Auch wenn man sich zu Recht über die mehr als fragwürdige Vorgehensweise von WikiLeaks ärgert, so sollte dabei jedoch das durchaus interessante Ergebnis der Enthüllungen nicht vergessen werden. Denn dieses bestätigt im wesentlichen die seit Jahr und Tag – teilweise schon fast gebetsmühlenartig – wiederholten Warnungen der Kritiker der weichen Welle gegenüber der Achse des Bösen und ihren Helfershelfern und zeigt, dass die Diplomaten der zweiten Reihe nicht immer so dumm sind wie die in der ersten Reihe daherreden müssen:

Das außenpolitische Personal Deutschlands nur begrenzt einsatzbereit, Europas Führung eine Ansammlung von lächerlichen Witzfiguren, Russland eine Demokratur von Putins Gnaden, die Türkei auf dem Weg auf die dunkle Seite der Macht, Pakistan ein Musterbeispiel für die Schattenseiten der Realpolitik, und der Iran nicht nur aus neokonservativer Sicht eine Bedrohung, die selbst die Araber zwingt, auf einen Militärschlag Israels zu hoffen, weil der Präsident der Schutzmacht Amerika sich nicht zum Jagen tragen lassen will – realistischer kann man es kaum einschätzen.

Womit mal wieder bewiesen wäre, daß auch aus bösen Taten noch gutes erwachsen kann. Natürlich bleibt Assange danach immer noch ein egomanischer Idiot (ein Idiot ist ja laut Wiki – pedia, nicht leaks – „ein Mensch, der Privates nicht von Öffentlichem trennt“, was wohl selten so zutraf wie in seinem Fall). Aber immerhin hat er es wenigstens zum nützlichen Exemplar seiner Zunft gebracht. Die meisten seiner Fans schaffen nicht mal das. Oder anders ausgedrückt: Er mag ein Unsympath sein, aber gewissermaßen ist er jetzt auch unser Unsympath.