Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber Gaddafi ist und bleibt einfach der Geilste! Erst sein so durchschaubarer wie lustiger Trick mit der angeblichen Waffenruhe, der angesichts der Dummheit seiner internationalen ex-Freunde Gegner sogar noch funktionieren könnte und der den SPIEGEL nicht nur zu der erstaunten Feststellung veranlasste, „Gaddafi – oder sein Umfeld – war auf den Schritt der Weltgemeinschaft vorbereitet“ (na sowas!), sondern ihn sogar zur öffentlichen Selbstgeißelung als nützlicher Idiot Vollidiot auch noch der finstersten Tyrannen verführte:

Wenn Gaddafi wie einst Hussein auf einen Abnutzungskrieg mit der Uno setzt, ist mit ständigen Provokationen zu rechnen: Schüsse auf westliche Fliegerpatrouillen etwa, in der Hoffnung, dass diese zurückschießen und zivile Opfer fordern. Jeden Zwischenfall könnte Gaddafi für seine Propaganda ausschlachten.

Selbst bei wohlwollendster Interpretation ist dies mindestens eine schallend lachende Ohrfeige für das Sturmgeschütz der Diktatorenpropaganda und alle die es werden wollen. Aber jetzt setzt der libysche Hobbysatiriker noch einen drauf und haut den Völker(mörder)rechtsfetischisten vom Irak über Bosnien und Ruanda bis hin zurück zum Irak völlig zu Recht ihr eigenes Geschwätz um die Ohren, und das, Schelm der er ist, vermutlich noch im Wortlaut (zumindest hat man es genau so jahrzehntelang bei allen passenden und vor allem unpassenden Gelegenheiten von einer ganzen Reihe nicht überzeugter Staatsmänner mit mehr oder weniger gefärbten Haaren gehört):

In Briefen erklärte Gaddafi den Uno-Beschluss für nichtig. „Die Resolution steht im Widerspruch zur Uno-Charta, die jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Mitgliedslandes verbietet“, heißt es in dem Schreiben, das der libysche Regierungssprecher Ibrahim Mussa am Samstag in Tripolis verlas.

Die Irakkriegsgegner und ihre Freunde können sich jetzt aussuchen ob Gaddafi recht hat oder Bush. Zugegeben, das ist für sie vermutlich ziemlich bitter. Aber Strafe muss sein.