Category: Asien



Es soll eine Schießübung von nie dagewesener Größe werden: […] Zum Einsatz kommen Kampfjets, Hubschrauber und Anti-Panzer-Raketen – in unmittelbarer Nähe zur Grenze Nordkoreas.

Na, das muß ja der Kracher sein, ist die südkoreanische Armee doch nicht gerade die kleinste. Da dürfte im Vergleich dann ja wohl selbst Reforger 88 blass aussehen.

[…] An der Übung mit scharfer Munition sollen sich 800 Soldaten, sechs Kampfjets sowie Hubschrauber und Panzer beteiligen.

In Bataillonsstärke? Mit einer halben Fliegerstaffel? DAS gilt als Übung der Superlative? Aber gut, für eine knackige Schlagzeile reicht’s dem SPIEGEL offenbar. Und nur darum geht es ja.


US-Präsident Obama hat das Regime in Pjöngjang lange vernachlässigt, andere Probleme schienen dringlicher. Nordkorea will durch die jüngste Provokation womöglich erreichen, wieder Ernst genommen zu werden.

Ach so, Kim Jong Il will nur ein wenig mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung? Dann ist’s ja halb so schlimm. Wäre nur schön, wenn der SPIEGEL bei US-Präsidenten genauso verständnisvoll wäre wie bei dahergelaufenen Tyrannen. Denn Bush wollte ja vielleicht auch bloß, daß die Vereinigten Staaten wieder ernst genommen werden, und der Irakkrieg war am Ende nur ein verzweifelter Hilferuf angesichts eines global grassierenden Antiamerikanismus.

Erschreckend ist, wie wenig die USA über das stalinistische Land wissen.

Noch erschreckender ist allerdings, wie wenig Gregor Peter Schmitz über das stalinistische Land und seine internationalen Verflechtungen sowie ganz allgemein über das Funktionieren von Diktaturen weiß. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nordkorea die Krise nur künstlich inszeniert, um den iranischen Spießgesellen angesichts des Flottenaufmarschs im Mittleren Osten etwas Entlastung zu bringen und die USA dort von etwaigen Abenteuern abzuhalten, ist jedenfalls mindestens genauso groß, wie dass der geliebte Führer gerade nur ein wenig „ronery“ ist.


Mir fällt ja gerade nichts kluges ein, aber wozu auch, das erledigt der SPIEGEL mit seinem netten Hinweis auf die thailändischen Kollegen diesmal ausnahmsweise selber ganz hervorragend:

Für Thailands Zeitung „The Nation“ ist US-Präsident Barack Obama schon jetzt ein Verlierer der Auseinandersetzung. Denn anders als sein Vorgänger George W. Bush könne der Friedensnobelpreisträger nicht ungeniert mit dem Säbel rasseln: „Pjöngjang ist total glücklich, diese offene Flanke Obamas schamlos ausnutzen zu können.“

Obama is back!


Obama macht sich unbeliebt? Seine Umfragewerte sinken? Angst vor den nächsten Wahlen? Also alles nicht mehr so rosig mit dem Messias von einst? Keine Panik, alles wieder im grünen Bereich. Genauer gesagt im roten. Denn wie mein zionistischer Kollege bei seiner letzten „Geschäftsreise“ zu seiner Überraschung erfuhr, werden Obamas Taten wenigstens im Reich der Mitte noch angemessen gewürdigt. Und Chinesen gibt es ja eh viel mehr als Amerikaner.


How ironic that the result of General McChrystal’s being fired – for speaking like a warrior, candidly – is the promotion of hard-talking Marine General James Mattis to Petraeus’s slot at CENTCOM, author of such choice gems as:

„Actually it’s quite fun to fight them, you know. It’s a hell of a hoot . . . it’s fun to shoot some people – I’ll be right up there with you. I like brawling . . . you go into Afghanistan; you got guys who slap women around for five years because they didn’t wear a veil. You know, guys like that ain’t got no manhood left anyway. So it’s a hell of a lot of fun to shoot them.“

„I come in peace. I didn’t bring artillery. But I’m pleading with you, with tears in my eyes: If you fuck with me, I will kill you all.“ – General Mattis‘ message to Sunni tribal chiefs in Iraq, 2004

„Be polite, be professional, but have a plan to kill everybody you meet.“

Personally I don’t have a problem with this philosophy; this is straight-up gallantry, personified. These comments are obviously directed at the front-line fighters; the grunts, the ground-pounders – the lessoneds I learned on my journey from a junior to a senior combat Officer.

