Category: Pazifismus



Mein Haus ist schön. Nichts besonderes, ein ganz normales Mehrfamilienhaus, aber in einer vergleichsweise ruhigen, gepflegten Gegend. Hier ist alles gut organisiert, also wer wann die Strasse kehrt, wie viel wir in die Hausgemeinschaftskasse zahlen und für was wir das Geld ausgeben. Wir haben sogar ein eigenes Hausmitteilungsblatt! Die Nachbarn sind im Großen und Ganzen halbwegs ok (zumindest nerven sie in der Regel nicht groß), die Vorgärten gepflegt, alles ganz nett. Manchmal sogar fast ein bisschen langweilig, die Gegend. Aber egal, man hat seine Ruhe und das Leben hier ist vergleichsweise problemlos.

Das war nicht immer so. Früher, lange bevor ich hier eingezogen bin, muss es hier noch richtig rund gegangen sein. Gab immer wieder kräftig Randale, bis irgendwann mal die Polizei mit einem kompletten SEK eingerückt ist und dem Spuk ein Ende bereitet hat. Gab damals wohl eine richtige Strassenschlacht, bei der, wie ich gehört habe, auch einiges zu Bruch ging, aber nachdem die Polizei die übelsten Krawallmacher aus dem Verkehr gezogen hatten, setzten sich die übrigen Bewohner zusammen und beschlossen, gemeinsam alles dafür zu tun, dass das Viertel nie mehr so runterkommen sollte.

Sie haben dann angefangen miteinander Geschäfte zu machen statt sich gegenseitig zu beklauen, bemühten sich wenigstens, einander gegenüber höflich zu sein, und irgendwann wurden manche, deren Eltern sich noch abgrundtief gehasst haben, richtige Freunde. Es haben sogar welche untereinander geheiratet, das wäre früher undenkbar gewesen. Ist natürlich sicher noch nicht perfekt, manchmal sogar ein bisschen spießig, aber man muss zugeben, sie haben doch ganz schön was draus gemacht. Auch wenn hier die Mieten natürlich etwas höher sind, ist es schon toll, hier leben zu können.

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Nicht nur im Irak, auch in Afghanistan beginnt man zu merken, das die Amerikaner eigentlich doch gar nicht so übel sind, und möchte sie am liebsten gar nicht mehr gehen lassen:

Der afghanische Präsident Karzai hat seinem US-Kollegen Obama eine falsche Strategie für den Rückzug vom Hindukusch vorgeworfen. Die Rückzugsankündigung für 2011 stärke die Taliban. Die Zahl der Anschläge nimmt inzwischen deutlich zu.

Was mal wieder eindrucksvoll zeigt, daß Obama bei denjenigen, die seine genialen Entscheidungen am Ende ausbaden und gegebenenfalls sogar mit ihrem Leben bezahlen müssen, längst nicht das megabeliebte Superhirn ist, als das ihn seine in sicherer Entfernung lebenden Bewunderer so gerne darzustellen versuchen.

Vor allem aber widerlegt es endgültig das Märchen, daß es den Abzugsbefürwortern hier im Westen auch nur ansatzweise um die Menschen im Irak und in Afghanistan ginge. Die dürfen dort ruhig verrecken, sie sollen es nur gefälligst leise tun. Und damit es keine mitkriegt, möglichst alleine.


Da läßt sich jemand feiern, weil er unerlaubt Daten veröffentlicht. Das ist zwar eigentlich nicht nett, aber erstens gilt Datenschutz nicht für jeden, und zweitens veröffentlicht er ohnehin nicht alles. Es reicht schließlich seit Jahren völlig, wenn man westliche Demokratien anprangert, um in jenen erlauchten Kreis der Aktivisten mit Rebellenstatus erhoben zu werden, in welchem sich illustre Namen wie beispielsweise „amnesty international“ und „attac“ bereits befinden. Und für ein wohlwollendes SPIEGEL-Interview reicht das völlig:

Es gibt ein allgemeines Gefühl, dass es besser wäre, den Krieg zu beenden.

