Wie viele Jahre sollen deutsche Atomkraftwerke länger laufen? 10, 12 oder 15? Das entscheidende Gutachten liegt der Regierung vor – doch der Kurs der Kanzlerin ist nach wie vor unklar, die Minister Röttgen und Brüderle streiten wie eh und je. Jetzt droht Schwarz-Gelb auch noch ein Massenprotest.

Klar, die Frage, ob ein Atomkraftwerk 12 oder 15 Jahre läuft, ist natürlich viel wichtiger, als die, ob antisemitische Religionsfanatiker auf der Suche nach der schnellsten Abkürzung zum jüngsten Gericht die Atombombe kriegen oder nicht. Deswegen geht die wahre atomare Bedrohung ja auch von Merkel aus und nicht von Achmadinedschad.

Aber gut, immerhin haben wir so die endgültige Widerlegung von Sarrazins kranken Thesen. Denn die Intelligenz hat, wie wir hier sehen, nachweislich weit weniger mit den Genen zu tun als damit, ob jemand einen Presseausweis trägt oder ob ein Anti-AKW-Demonstrant von zuhause aus anreist statt von der riesigen Zeltstadt, die die Atomkriegsgegner seit Jahren als Mahnmal des Protestes vor der iranischen Botschaft aufgebaut haben.

Und in gewisser Weise hat solch ein logischer Störfall sogar etwas beruhigendes: Ganz gleich ob in Deutschland nun ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt oder aber eine iranische Atomrakete einschlägt – der Verlust an Intelligenz, den die Menschheit dabei hinnehmen muß, wird sich angesichts dieser Prioritätensetzung sicherlich in Grenzen halten.