Die Kanzlerin distanziert sich von Thilo Sarrazin, räumt aber Defizite in der Integrationspolitik ein. Darüber müsse ohne Tabus und ohne einen Verdacht von Fremdenfeindlichkeit diskutiert werden – beispielsweise über die erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger muslimischer Jugendlicher.

Vielleicht sollte sie aber auch mal überlegen, über die erhöhte Gewaltbereitschaft jugendlicher Schulschwänzer, die nicht mal den Hauptschulabschluß schaffen, zu diskutieren. Oder über die erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher aus sozial schwachen Familien, deren Eltern seit Jahren arbeitslos sind. Oder über die erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher, die von ihren Eltern mißhandelt wurden. Oder über die erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher, deren kriminelle Freunde dickere Autos fahren als die nichtkriminellen Freunde. Oder über die erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher, die auch nach der zehnten Gewalttat noch keine ernsthaften Konsequenzen zu spüren bekommen haben. Oder einfach auch nur mal über die erhöhte Gewaltbereitschaft Jugendlicher, die ausschließlich Hosen tragen statt Röcke.

Vielleicht würde sich nach all diesen Diskussionen herausstellen, daß am Ende viel zu wenige strenggläubige muslimische Jugendliche übrig bleiben, über die es sich dann noch groß zu diskutieren lohnt. Und dann könnte man bezüglich der anderen Diskussionspunkte endlich mal handeln, anstatt immer nur drüber zu reden.