Wenn es um Menschenrechte geht, führt kein Weg daran vorbei, die „Fachleute“ von amnesty international (das sind die, die den GULag unserer Zeit interessanterweise nicht in Nordkorea vermuten) nach ihrer ganz eigenen Deutung zu befragen. Im Falle der aktuellen Entwicklung in Ägypten liest sich die Antwort dann beispielsweise so:

Das liegt vor allem an vier Dingen. Erstens ist der Funke von Tunesien auf das strategisch viel wichtigere Ägypten übergesprungen. Zweitens hat Präsident Husni Mubarak Angst vor den eigenen Bürgern. Seit Monaten haben die ihn nicht mehr gesehen. Drittens geht es dem Land insgesamt betrachtet zwar halbwegs gut, aber der Reichtum ist extrem ungleich verteilt. Große Teile der Bevölkerung leben in bitterer Armut. Und viertens schwindet der internationale Rückhalt für das Regime.

Und dann war da noch der fünfte Punkt. Irgendwas mit „Bush“, „NeoCons“, „Regime Change“ oder „Irak“, aber man kann sich schließlich nicht alles merken. Macht jedoch nix, andere haben ja zum Glück besser aufgepaßt:

Persistent claims were heard Saturday, Jan. 29 in various Egyptian and informed western circles that the popular uprising against president Hosni Mubarak, still going strong on its fifth day, was secretly prepared three years ago in Washington during the Bush administration.

[…] The London Daily Telegraph headlined a story Saturday, apparently confirming confidential US documents released by WikiLeaks, which claimed that since 2008, the American government had secretly backed leading figures behind the uprising for „regime change.“

The US embassy in Cairo reportedly helped a young Egyptian dissident secretly attend a US-Sponsored summit for activists in New York. „On his return to Cairo in December 2008, the activist told US diplomats that an alliance of opposition groups had drawn up a plan to overthrow President Hosni Mubarak and Install a democratic government in 2011,“ the Telegraph reported.

Aber keine Sorge, auch amnesty international wird Punkt 5 irgendwann zur Kenntnis nehmen. Und zwar spätestens in dem Moment, in dem sie merken, dass sogar Obama dazugelernt zu haben scheint und entgegen seiner Wahlkampfrhetorik anders als noch bei der Revolte im Iran diesmal rechtzeitig auf den Zug in Richtung Demokratie aufgesprungen sein könnte. Dann kann man auch einen US-Präsidenten endlich mal lobend erwähnen. Ist jetzt ja der richtige.