Category: Computer



Warum in die Luft sprengen, was man einfach umprogrammieren kann?

Malworm Stuxnet Proved More Destructive than a Conventional Attack

Denn anders als im Westen bisher groß thematisiert hat Stuxnet sich nicht nur des iranischen Atomprogramms angenommen, sondern offenbar weit größeren Appetit gezeigt:

1. The attack has focused on Iran’s nuclear and military resources – less on civilian infrastructure. The concealed projects of Iran’s nuclear weapons program have, in particular, been either partially damaged and would meet the conventional military definition of „temporarily out of action,“ or so immobilized as to require many months, perhaps more than a year, before they are restored to even partial operation.

2. Most of Iran’s key military facilities, including the nuclear laboratories in North Tehran, the atomic reactor in Bushehr, the uranium enrichment plants in Natanz and the thousands of centrifuges spinning there, are gravely disabled and working at minimal capacity.

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Es gibt ja eine Menge Gründe, der Industrie Vorwürfe zu machen, wenn sie mit einem Terrorregime Handel treibt, aber wenn es ein Argument FÜR die Lieferung von HighTech-Gütern an die Mullahs gibt, dann das hier:

Mahmoud Alyaee, secretary-general of Iran’s industrial computer servers, including its nuclear facilities control systems, confirmed Saturday, Sept. 25, that30,000 computers belonging to classified industrial units had been infected and disabled bythemalicious Stuxnet virus.

[…] The Iranian official said Stuxnet had been designed to strike the industrial control systems in Iran manufactured by the German Siemens and transfer classified data abroad.


Da läßt sich jemand feiern, weil er unerlaubt Daten veröffentlicht. Das ist zwar eigentlich nicht nett, aber erstens gilt Datenschutz nicht für jeden, und zweitens veröffentlicht er ohnehin nicht alles. Es reicht schließlich seit Jahren völlig, wenn man westliche Demokratien anprangert, um in jenen erlauchten Kreis der Aktivisten mit Rebellenstatus erhoben zu werden, in welchem sich illustre Namen wie beispielsweise „amnesty international“ und „attac“ bereits befinden. Und für ein wohlwollendes SPIEGEL-Interview reicht das völlig:

Es gibt ein allgemeines Gefühl, dass es besser wäre, den Krieg zu beenden.

Stimmt, die Taliban hätten das sicher gerne. Dann können sie endlich wieder ohne Gegenwehr weitermassakrieren. Und die Abwesenheit von militärischem Widerstand ist ja bereits Frieden. Weswegen Friedhöfe auch so heißen.

Diese Dateien allein werden das nicht schaffen, aber sie werden den politischen Willen beeinflussen.

Ok, vielleicht nicht gerade den der Taliban, aber die haben eh kein Internet. Sonst würden sie auf große Denker wie Assange sicher hören.

[…] Echte Reformen kann es nur geben, wenn ungerechte Handlungen entlarvt werden.

Man erinnere sich nur an damals, als WikiLeaks die Barbarei der Taliban gegenüber der afghanischen Bevölkerung in die Öffentlichkeit gezerrt hat und Mullah Omar von schlechtem Gewissen getrieben den Rücktritt seines Regimes bekanntgab. Danach herrschte in Afghanistan dann ja bekanntlich das Paradies auf Erden, bis die bösen Amerikaner kamen und die Idylle zerstörten.

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Singapur oder Palermo?


Manchmal steckt in einem kleinen Artikel über technische Details in der Computerindustrie mehr politische Brisanz als in allem, was die im Tagesgeschäft versinkenden Hampelmänner und -frauen in Berlin vorzuweisen haben:

Bei Apple entscheidet halt ein einzelner starker Mann, während es die vielstimmige PC-Branche wieder einmal nicht schafft, einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu beschreiten – keiner wagt den ersten Schritt.

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Das mußte mal gesagt werden. Technorati wollte das so. Also am besten einfach ignorieren.


Pentagon erwägt Militärschlag bei Cyber-Attacke

Man stelle sich einmal nur spaßeshalber vor, diese – angesichts der zentralen Bedeutung der militärischen IT-Infrastruktur für die nationale Sicherheit der USA im übrigen durchaus nachvollziehbare – Reaktion wäre in der Ära Bush angekündigt worden. Die Empörungskurve wäre raketengleich ins unermeßliche geschnellt. Aber jetzt ist ja ein Friedensfürst in Amt und Würden, da kann man es bei einer eher allgemein gehaltenen Kurzkritik belassen.

Die Schlagzeile „Obama erklärt sich zum Herrscher des Cyberspace“ klänge ja auch nicht nur ziemlich häßlich, sie hätte so kurz nach seiner – vom SPIEGEL erstaunlich gut versteckten – Tirade gegen die Versuchungen der Unterhaltungselektronik und die Gefahren kritischer Berichterstattung auch ein gewisses „Geschmäckle“, also beläßt man es bei einem so anonymen wie bewährten Feind, dem Pentagon und erspart dem Leser die Erwähnung von dessen Oberbefehlhaber.