There is a brain within this Marine Bulldog, apparently: in the book Fiasco by Thomas Ricks, General Mattis is described as „one of the more intense intellectuals in the U.S. military.“
With General Petraeus, General Mattis co-authored FM 3-24 / MCWP 3-33.5, the joint US Army / Marine Corp Counterinsurgency manual, which codifies Department of Defense Doctrine for fighting insurgencies (i.e. „guerrilla warfare“) and has been described as the strategy for our current conflict in Iraq, Afghanistan and elsewhere.
They seem to have the right people in place; now the Obama Administration and the leadership of the House and Senate must come to grips with the concept of actually winning this war – to do otherwise is criminal in fact. Instead of continual politicization of the war, our civilian leadership must envision what Victory looks like in Afghanistan and they must handle the truth, and then communicate that vision to the American people.


Medwedjew warnt vor kirgisischem Demokratieversuch

Womit alles gesagt wäre. Und zwar sowohl über das Demokratieverständnis russischer Politiker als auch über ihre Relevanz bei der Lösung internationaler Probleme.

Die Kirgisen wollen die parlamentarische Demokratie einführen. Russlands Präsident hält das für einen gefährlichen Weg.

Ist ja auch widerlich, so eine Demokratie. Wahlen, Rechtsstaat, Pressefreiheit – igitt! Alles nur Teufelszeug, um aus strengen Führern warmduschende Waschlappen zu machen.

[…] Die Errichtung einer parlamentarischen Demokratie beinhalte Gefahren, wie den Zusammenbruch eines Staates. Das Land benötige eine starke, gut organisierte Regierung, um dies zu verhindern.

Der sich hier so unverholen für die Herrschaft der starken Hand ausspricht, ist wohlgemerkt in der russischen Führung der gemäßigte, „liberale“, reformorientierte Westler. Da will man gar nicht wissen, was sein Herr und Meister erst dazu sagt.

Auf jeden Fall wird es Zeit, daß man Rußland klarmacht, daß derlei Töne im Westen nicht erwünscht sind. Wenn schon G8, dann wäre Indien jedenfalls ein weit sinnvollerer Ersatz.

Medwedew kann dann statt langweiliger Konferenzen mit frei gewählten Weicheiern ja mit Kim Jong Il am malerischen Strand Nordkoreas über die Vorteile der Stabilität für das persönliche Wohlbefinden eines Diktators räsonieren.


Bei ihrem heutigen Auftritt im Westend-Stadion zeigen sich die Politrocker von „Islarmageddon“, der derzeit wohl angesagtesten Band der Aggro-Szene, mal wieder in Hochform, und liefern auch in der neuen Besetzung eine rundum überzeugende Show ab.

Urgestein „Brother“ Muammar, der als einziger bereits seit den wilden 60ern ununterbrochen dabei ist, zeigt an den Tasten immer noch das ganze Repertoire von filigran gewobenen orientalischen Klangteppichen bis hin zu den gewohnt schrillen Tönen.

Gaststar Hugolino wiederum fidelt sich mit seinen lateinamerikanisch angehauchten Melodien in die Herzen der Fans, was auch an dem nostalgischen Touch seiner so eigenwilligen wie humorvollen Interpretation von Songstrukturen des letzten Jahrhunderts liegt.

Aber auch die Rhythmussektion erfüllt alle Erwartungen und zeigt ihre ganze Professionalität. Der Neuzugang „K.J.“ Il sorgt nach der Auflösung der legendären „Commies“ jetzt hier mit seinem druckvollen Spiel für den richtigen Wums hinter der Schießbude.

Unterstützt wird er dabei von Routinier Bashar „Doc“ Assad, der am Ba’ath zwar unspektakuläre, aber doch solide Handwerkskunst abliefert, deren funkiger Einschlag gerade vor den zum Subwoofer umgebauten Pulverfässern live richtig fett rüberkommt.

Percussionstar „Big Bin“ Laden wiederum, der zur Zeit leider aus persönlichen Gründen verhindert ist, steuert immerhin einige in seinem provisorischen Bergstudio produzierte Soundsamples bei, die überraschend gut mit den Beats seiner Kollegen harmonieren.

