Nach 9/11 verlor sich die Spur des Top-Terroristen zunächst. Später wurde bekannt, dass er nördlich der iranischen Hauptstadt Teheran unter einer Art wohlwollendem Hausarrest stand – zusammen mit Dutzenden, möglicherweise Hunderten Qaida-Kämpfern und ihren Familien, die vor der US-Invasion in Afghanistan im Dezember 2001 geflohen waren und von den Iranern an der Weiterreise gehindert wurden.

Doch nun ist Saif al-Adel zurück: „Es ist so gut wie sicher, dass Saif al-Adel freigelassen wurde, sich in der pakistanischen Provinz Nordwaziristan aufhält und als al-Qaidas Militärchef fungiert“

Komisch. Wenn ein Staat Top-Terroristen beherbergt, kontrolliert, ausrüstet und bei Bedarf in soziopathischen Dosen auf die Menschheit losläßt, wäre das früher selbst nach Ansicht eingefleischter Irakkriegsgegner Grund genug für eine legitime Kriegserklärung gewesen (sonst hätte bei deren hilflosen Argumentationsversuchen das angebliche Fehlen von Terror-Verbindungen des Saddam-Regimes nicht immer so eine zentrale Rolle gespielt).

Heute hingegen verkümmern derartige Verstrickungen, die damals noch für prominent plazierte Sensationsmeldungen gereicht hätten und möglicherweise vor dem UN-Sicherheitsrat gelandet wären, nur noch als emotionslos vorgetragene Nebensache in allgemeinen Artikeln über Klatsch und Tratsch aus der Terroristenszene.

Wenn dem Mullah-Regime aber nicht mal mehr dann Widerstand entgegengesetzt wird, obwohl es bereits Krieg gegen den Westen führen und seine Bürger töten läßt, dann sollten wir in Zukunft vielleicht wirklich Abstand von Vergleichen zu den 30er-Jahren nehmen. Sie wären gegenüber den Verfechtern des Appeasement, die wenigstens nach dem Ausbruch von offenen Kampfhandlungen den Ernst der Lage bemerkt hatten, nämlich tatsächlich noch unfair.