Category: Nordamerika



Schluss mit US-Interventionen in fremden Ländern! Die Amis sollen aufhören sich überall einzumischen. Wie kann Amerika mit seiner maroden Infrastruktur die Welt belehren? Der Westen ist auch nicht besser. Die NATO muss weg! Konfrontation mit Russland führt direkt in den III. Weltkrieg. Wir brauchen eine multipolare Welt. Andere Großmächte sollten mehr Mitspracherecht haben. Faschistische Diktatoren sind Verbündete im Kampf gegen den Islamismus. Putin ist ein lupenreiner Demokrat. Nieder mit dem Establishment! Alle unsere Politiker sind korrupt. Freihandel ist schlecht. Stoppt TTIP! Schützt die Arbeitsplätze in unserem Land! Wir brauchen ein staatliches Investitionsprogramm.

Seit teilweise mehr als 30 Jahren muss ich mir diesen reaktionären Dreck anhören. Immer und immer wieder. Und nicht nur von rechts, wo ich es ja nicht anders erwarten würde, sondern vor allem von links. Und wohlgemerkt nicht nur von irgendwelchen linksradikalen Irren, deren Parolen mit denen der NPD schon immer zu großen Teilen austauschbar waren, sondern von jenen Mainstreamlinken, die einst im AStA und auf Anti-Wasauchimmer-Demonstrationen den Marsch durch die Institutionen angetreten haben, und jetzt als Sozialdemokraten und Grüne, am besten noch unter dem Label linksliberal, in die Mitte der Gesellschaft eingesickert sind, wo sie all diese Parolen aus der rechtsradikalen Schmuddelecke geholt und unter dem Motto „Steter Tropfen höhlt das Hirn“ überhaupt erst salonfähig gemacht haben.

Und genau dieses Milieu (SPD-Obermotz Gabriel würde vermutlich sagen Pack), dem wir die Misere, in der sich die westlichen Gesellschaften heute befinden, zu nicht unwesentlichen Teilen mit verdanken, empören sich jetzt über einen US-Präsidenten, der in den meisten Bereichen genau jenen Unsinn vertritt, den sie all die Jahre selber lautstark gefordert haben? Nein, vergesst es. Netter Versuch, aber aus der Nummer kommt Ihr nicht mehr raus. Trump ist auch Euer Präsident, und ich nehme ihn jedem von Euch persönlich übel. Denn anders als die unterbelichteten Idioten, die auf seine völlig widersprüchlichen Parolen reingefallen sind, wart Ihr immerhin intelligent genug, um zu erkennen, was für ein Unsinn auf den Plakaten stand, hinter denen Ihr damals aus freien Stücken hergelaufen seid.

Deshalb, all Ihr Aluhutträger, Antiwestler, Appeaseniks, Assadsympathisanten, Diktatorenversteher, Friedensträumer, Globalisierungskritiker, Interventionsfeinde, Irakkriegsgegner, Kulturrelativisten, NATO-Hasser, Putingroupies, Terrorerklärer, TTIP-Paranoiker, Völkermordleugner, Wikileaks-Gläubige, hört auf zu jammern, das nimmt Euch eh keiner ab. Nach acht Jahren Obama und mindestens vier Jahren Trump erleben wir jetzt eine Welt ohne amerikanische Hegemonie, was Euch ja immer so unglaublich erstrebenswert schien. Ihr habt nur gekriegt, was ihr gefordert und damit auch verdient habt. Lernt daher gefälligst damit zu leben. Der Rest der Welt muss es auch. Und für uns ist es viel schwerer…

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Wenn am 9. November der nächste Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump heißen sollte, werden sich seine Wähler sicher freuen, es dem verhassten „Establishment“ gezeigt zu haben. Sie werden oft auch glauben, dass das, was Trump tun wird oder wenigstens angekündigt hat zu tun, für sie persönlich von Vorteil sein wird, und wer weiß, vielleicht wird das am Ende für einige von ihnen sogar tatsächlich zutreffen. Sie werden wie die meisten Menschen auf der ganzen Welt vor allem danach handeln, was sie für ihre eigenen Interessen halten, und vielleicht noch die ihrer Kinder berücksichtigen, mehr aber auch nicht.

Was sie hingegen wahrscheinlich um einiges weniger interessieren wird, ist, dass ihr Präsident in gewisser Weise nicht nur Ihnen gehört, sondern, ob ihnen das gefällt oder nicht, bis zur Schaffung einer global legitimierten Alternative de facto immer auch zugleich der kommissarische Weltpräsident sein wird. Denn seit 75, wenn nicht 100 Jahren sind es die USA, die trotz aller Fehler, die sie dabei machen, als „indispensable nation“ unterm Strich die bestehende Weltordnung garantieren, als Führungsmacht die freie Welt verteidigen und so wenigstens die Option auf eine bessere Zukunft der Menschheit aufrechterhalten.