Einziger Schwachpunkt ist der für den Lead(er)gitarristen „Sado“ Saddam nach dessen vorzeitigem Abtreten eingesprungene Recep E., der bei seinem anderen Projekt, den in die Jahre gekommenen Altrockern von „NATO“, bisher nur als mäßig begabter Rhytmusgitarrist in Erscheinung trat. So kommen die bemüht theatralischen Soli denn auch ein wenig poserhaft rüber, aber wenn der Rubel auf diese Weise wieder rollen sollte, ist nicht auszuschließen, daß er sich in Zukunft ganz auf seine neue Rolle konzentrieren wird.

Dafür reißt Bandleader Machmud die Massen immer noch so mit, wie wir es seit Jahren von ihm kennen! Wohl wenige wissen den Hassgefühlen ihrer Anhänger so gut Ausdruck zu verleihen wie „Mad Mahdi“, gerade weil dessen Lyrics auch unangenehme Wahrheiten knackig auf den Punkt zu bringen verstehen, statt sie aus falsch verstandener „political correctness“ totzuschweigen oder auch nur weichzuspülen.

Das deutsch-amerikanische Backgroundtrio der ex-Groupies Annette, Helen und Inge rundet dabei den vom Schweden MC Henning wie immer perfekt abgemischten Sound so angenehm ab, daß er auch über die eigene Klientel hinaus sicher wieder neue Zuhörerschichten im Mainstreampublikum zu erschließen vermag.

Und während diese hochexplosive Vorgruppe mit ihrem speziellen Crossover aus „Death (to the Jews) Metal“ und dem folkloristischem Agitpop der 70er-Jahre das Publikum aufhei/tzt, bereitet sich von den jubelnden Fans unbemerkt hinter der Bühne mit „The Hu“ der eigentliche Top Act auf den Höhepunkt des Abends vor, bei dem seine Mannen es dann endlich mal so richtig krachen lassen wollen…


Komisch. Obamas atomwaffenfreie Welt sieht live irgendwie ganz anders aus als am grünen Tisch der internationalen Konferenzen:

Nach einem Bericht aus birmanischen Exilkreisen arbeitet die Junta an Atomwaffen. Das Wissen dazu kommt wohl aus Nordkorea. Falls das stimmt, geriete Peking in Zugzwang.

Da werden die Commies jetzt bestimmt vor Angst zittern, wo doch der Westen seit dem ersten nordkoreanischen Atomtest bereits einen Rüstungssoli von 20% auf chinesische Importe erhebt, um den Aufbau der NATO-Raketenabwehr zu finanzieren.


Die Angst vor einer Eskalation wächst entsprechend. Denn das Regime in Pjöngjang zeigt sich wenig beeindruckt von der scharfen Kritik des Rests der Welt – allen voran der Amerikaner.

Obama schickt seine Expertin für deutliche Worte

Dabei spricht für die USA „Obama’s bad cop“, wie das US-Magazin „Newsweek“ gerade Außenminister Hillary Clinton titulierte. Die Frau für die harten Worte, für das entschlossene Krisenmanagement.

DAS erklärt natürlich einiges. Denn wenn Hillary bereits der „bad cop“ ist und in ihrer Regierung als der Experte für die deutlichen Worte gilt, dann ist es natürlich nur folgerichtig, wenn Obama ungefähr so hart rüberkommt wie eine alte Banane (geschält wohlgemerkt). Und auf die Bösewichter der internationalen Politik auch ungefähr dieselbe Wirkung hat.

Alive and threatening


Das nordkoreanische Staatsfernsehen hat Machthaber Kim Jong Il bei einer Massenveranstaltung gezeigt. Die seltenen Aufnahmen fallen zusammen mit einer Kriegsdrohung gegen das Nachbarland Südkorea. Dort bereiten Zehntausende US-Soldaten und südkoreanische Truppen ein Manöver vor.

Er mag einsam sein, aber er hat immer noch sichtlich Spaß dabei. Und zu Recht! Welchem Politiker außerhalb des Mittleren Ostens ist es schon vergönnt, unprovozierte Kriegsdrohungen gegen friedfertige Nachbarn auszustoßen und als Reaktion statt dem Abzug sämtlicher ausländischer Botschafter zur Belohnung auch noch Geschenke angeboten zu kriegen.