Es ist mal wieder so weit: Die Alliierten stehen vor der Tür, die Lage ist, falls es tatsächlich knallen sollte, militärisch noch hoffnungsloser als sie ernst ist, und selbst bei Obama weiß man momentan nicht ganz genau, ob er den Not-Aus-Knopf für das iranische Atomwaffenprogramm am Ende nicht doch noch drückt, und sei es nur weil er sich versehentlich an der falschen Stelle abstützt.

Da bleibt dann also wieder nur noch eine letzte Hoffnung – die Wunderwaffen. Neben diversen Sensationen wie – man höre und staune – echten Torpedobooten (!) haben die Mullahs jetzt also auch eine Drohne im Programm, was zugegeben nicht ganz unschlüssig ist, da man auf diese Weise wenigstens nicht gleich auch noch einen Piloten verliert.

Ob nun der hier vorgestellte „Botschafter des Todes“ selbst dann, wenn er nicht abgeschossen werden sollte, am Ende wirklich in der Lage ist, neben seiner „Botschaft des Friedens und der Freundschaft“ auch die gezeigten Bomben nicht nur über die notwendige Entfernung zu transportieren, sondern auch ein Ziel damit zu treffen und anschließend sogar wieder zurückzukehren (sonst wäre es schließlich keine Drohne, sondern nur eine Lenkwaffe), warten wir mal ab. Angesichts der Daten vergleichbarer Systeme aus weit höher entwickelten Ländern ist da zumindest eine gewisse Skepsis angebracht.

Zudem hat der iranische V-1-Verschnitt sein offiziell erklärtes Ziel bereits jetzt verfehlt. Denn dieses lautet ja „to ‚keep the enemy paralyzed in its bases'“. Bisher jedoch ist noch kein amerikanischer Flugzeugträger deswegen in seinen Heimathafen zurückgekehrt, und auch von einem allgemeinen Flugverbot bei der israelischen Luftwaffe ist bisher zumindest offiziell nichts bekannt.

So stehen die Amerikaner denn auch nicht angstschlotternd vor den fast schon rührenden Versuchen der iranischen Rüstungsindustrie, Dinge herzustellen, die wenigstens so ähnlich aussehen wie HighTech-Waffen, sondern weisen darauf hin, worum es hier wirklich geht: Iranische Atomwaffen wären tatsächlich eine ernste Bedrohung des Westens, die konventionelle Kraftmeierei eines Dritte-Welt-Regimes ist es jedoch definitiv nicht.

Aber letztlich dient das demonstrative Polieren des eigenen Säbels vor den laufenden Fernsehkameras ja ohnehin nicht der militärischen Abschreckung potentiell feindseliger Regierungen, die ziemlich genau wissen, was die iranischen Streitkräfte können und was nicht, sondern der Einschüchterung von deren uninformierten Wählern, damit diese ob Achmadinedschads schillernder Wehr die eigenen Politiker davon abhalten mögen, dem Mullahspuk das längst überfällige Ende zu bereiten.

Und das ist gar nicht mal so dumm gedacht, denn spätestens seit der kampflosen Einnahme der Tschechoslowakei durch Nazideutschland wissen wir, daß ohne den politischen Willen sie einzusetzen auch die stärkste Armee ziemlich nutzlos ist. Was mal wieder zeigt, daß das, was einer Diktatur in der Regel an militärischen und technologischen Fähigkeiten fehlt, sie durch die politische Unfähigkeit ihrer demokratischen Kontrahenten oft mehr als wettmachen kann.

Es wird Zeit, das zu ändern.