Obamas Kairoer Rede an die muslimische Welt etwa war eine Ansprache für die Geschichtsbücher.

Stimmt. Denn damit wurde die alte realpolitische Doktrin der Kooperation mit brutalen Diktatoren durch die Gleichsetzung der Interessen der Unterdrückten mit denjenigen ihrer Unterdrücker noch einmal explizit auf die Muslime ausgedehnt, damit auch ja jeder mitkriegt, daß nicht nur christliche Despoten zu Obamas Hurensöhnen zählen dürfen. Und das wird hoffentlich wirklich in den Geschichtsbüchern stehen. Wäre zumindest ausgesprochen schade, wenn das jemals in Vergessenheit geriete.

[…] Sicher, viele Baustellen bleiben. Pakistan ist nach wie vor ein Pulverfass. Der offene Einsatz für Demokratie und Menschenrechte ist von der Agenda verschwunden, der Friedensprozess im Nahen Osten stagniert.

Doch sein wichtigstes Versprechen, Amerikas Ansehen in der Welt wiederherzustellen, hat Obama eingelöst.

Das einzige, was noch irrwitziger ist, als eine Steigerung des Ansehens Amerikas bei Verzicht auf den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte festzustellen, ist das ziemlich verquere Amerika-Bild der Autoren sowie die Tatsache, daß sie allen Ernstes meinen, damit ein Argument FÜR Obama gefunden zu haben. Nach diesem entlarvenden Satz sollten sich die Bush-Hasser jedenfalls in Grund und Boden schämen und es in Zukunft lieber erst mit Nachdenken probieren, bevor sie noch mal den Mund aufmachen.