Wer wissen will, wozu das zwangsgebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Qualitätsfernsehen gut ist, nun, so wie es aussieht, zu gar nichts. Genaugenommen schadet es sogar mehr als das es nutzt. Gestern abend beispielsweise wurden die Tagesthemen mit dem Hinweis auf einen Bericht darüber angekündigt, daß während Israelis und Palästinenser in Washington miteinander reden, israelische Extremisten zu Hause die Gespräche zu verhindern suchten.

Wer ob dieser überraschenden Einleitung etwas verwirrt war, weil es ja palästinensische Extremisten gewesen waren, die am Tag zuvor ein Massaker an israelischen Zivilisten verübt hatten, um die Gespräche zu torpedieren, und nicht umgekehrt, der staunte erst recht, nachdem er im Bericht selbst durchaus erfuhr, daß die erwähnten israelischen Extremisten damit auf eben diesen Terroranschlag der bei der Anmoderation zufälligerweise vergessenen palästinensischen Extremisten reagierten.

Wer angesichts dieses Eingeständnisses jetzt stutzig wird, da selbst bei Reaktionen israelischer Nichtextremisten auf Angriffe palästinensischer Extremisten sonst üblicherweise von einer israelischen „Eskalation“ oder, falls der Journalist zu den seltenen israelfreundlicheren Vertretern des ältesten schreibenden Gewerbes der Welt gehört, wenigstens von der Beteiligung an einer „Gewaltspirale“ die Rede ist, nun das hat einen ganz simplen Grund.

Denn die Tat der israelischen Extremisten bestand nicht darin, sich dieser Bezeichnung auch mal würdig zu erweisen und einen durchgeknallten Baruch-Goldstein-Verschnitt mit durchgeladenem Sturmgewehr in die nächste Moschee zu schicken oder wenigstens den eigenen Premierminister zu erschießen, sondern sie beschränkten sich darauf, mit den Bauarbeiten für ein Haus zu beginnen, dessen einzigen Blutzoll die dort lebenden Regenwürmer und Gliederfüßler entrichten mußten.

Was für den Schwaben neben dem Schaffen der Hauptzweck seines Daseins ist, qualifiziert den Zionisten aus Sicht des offiziellen deutschen Allparteienfunks aber offenbar schon zum gemeingefährlichen Radikalinski, der mit dem Mörder an einer schwangeren Frau auf eine Stufe zu stellen ist. Oder anders ausgedrückt, Kleintiere mit weniger als zwei und mehr als vier Beinen auf palästinensischer Heimaterde (bzw. dem, was ein von Sachkenntnis unbeleckter ARD-Volontär dafür hält) sind für Tagesthemen-Moderatoren genausoviel wert wie tote Juden.

Dabei haben die palästinensischen Extremisten noch Glück gehabt, daß in der israelischen Regierung aller GEZ-finanzierten Propaganda zum Trotz eben doch nur geduldige Friedensfreunde sitzen. Denn eigentlich hätten nach diesem barbarischen Verbrechen (dem Mord, nicht dem Hausbau) sofort die Bomber starten und der Tiefbaubranche in Gaza eine Nachtschicht am Hamas-Hauptquartier bescheren müssen. Da bleibt nur zu hoffen, daß Bibi bloß gemäßigt ist, nicht aber vergeßlich.