Kampfflugzeuge, Hubschrauber, Ausrüstung: US-Rüstungskonzerne haben einen 60-Milliarden-Dollar-Deal mit Saudi-Arabien eingefädelt. Es wäre einer der größten Waffenverkäufe der US-Geschichte – er könnte die Machtstruktur im Nahen Osten beeinflussen.

So ändern sich die Zeiten. Liefen früher schon weit kleinere Rüstungsgeschäfte immer über den Schreibtisch des Weißen Hauses und wurden nicht nur von Michael Moore als endgültiger Beweis für die persönliche Verstrickung von George W. Bush in die Ränkespiele von Ölindustrie und saudischem Königshaus gesehen, werden heute selbst gigantische Megadeals, die „die Machtstruktur im Nahen Osten beeinflussen“ können, von der Rüstungsindustrie am Präsidenten vorbei eingefädelt, ohne daß der das geringste davon mitkriegt, geschweige denn ein Mitspracherecht hätte.

Anders ist jedenfalls nicht zu erklären, daß der SPIEGEL einen ganzen Artikel zum Thema schreiben kann, ohne daß einmal das Wort „Obama“ fällt. Aber der macht nach Ansicht seiner Fans ja einen tollen Job, weil wer keine Ahnung hat, sich wenigstens die Finger nicht schmutzig machen kann. Und selbst wenn, dann ist das alles bloß ein Zeichen der Versöhnung mit dem Islam, der ja bekanntlich nicht durch seine Gläubigen repräsentiert wird, sondern durch diejenigen, die diese von Zeit zu Zeit ein wenig auspeitschen bzw. ihnen die Hände abhacken.

Da bleibt uns wohl nichts übrig, als alle Hoffnung auf Karsten Voigt zu setzen. Der fand damals schon bei einem Volumen von 20 Mrd. Dollar deutliche Worte („Ich sehe keinen Sinn, warum man die Golfstaaten und Saudi-Arabien mit mehr Waffen ausrüsten sollte“ […] „Die Region leidet nicht an einem Mangel an Waffen, sondern an einem Mangel an Stabilität.“) und wird sich jetzt über Bushs Nachfolger sicherlich um so mehr aufregen. Nur einen „Widerspruch zwischen der früheren Freiheitsrhetorik und der jetzigen Praxis“ der US-Regierung, den wird Voigt tatsächlich nicht mehr monieren müssen. Denn Obama bekennt sich klar dazu, die Freiheit nicht mal rhetorisch zu verteidigen. Und das ist ja ganz im Sinne der SPD.