Auf diese Weise vermeidet man auch die Assoziation zur – da dann wieder unter ausdrücklicher Hervorhebung von Obamas Namen vorgestellten – neuen Nuklearstrategie der USA. Denn einen Angriff mit chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen nicht härter zu bestrafen als möglicherweise auch eine Hackerattacke sollte selbst unter Obamas Hardcore-Fans für Kopfschütteln sorgen. Zumindest sofern sie was zum Schütteln haben.

Wahrheitsminister im Weißen Haus


Der US-Präsident Obama hat vor der Benutzung des iPad und anderer Elektronik-Geräte gewarnt. Durch iPods, iPads, Xboxen und Playstations „werden Informationen zu einer Ablenkung, einem Spaß, einer Form der Unterhaltung, statt zu einem Werkzeug der Emanzipation und Selbstentwicklung“, sagte Barack Obama am Sonntag bei einer Rede vor Studenten der Hampton-Universität im US-Bundesstaat Virginia.

Soll heißen, Informationen, deren Lektüre Spaß macht, weil sie unterhaltsam dargebracht werden, sind politisch nicht korrekt. Wer hätte gedacht, daß ausgerechnet ein US-Präsident, der selbst mit Hilfe einer Internetkampagne an die Macht gekommen ist, einmal eine Technik-, Fortschritts- und Vergnügungsfeindlichkeit an den Tag legen würde, die wie eine skurrile Symbiose aus der Verklemmtheit der Adenauer-Ära mit der Humorlosigkeit der Betroffenheitslinken der 80er-Jahre daherkommt. Nur daß wir bereits das Jahr 2010 schreiben.

[…] Obwohl er selbst kaum ohne seinen Blackberry auskommt, sieht der Präsident große Gefahren in einer dauervernetzten Lebensweise, bei der wir „rund um die Uhr mit allen möglichen Inhalten und Argumenten bombardiert werden, die längst nicht alle wahr sind“.

Starker Tobak! Bei aller Kritik an Obama als außenpolitischem Totalausfall hätte man nicht erwartet, daß es sich bei ihm tatsächlich um einen verbohrten Ideologen handelt, der nicht begreift, daß Freiheit und Demokratie ganz wesentlich davon leben, auch umstrittene und sogar falsche Inhalte verbreiten zu dürfen. Dieser peinliche Auftritt bestätigt jedoch sogar jene Vorurteile, die man noch gar nicht hatte. Gruselig. Und alleine, weil unser wiedergeborener Medienskeptiker es nicht mag, ein Grund den Kauf des iPads dann doch vorzuziehen.

Hugo leuchtet blau


Soviel zur Freiheit in Venezuela. […] Der Import oder Verkauf von „Killerspielen“ wird von nun an mit 3 bis 5 Jahren Gefängnis bestraft. Chavez selbst nannte bereits alle Spiele, „in denen man Städte bombardiert“ Teil einer „kapitalistischen Strategie, Gewalt zu säen und dann Waffen zu verkaufen.“

„Diese Spiele, die PlayStation genannt werden, sind Gift. Einige Spiele bringen dir bei, zu töten. Sie haben mal mein Gesicht in ein Spiel gesetzt. ‚Du musst Chavez finden und ihn töten.‘, hieß es dabei.“

Hm, demnach hat Chavez früher wohl selbst zu viel Killerspiele mit Uribe-Mod gespielt, bei denen er die Pixelmonster vorher mit dem Konterfei seines kolumbianischen Amtskollegen versehen hat. Aber vielleicht liegt genau da eine mögliche Kompromißlinie: Man fügt dem Gesetz einfach eine Ergänzung hinzu, nachdem Spiele, bei denen man in die Rolle des unlaublichen Hugolino schlüpft (alternativ sind auch Duke Putin, Machmud McClane, Super-Kim oder der Fidelator zulässig) und solange man darin ausschließlich auf legitime Ziele (also beispielsweise Präsidenten der Gringos, jüdische Affen und Schweine oder ausbeuterische Unternehmer) schießen kann, von dem Verbot ausgenommen werden. Dann wird das Bedürfnis nach Ballerspielen wenigstens pädagogisch wertvoll umgesetzt.

iNfach iNmalig!


Auch wenn ich persönlich das iPhone ja für die genialste Erfindung seit Einführung des Personal Computers halte (oder war es seit dem Rad?) und bereits fleißig am Sparen für das iPad bin (obwohl ich mir andererseits nie einen Mac kaufen würde!), aber wenn ein Gag gut ist, darf er auch gerne mal mit meiner Meinung kollidieren. Und wo die iBap schon lustig war, das i von schlichter Schönheit und der iMer inzwischen eine regelrechte Legende ist (auch wenn es sich bei den diversen eiPotts, wie schon am Namen erkennbar, natürlich um plumpe Fälschungen handelt!), sind iBoard und iMat letztlich die absoluten Brüller. Wobei, so ein iBoard an der Wand wäre doch eigentlich hübsch…