Nahost: Luftangriffe überschatten Friedensgespräche

Hm, und ich hätte schwören können, das wären die Massaker an israelischen Zivilisten oder der andauernde Raketen- und Mörserbeschuß der letzten Tage gewesen. Aber so kann man sich täuschen.

Die israelische Armee hat im Gaza-Streifen einen mutmaßlichen Schmugglertunnel bombardiert. Zuvor sollen Palästinenser eine Rakete und mehrere Granaten auf Israel abgefeuert haben.

Schön, daß man wie üblich sicher weiß, was die israelische Armee so alles tut, und auch gleich das passende Foto zur Hand hat. Ganz besonders, da man es bei den Palästinensern ja offenbar mal wieder nur raten kann und sich daher auf vergleichsweise unbestimmte Berichte vom Hörensagen verlassen muß.

Doch wir wollen nicht meckern, etwas positives hat diese Art der Darstellung immerhin. Denn wenn es die israelischen Luftangriffe sind, die die Friedensgespräche überschatten, und die vorherigen Angriffe der Palästinenser möglicherweise gar nicht stattgefunden haben, scheidet Rache als Motiv diesmal wenigstens aus.

Und daß die rückständigen Juden in der Moderne ankommen, indem sie sich endlich von ihrem alttestamentarischen Vergeltungsdenken lösen, das ist doch mal eine gute Nachricht. Und da sage noch mal jemand, der SPIEGEL berichte unausgewogen oder gar mit antiisraelischen Untertönen über den Nahostkonflikt.