dank unseres Asphalt-Mubaraks haben wir etwas wichtiges für’s Leben gelernt:

Realpolitik ist, wenn man den Vierringel vorbei lässt.

Wunschzettel, oben links


Falls jemand noch nicht weiß, was er mir zu Weihnachten schenken soll, nun, ich hätte da eine Idee

Sex & Drugs & Sarrazin


Was für ein Titel! Wenn der keinen Traffic bringt, weiß ich auch nicht. Nein, Spaß beiseite, die Sache ist viel zu ernst, deshalb einen Witz, den ein Kollege letztens zum besten gab:

Woran erkennt man eine türkische Domina? Am Lederkopftuch.

Und mit diesem grenzwertigen Scherz (grenzwertig deshalb, weil ich allen Klischees zum Trotz trotzdem laut lachen mußte) wären wir auch schon mitten beim Thema, (nein, nicht Sex), sondern der Integrationsdebatte, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so klingen mag. Denn die Frage ist doch folgende:

Sollte der Staat SadoMaso-Spielchen erlauben? Also so richtig mit Peitschen, Ketten und das volle Programm? Hat der Bürger überhaupt das Recht, freiwillig Dinge zu ertragen, die Andersdenkende gemeinhin nur unter dem Begriff „Folter“ kennen und die zweifellos weit unangenehmer sind als nur die falsche Wahl der Kopfbedeckung oder ein Aufenthalt im Club Gitmo?

Oder sollte der Staat derartigen Praktiken grundsätzlich einen Riegel vorschieben, weil es ja weit häufiger vorkommt, daß Menschen gegen ihren Willen gequält werden als freiwillig, und der Staat offenkundig nicht in der Lage ist, derartige Mißstände, deren Bekämpfung immerhin seine primäre Existenzberechtigung darstellen, halbwegs zuverlässig zu unterbinden.

Die Antwort ist letztlich einfach: Wenn das Verwerfliche daran die Tatsache ist, daß jemandem Schmerz zugefügt wird, müssen S/M-Ferkeleien natürlich verboten werden. Wenn das Schlimme daran hingegen ist, daß jemandem etwas gegen seinen Willen aufgewungen wird, gibt es für einen Verbot keinen Grund, sondern nur dafür, die Freiwilligkeit endlich sicherzustellen.

Ähnlich verhält es sich mit Alkohol. Er macht die Menschen oft aggressiv und Millionen von Frauen – wohlgemerkt auch und gerade ohne Migrationshintergrund – haben unter den Folgen zu leiden. Trotzdem käme niemand auf die Idee, wegen des nachgewiesenen Zusammenhangs zwischen Gewalt und Alkohol den Genuß von letzterem zu verbieten, um erstere einzudämmen.

Und aus genau diesem Grund sollten wir der Türkin ihr Kopftuch selbst dann lassen, wenn es nicht aus Leder ist, und dem Christen sein Bierchen, solange er dann nicht wild um sich schlägt. Und wenn ich nicht aus persönlichen Gründen was gegen Drogen hätte, würde ich genau jetzt einen dicken fetten Joint rauchen. Nur so aus Trotz. Aber eben freiwillig.

The One about the UN


h/t Martin Blumentritt via Facebook
source no laughing matter


Da bleibt nur eine Frage: Wo ist Lieutenant Drebin?

Was ist nur mit den Deutschen los?


Nach Jahren, ach, was sage ich, Jahrzehnten des Rumpelfussballs, in denen sich die deutsche Elf durch den Kampf zum Sieg quälte (und den Zuschauer, der von leichtfüßigen Lateinamerikanern, spritzigen Südeuropäern oder spielfreudigen Afrikanern träumte, gleich mit), liefern sie plötzlich einen mitreißenden Angriffsfußball ab, der geradezu geniale Spielzüge mit endlich auch einmal balltechnischer Brillianz kombiniert, und sogar einem Dauernörgler am deutschen Fußball wie mir ein anerkennendes Staunen abnötigt.

