Sudans Präsident Umar al-Baschir wird wegen Völkermordes gesucht – nun wird ihm nach WikiLeaks-Informationen auch noch vorgeworfen, neun Milliarden Dollar unterschlagen zu haben.

Schon lustig: Kaum gerät WikiLeaks ob des zunehmend manische Züge annehmenden Privatkriegs ihres Chefs gegen die USA ein wenig unter Druck, fällt ihnen auf, dass es auch außerhalb des Weißen Hauses noch Schurken gibt, und sie kommen auf einmal tatsächlich mit Informationen über Despoten und Tyrannen rüber.

Ok, natürlich nichts richtig knackiges wie die Live-Videos amerikanischer Hubschrauberpiloten (wäre ja auch ein wenig unappetitlich, zu zeigen, wie die Dschandschawid gerade Zivilisten massakrieren, gerade weil sie wissen, dass ihre Opfer unbewaffnet sind), aber das sind ja ohnehin Peanuts, die von den Medien nur hochgespielt werden.

Dafür erfahren wir jetzt erstaunliches, was wir uns ohne Julians „Informationsportal“ nie hätten vorstellen können: Diktatoren sind doch tatsächlich korrupt und veruntreuen Geld! Im Sudan herrschen gewissermaßen italienische Verhältnisse, und al-Baschir spielt jetzt in einer Liga mit Berlusconi. Mindestens.

Womit die Vorwürfe der Einseitigkeit gegenüber WikiLeaks für die Öffentlichkeit wohl erst mal widerlegt sein dürften.