Der Westen hofft darauf, dass neue harte Sanktionen gegen Teheran Wirkung zeigen. Doch eine Dissidentengruppe legt nun Belege für eine angeblich bislang geheim gehaltene Anreicherungsanlage nahe Teheran vor. US-Regierung und Internationale Atomenergiebehörde schweigen dazu bislang.

Die Enthüllung der Anlage käme zu einem heiklen Zeitpunkt. Sie würde belegen, dass Iran sein Atomprogramm weiter aggressiv vorantreibt – während zahlreiche Beobachter eigentlich davon ausgingen, dass neue harte Sanktionen des Uno-Sicherheitsrates gegen das Regime Wirkung zeigten.

Mit dieser Einschätzung scheinen die zahlreichen Beobachter aber irgendwie zunehmend alleine zu stehen:

A number of competent and well-informed sources have reached the same conclusion, namely, that international sanctions have failed to halt Iran’s push for a nuclear weapon and advanced ballistic missiles and that the Islamic Republic is fast approaching a nuclear arms capability.

[…] Not a single expert in the field, whether American, international or Israeli, disagrees with the common finding that the sanctions imposed by the UN, Europe and the US, have not slowed down Iran’s race for a nuclear weapon. No covert agency, moreover, appears ready to state where this program stands today, how far Iran is from the capacity to build a nuclear device or whether it has in fact crossed that threshold.

Aber ist schon ok, SPIEGEL, man kann’s ja mal versuchen. Zumal die Rechnung sogar aufgehen könnte. Es gibt jedenfalls erfahrungsgemäß genug Idioten, die trotzdem weiterhin glauben werden, daß die derzeit bereits beschlossenen Sanktionen nicht nur völlig ausreichen, sondern sogar eigentlich überflüssig sind, weil die Mullahs ohnehin nur eine besonders moderne und umweltfreundliche Variante des Atomstroms produzieren wollen (so dient beispielsweise die ganze Verschleierungstaktik nur der völlig legitimen Verhinderung der Industriespionage durch die technisch zurückgebliebenen westlichen Industrienationen). Und zwar einfach, weil sie es glauben wollen.