Das kann den amerikanischen Wählern zugegeben natürlich erst mal egal sein. Das sollte es aber nicht, und zwar nicht zuletzt gerade auch in ihrem eigenen Interesse und vor allem dem ihrer Nachkommen. Denn die USA haben unter großen Opfern zwei Weltkriege geführt und im Kalten Krieg unter der nuklearen Bedrohung ihre bloße Existenz riskiert, um den freieren, liberaleren und demokratischeren Teil der Welt vor der Eroberung durch die großen Despotien Eurasiens zu schützen und deren Vereinigung zu einem dann eines Tages möglicherweise endgültig übermächtigen Feind zu verhindern.

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Erst stoppten Visa und Mastercard Zahlungen an WikiLeaks – jetzt veröffentlicht die Enthüllungsplattform Material über die Firmen. Einer Depesche zufolge drängten die Konzerne die US-Botschaft in Moskau, Lobbyarbeit gegen ein ungeliebtes Gesetz zu machen. Die Kreditkartenfirmen wollen sich dazu nicht äußern.

Einerseits kann man in gewisser Weise verstehen, wenn WikiLeaks sich jetzt gegen die Zahlungssperre von Visa und Mastercard wehrt (zumindest sofern man auch vorher Verständnis für die US-Regierung hatte, daß sie sich gegen den Geheimnisverrat durch WikiLeaks wehrt), andererseits erbringen die Datenklausöldner damit selber den Beweis für die Richtigkeit des Vorwurfs, dass es ihnen eben nicht darum geht, alle geheimen Informationen unabhängig vom Ansehen der Person und möglichen eigenen Präferenzen ans Tageslicht zu zerren, sondern dass sie eine spezielle Agenda haben, nach der die zugespielten Informationen ganz bewußt zur Veröffentlichung selektiert und bei Bedarf auch gerne für „besondere Aufgaben“ zurückgehalten werden.

Und zu glauben, dass dann nicht auch mal was komplett unter den Tisch fallen könnte, ist wohl noch naiver als Julian Assange für einen selbstlosen Gutmenschen zu halten. Außer natürlich man geht davon aus, dass bei Wikileaks noch gigabyteweise Material über Schurkenstaaten schlummert, das nur als Rückversicherung für den Fall einer iranischen Fatwa oder eines nordkoreanischen Killerkommandos eingelagert wurde.

Unser Unsympath


Auch wenn man sich zu Recht über die mehr als fragwürdige Vorgehensweise von WikiLeaks ärgert, so sollte dabei jedoch das durchaus interessante Ergebnis der Enthüllungen nicht vergessen werden. Denn dieses bestätigt im wesentlichen die seit Jahr und Tag – teilweise schon fast gebetsmühlenartig – wiederholten Warnungen der Kritiker der weichen Welle gegenüber der Achse des Bösen und ihren Helfershelfern und zeigt, dass die Diplomaten der zweiten Reihe nicht immer so dumm sind wie die in der ersten Reihe daherreden müssen:

Das außenpolitische Personal Deutschlands nur begrenzt einsatzbereit, Europas Führung eine Ansammlung von lächerlichen Witzfiguren, Russland eine Demokratur von Putins Gnaden, die Türkei auf dem Weg auf die dunkle Seite der Macht, Pakistan ein Musterbeispiel für die Schattenseiten der Realpolitik, und der Iran nicht nur aus neokonservativer Sicht eine Bedrohung, die selbst die Araber zwingt, auf einen Militärschlag Israels zu hoffen, weil der Präsident der Schutzmacht Amerika sich nicht zum Jagen tragen lassen will – realistischer kann man es kaum einschätzen.

Womit mal wieder bewiesen wäre, daß auch aus bösen Taten noch gutes erwachsen kann. Natürlich bleibt Assange danach immer noch ein egomanischer Idiot (ein Idiot ist ja laut Wiki – pedia, nicht leaks – „ein Mensch, der Privates nicht von Öffentlichem trennt“, was wohl selten so zutraf wie in seinem Fall). Aber immerhin hat er es wenigstens zum nützlichen Exemplar seiner Zunft gebracht. Die meisten seiner Fans schaffen nicht mal das. Oder anders ausgedrückt: Er mag ein Unsympath sein, aber gewissermaßen ist er jetzt auch unser Unsympath.


Interpol ruft zur Fahndung nach Julian Assange auf: Die Polizeiorganisation hat eine „Red Notice“ gegen den WikiLeaks-Gründer erlassen. Demnach soll weltweit nach ihm gesucht werden – wegen der in Schweden erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe.