Stimmt, die Taliban hätten das sicher gerne. Dann können sie endlich wieder ohne Gegenwehr weitermassakrieren. Und die Abwesenheit von militärischem Widerstand ist ja bereits Frieden. Weswegen Friedhöfe auch so heißen.

Diese Dateien allein werden das nicht schaffen, aber sie werden den politischen Willen beeinflussen.

Ok, vielleicht nicht gerade den der Taliban, aber die haben eh kein Internet. Sonst würden sie auf große Denker wie Assange sicher hören.

[…] Echte Reformen kann es nur geben, wenn ungerechte Handlungen entlarvt werden.

Man erinnere sich nur an damals, als WikiLeaks die Barbarei der Taliban gegenüber der afghanischen Bevölkerung in die Öffentlichkeit gezerrt hat und Mullah Omar von schlechtem Gewissen getrieben den Rücktritt seines Regimes bekanntgab. Danach herrschte in Afghanistan dann ja bekanntlich das Paradies auf Erden, bis die bösen Amerikaner kamen und die Idylle zerstörten.

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Der rot-grüne Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck hat seine Haltung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr konkretisiert und die Linkspartei in diesem Zusammenhang scharf angegriffen. “Um es klar zu sagen, ich finde den Einsatz nicht gut, aber erträglich und gerechtfertigt”, sagte Gauck der “Saarbrücker Zeitung” (Montag-Ausgabe).

Er sei schon “sehr merkwürdig, dass eine politische Richtung, die Jahrzehnte lang den bewaffneten Befreiungskampf in Afrika und anderswo bejubelt hat, nun einen Radikalpazifismus pflegt”, meinte Gauck mit Blick auf die Linken. “Das ist ein taktischer, aber kein ethischer Pazifismus”.

Was zeigt, daß Joachim Gauck nicht nur als gelernter Ossi und Regimegegner ein interessanter und verdienstvoller Bundespräsident wäre, sondern auch von der Außenpolitik offenbar mehr Ahnung hat als viele von denen, die ihm jetzt die Stimme verweigern wollen. Und damit sind nicht nur die ewiggestrigen Berufsreaktionäre der ex-SED gemeint, sondern auch jene herumniebelnden Liberalen, die aus Gründen der Koalitionsräson allen Ernstes in Kauf nehmen würden, daß wir die nächsten Jahre von einem farblosen niedersächsischen Sparkassendirektor repräsentiert werden, der den Posten nur kriegt, weil er sonst nichts mehr werden will/soll. Wenn Gaucks Wahl der Anfang vom Ende der schwarz-gelben Regierung wäre, dann kann es mit der jedenfalls nicht so weit her sein.


Rabbi David Nesenoff who Taped Helen Thomas is now the jew of the month
Mr. David Nesenoff of New York is the cinematographer who taped Helen Thomas’s anti-Israel rant this week. The YouTube video of Thomas went viral and she was denounced far and wide, leading to her abrupt retirement from the White House Press Corps.

Now Rabbi Nesenoff is the recipient of torrents of hateful bile from anti-semites and Islam-Firsters who are outraged that Jews should be allowed to exist.
Rabbi Nesenoff is busily posting all of the hate mail to his site at Rabbi Live


Nachtrag: Das Team von Spirit of Entebbe hat es auch schon gefunden und wohl kurz vor mir gepostet.


Die Idee, Hilfsgüter für Palästina nicht in Absprache mit den zuständigen Behörden über die offiziellen Grenzübergänge zu liefern, sondern lieber in Zusammenarbeit mit islamistischen Extremisten auf dem Seeweg, war offenbar ein Schlag ins Wasser. Den Versuch herauszufinden, ob sich so später einmal unkontrolliert Waffen für die Hamas schmuggeln lassen, haben die israelischen Streitkräfte jedenfalls im Keim erstickt:

Upon boarding the ships, the soldiers encountered fierce resistance from the passengers who were armed with knives, bats and metal pipes.

Obwohl es angesichts eines Lynchmobs, der sie mit Messern angreift, durchaus verständlich und angemessen gewesen wäre, wenn sie in so einer Situation von der Schußwaffe Gebrauch gemacht hätten, haben die Soldaten versucht, genau das zu vermeiden:

The soldiers used non-lethal measures to disperse the crowd.

