Im Gegenteil, eigentlich haben sie Recht. Denn wenn man sogar im Land der Dichter und Denker die Frage, ob Guttenberg in Wahrheit ein Bösenberg ist und aufgrund mangelnder Eignung als Wissenschaftler auch als Verteidigungsminister nichts taugen kann, über Abzüge in der B-Note klären kann, wieso soll es dann umgekehrt nicht auch möglich sein, anhand der Größe des Spickzettels festzustellen, ob jemand ein reformorientierter Hoffnungsträger oder nicht doch eher bloß ein skrupelloses Diktatorensöhnchen ist:

Unterdessen untersucht die London School of Economics, ob Saif in seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat.

Ist ja schließlich auch viel einfacher so. Genau wie man auf diese Weise allzu populäre Politiker der Konkurrenz abschießen kann, ohne sich erst an komplizierten Fakten wie etwaigen Mängeln ihrer Amtsführung abarbeiten zu müssen, kann man dadurch auch peinliche Fehleinschätzungen früher gern gesehener Gäste der eigenen Regierung korrigieren, ohne deswegen gleich das altbewährte Prinzip des kritischen Dialogs mit Schurkenstaaten als solches in Frage stellen zu müssen.

Da kann man für Saif nur hoffen, dass er an der Uni nicht wirklich gemogelt hat. Nicht dass es ihm am Ende ebenso ergeht wie dem einstigen CSUperstar. Als ordinärer Playboy ohne Adelstitel ist man da nämlich ganz schnell ganz unten. Wenn er aber zur Recht Dr. Gaddafi heisst, langt es, sofern er die Mordbefehle nicht selbst unterschreibt, sondern das weiterhin den Papa erledigen lässt und ihm nur die Formulare reicht, sicher noch für einen Platz in der libyschen Versöhnungskommission.