[…] Der Australier hatte die Vorwürfe stets bestritten und von einer Schmutzkampagne gegen ihn und WikiLeaks gesprochen. Er ist seit längerer Zeit untergetaucht, sein Aufenthaltsort ist unbekannt.

Dann sollte er sich den Behörden stellen und die Vorwürfe entkräften statt einen auf Dr. Kimble zu machen. Wenn er’s nicht war, hat er ja nichts zu befürchten. Mehr Sorgen sollte er sich hingegen wegen seines Datendiebstahls machen. Denn da dürfte er tatsächlich verdammt schlechte Karten haben, die Vorwürfe zu widerlegen, ist doch digitale Inkontinenz kombiniert mit dem Abfluß jeglicher Logik und Ausgewogenheit durch das WikiLeak im Kopf seine eigentliche Geschäftsidee.

[…] Zuletzt erwog er, sich in der Schweiz niederzulassen und dort politisches Asyl zu beantragen. Die Schweiz sei neben Island das einzige westliche Land, in dem sich WikiLeaks sicher fühle, sagte er Anfang November im Schweizer Fernsehen.

Dass er sich da mal nicht täuscht. Denn kriminelle Ausländer werden dort seit neustem ratzfatz in die Heimat zurückgeschickt. Womit die Ausschaffungsinitiative wenigstens etwas gutes hätte, da sich die australische Regierung sicher freuen wird, den kleinen Julian am Flughafen wieder in Empfang nehmen zu dürfen, um anschließend mit dem amerikanischen Botschafter in aller Ruhe die Formalitäten des unweigerlich folgenden Auslieferungsgesuches zu klären.

Mitarbeiter der Plattform fühlten sich wegen der Protokolle über die Kriege im Irak und in Afghanistan vom US-Verteidigungsministerium bedroht, erklärte der Internetaktivist mehrmals.

Klar, in der Schweiz oder Island wäre er vor den Todesschwadronen der CIA natürlich sicher, denn wenn die US-Killerkommandos vor was Respekt haben, dann sind es sicherlich Geissen und Geysire. Schon klasse, wenn jemand, der permanent Verschwörungsscheisse absondert, sich so offensichtlich weigert, selber reinzutreten.

[…] Wenn Clinton für die von WikiLeaks aufgedeckten Spionageanweisungen verantwortlich sei, müsse sie dafür auch die Verantwortung übernehmen, sagte Assange am Dienstag.

Diplomaten, die für ihr Land Informationen weitergeben? Am Ende gar Spione in Botschaftsgebäuden? So was gibt es doch nur im James Bond-Film, in der Wirklichkeit wäre das schließlich verwerflich. Die Russen oder Iraner machen so was ja auch nicht (täten sie es, hätte WikiLeaks das sicher schon mit dem selben Engagement aufgedeckt).

„Damit hätten die USA gegen internationale Vereinbarungen verstoßen. Sie sollte zurücktreten.“

Im Ernst, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika sich als einziges Land der Erde daran halten würden, müßte Hillary tatsächlich zurücktreten, und zwar wegen erwiesener Unfähigkeit. Dass unser Möchtegern-Datenzorro es gerade mit dieser Begründung trotzdem fordert, beweist zusammen mit der fast schon obsessiven Konzentration auf die USA, worum es seiner virtuellen Räuberbande wirklich geht, nämlich um blanken Antiamerikanismus. Und darauf kann es nur eine Antwort geben: WikiLeckt mich am Assange!


Die ganze Welt kann nachlesen, wie Amerikas Außenpolitik funktioniert – die Enthüllung der Geheimdepeschen schockiert US-Diplomaten: Sie müssen nun wütende Kollegen in vielen Ländern besänftigen. Experten sehen die Beziehungen zwischen Botschaftern und ihren Gastländern schwer beschädigt.

Ach, wie schön, dass die Außenpolitik anderer Länder ganz anders funktioniert. Der deutsche Botschafter in Washington hat sicher immer nur lobende Worte für Präsident Bush und dessen Minister gefunden, in russischen Auslandvertretungen werden westliche Politiker traditionell in allen Ehren gehalten, Briten reden schon aus purer Höflichkeit nicht schlecht über ihre Mitmenschen, und dass ein französischer Diplomat auf das Politpersonal anderer Länder herabsehen könnte, ist nachgerade unvorstellbar. Vom Tonfall der Unterlinge der diversen Drittwelt-Despoten wollen wir da gar nicht reden, der ist bekanntlich sowieso über jeden Zweifel erhaben. Da macht es natürlich Sinn, auf die USA zu zeigen. Bleiben ja schließlich noch genug Finger übrig.


Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie erschließt es sich mir nicht so recht, wie WikiLeaks-Boss Julian Assange, dessen Arbeit offenkundig unter dem Motto steht, dass jeder alles über andere erfahren sollte (ups, falsches Foto, aber der Unterschied ist jetzt nicht so groß, und der Spruch passt ohnehin perfekt), es zum Idol einer Generation von Bloggern und Journalisten bringen konnte, die sich ansonsten bei Begriffen wie Online-Durchsuchung oder Vorratsdatenspeicherung 24 Stunden am Tag vor Angst ins Hemd machen.

Zugegeben, das kann natürlich auch daran liegen, dass hier nur ein paar lächerliche internationale Krisen riskiert werden, um verabscheuungswürdige Kapitalverbrechen wie abfällige Bemerkungen über ausländische Politiker durch vertrauenswürdige Privatleute ans Tageslicht zerren zu lassen, während bei von dubiosen Richtern genehmigten staatlichen Eingriffen immerhin die Privatsphäre harmloser Eierdiebe verletzt wird, bloß um Bagatelldelikte wie die Vergewaltigung kleiner Kinder oder die Planung von Terroranschlägen aufzuklären.

Aber gut, vielleicht muss man das ganze ja auch einfach vom Unterhaltungswert her betrachten. Alleine die Vorstellung, dass ein Bediensteter der hiesigen US-Botschaft die seiner Ansicht nach schlecht gefärbten Haare früherer deutscher Bundeskanzler megapeinlich gefunden haben könnte, und dies jetzt raus käme, ohne dass man ihn dafür vor Gericht zerren könnte, entschädigt wenigstens ein klein wenig dafür, dass dieser unsympathische WikiLeaks-Schnösel niemals die Frau von John McClane kennenlernen wird.


Obamas Kairoer Rede an die muslimische Welt etwa war eine Ansprache für die Geschichtsbücher.

Stimmt. Denn damit wurde die alte realpolitische Doktrin der Kooperation mit brutalen Diktatoren durch die Gleichsetzung der Interessen der Unterdrückten mit denjenigen ihrer Unterdrücker noch einmal explizit auf die Muslime ausgedehnt, damit auch ja jeder mitkriegt, daß nicht nur christliche Despoten zu Obamas Hurensöhnen zählen dürfen. Und das wird hoffentlich wirklich in den Geschichtsbüchern stehen. Wäre zumindest ausgesprochen schade, wenn das jemals in Vergessenheit geriete.

[…] Sicher, viele Baustellen bleiben. Pakistan ist nach wie vor ein Pulverfass. Der offene Einsatz für Demokratie und Menschenrechte ist von der Agenda verschwunden, der Friedensprozess im Nahen Osten stagniert.

Doch sein wichtigstes Versprechen, Amerikas Ansehen in der Welt wiederherzustellen, hat Obama eingelöst.

Das einzige, was noch irrwitziger ist, als eine Steigerung des Ansehens Amerikas bei Verzicht auf den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte festzustellen, ist das ziemlich verquere Amerika-Bild der Autoren sowie die Tatsache, daß sie allen Ernstes meinen, damit ein Argument FÜR Obama gefunden zu haben. Nach diesem entlarvenden Satz sollten sich die Bush-Hasser jedenfalls in Grund und Boden schämen und es in Zukunft lieber erst mit Nachdenken probieren, bevor sie noch mal den Mund aufmachen.

9/11


Es gab mal eine Zeit, da ging beim Wählen von „911“ im Weißen Haus noch jemand ans Telefon:

„War has been waged against us by stealth and deceit and murder.  This nation is peaceful, but fierce when stirred to anger.  This conflict was begun on the timing and terms of others.  It will end in a way, and at an hour, of our choosing.“ (President George W. Bush, Sept. 14th, 2001)

Gerade weil wir solche Worte vom amtierenden Präsidenten nie hören werden, ist es heute mehr denn je angebracht, noch einmal an sie und denjenigen, der sie ausgesprochen hat, zu erinnern. Und weil doppelt besser hält, gleich noch einmal:

„The war on terror is not over; yet it is not endless. We do not know the day of final victory, but we have seen the turning of the tide. No act of the terrorists will change our purpose, or weaken our resolve, or alter their fate. Their cause is lost. Free nations will press on to victory.“ (George W. Bush May 1st, 2003)

(Hat tip: TvdOS)

Read his lips


Und wem der Name Hannes Stein wider Erwarten nichts sagen sollte, dem seien die folgenden Worte von jemand anderem, der es nun wirklich wissen muß, ans Herz gelegt:

The face of terror is not the true faith of Islam.  That’s not what Islam is all about.  Islam is peace.  These terrorists don’t represent peace.  They represent evil and war.