Dagegen stand gestern eine Mannschaft, die seit Beginn der WM im wesentlichen von der vergeblichen Hoffnung lebt, daß dieser selbst eher an deutsche Verteidiger der 80er-Jahre erinnernde Brecher namens Rooney (irgendein respektloser Witzbold hat diesen Grobmotoriker tatsächlich mit einem Genie wie Messi verglichen) auch mal ein Tor schießt, von vorneherein auf verlorenem Posten, und zwar auch ohne, daß der ohnehin bereits nicht besonders gut geratene Schiedsrichterjahrgang 2010 vorher noch im Ergebnis drin rumpfuscht.

Denn machen wir uns nichts vor: Auch mit dem zu Unrecht nicht gegebenen 2:2 (sagen wir, wir lassen diese leidige Geschichte mit Wembley ab jetzt einfach ruhen und sind endlich quitt) wäre nicht plötzlich eine Schar Engel vom Himmel herabgestiegen und hätte die gewohnt einfallslos und behäbig wirkenden Kicker ihrer Majestät in vor Ideen nur so sprühende begnadete Fußballkünstler verwandelt. Auch ein Gegentor mehr hätte weder an der klaren taktischen wie spielerischen Überlegenheit von Jogis Mannen noch an der Buchung der Heimflugtickets irgendwas geändert.

Und seien wir mal ehrlich: Es trifft ja keinen Unschuldigen. Der britische „Kick and Rush“ ist zusammen mit dem Catenaccio italienischer Prägung schließlich das einzige, was über all die Jahre noch unansehnlicher war als die Darbietungen traditioneller teutonischer Ballmißhandlung, auch wenn das für Leute, die es schon als Ausdruck spielerischer Finesse betrachten, den Ball nicht einfach nach vorne zu dreschen, sondern gezielt in die Flügel zu spielen, damit von da dann eine Flanke den Kopf des Stürmers trifft, zugegeben nicht einfach nachzuvollziehen ist. Wenn ich schwitzenden Kraftsportlern bei ihrem Kräftemessen zuschauen will, dann sehe ich mir einen alten Sandalenfilm an, im Fußball aber erwarte ich schon ein etwas filigraneres Auftreten als bei den Hammerwerfern.

Macht aber nix, liebe Engländer, Kopf hoch und Unterlippe steif, denn wichtig ist unterm Strich doch nur, daß Ihr, wenn es wirklich darauf ankam, die entscheidenden Pokale – das Viertelfinale des Seelöwen-Cups im Jahre 1940, das Halbfinale bei der Wüstenmeisterschaft von El Alamain zwei Jahre später, und dann das 1944 in der Normandie ausgespielte Endspiel um die „Festung Europa“ – immer souverän geholt habt. Auch wenn Ihr auf dem Rasen jetzt verdient den kürzeren gezogen habt, die „ten German bombers“ bleiben trotzdem ein so zeitloser wie lustiger Megahit, und die Spitfire war sowieso schon immer viel hübscher als die Me-109.

Wir gewinnen halt die Fußballspiele, Ihr dafür die Weltkriege, damit sollten eigentlich beide Seiten leben können. Denn letztlich ist das ja auch eine durchaus sinnvolle Arbeitsteilung, von der alle profitieren: Die Welt, weil die Hunnen bei Ihren Eroberungszügen spätestens von Euch immer gestoppt werden, und die Zuschauer, weil der Höhepunkt des Weltfußballs mehr sein kann als ein häßliches 2:0, von dem eins dann ein noch häßlicherer Elfmeter ist. Solange die Krauts nur auf dem Fußball- und nicht auf dem Schlachtfeld gewinnen un das dann auch noch optisch ansprechend gestalten, ist jedenfalls alles im grünen Bereich.

Und jetzt drücken wir gemeinsam die Daumen, daß Ghana das Finale gegen Deutschland gewinnt. Dann sind wir alle ein bißchen Weltmeister: Ghana, weil es mehr Tore als Deutschland geschossen hat, Ihr, weil es immerhin mal Eure Kolonie war, und wir, weil wir ja auch ein bißchen zur Familie Boateng gehören.