Aber nicht alle haben es so mit dem Mitdenken, und für den Frieden braucht man bekanntlich immer zwei. Oder um es mit Sean Connery zu sagen: Typisch Friedensaktivisten, kommen mit ’nem Messer zu ’ner Schießerei, die sie dann auch noch selber angezettelt haben. Denn die Zurückhaltung der Kommandoeinheit interpretierten die Top Brainer der anwesenden Israelhasser offenbar als Schwäche, die es auszunutzen gilt:

The activists, according to an IDF report, succeeded in stealing two handguns from soldiers and opened fire, leading to an escalation in violence.

Auf die Idee, militärischen Elitetruppen während eines Einsatzes die Waffen zu entreißen, um dann damit auf sie zu schießen, muß man jedenfalls erst mal kommen. Sollte man aber besser nicht. Sonst gibt’s hinterher bei der abschließenden Bewertung des daraus zwangsläufig resultierenden Gefechts möglicherweise eine bittere Überraschung.


Iran has struck a secret deal with Zimbabwe to mine its untapped uranium reserves in a move to secure raw material for its steadily expanding nuclear programme.

Da müßte die nächste Menschenkette dank des Zusammenschlusses der Atomkraftgegner mit den Kollegen von Friedensbwegung, Amnesty International und Attac ja locker bis zum Nordkap reichen. Also zieht Eure Parkas gar nicht erst aus, ruft die Kumpels an und hakt Euch unter: Hier gibt’s was zu demonstrieren, wovon Ihr noch Euren Enkeln an langen Winterabenden erzählen könnt. Vor allem, weil Eure Enkel, sofern Ihr den Mann links im Bild nicht rechtzeitig stoppt, besagte Winterabende möglicherweise gar nicht mehr erleben werden. Und das hat jetzt nichts mit der globalen Erderwärmung zu tun. Sondern nur mit einer punktuellen. Da wird’s dann allerdings richtig heiß.


Menschenkette gegen Atomkraft: 120 Kilometer Widerstand

Sieh mal einer an! Wenigstens die Ökopaxe scheinen endlich aufzuwachen und demonstrieren gegen den nuklearen Wahnsinn.

Wie? Das richtete sich gar nicht gegen den Aufbau einer nuklearen Infrastruktur in Saudi-Arabien? Auch nicht gegen den Versuch des Weltlieblingsatomabrüsters, die Abschreckung im Pulverfaß des Mittleren Ostens von konventionellen auf Kernwaffen umzustellen, weil sich das nukleare Wettrüsten im Kalten Krieg ja auch schon so bewährt hat? Nicht mal gegen die atomaren Vernichtungsdrohungen der durchgeknallten Endzeitfanatiker in Teheran?

Ach so. Aber wahrscheinlich mußte man da einfach Prioritäten setzen. Denn was ist schon die Fifty-Fifty-Chance einer Atomexplosion, wenn die Mullahs die Bombe erst mal haben, mit den daraus resultierenden vernachlässigbaren Strahlungswerten gegen die im Promillebereich liegende Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Störfalls in einem deutschen Atomkraftwerk. Und selbst wenn die Aussicht auf einen waschechten Atomkrieg die Demonstranten ganz doll betroffen machen sollte, man kann sich schließlich nicht um alles kümmern.


Die Taliban zielen auf diejenigen, die sie als schwache und verwundbare Nato-Mitglieder betrachten: Dazu gehören spanische, italienische und deutsche Soldaten, in deren Heimatländern verstärkte Abzugsdiskussionen geführt werden.

Das sollten all diejenigen, die ohne nachzudenken möglichst medienwirksam den sofortigen Abzug aus Afghanistan fordern, sich mal in Großbuchstaben hinter die Ohren schreiben, ganz gleich ob es sich um linke Antiwestler oder rechte Moslemhasser handelt. Und die Krokodilstränen über die in letzter Zeit getöteten Bundeswehrsoldaten können sich die Betreffenden ebenfalls sparen. Kommt irgendwie nicht so gut.