„Rammt eure Zähne in ihr Fleisch und lasst nicht mehr los“: Mit martialischen Worten schärft General Petraeus den Soldaten in Afghanistan Kampfeswillen ein. Der Krieg unter dem neuen Chef der Nato-Schutztruppe soll härter werden – inklusive harscher Methoden wie dem gezielten Töten von Taliban.
Klar, ungezielt drauflosballern ist natürlich viel cooler. Nicht zuletzt, weil sich’s über Kollateralschäden zwangsläufig viel auflagewirksamer schreiben läßt, als wenn die Amis immer nur unsympathische Bösewichter umlegen, die sonst vorzugsweise Frauen und Kinder massakrieren, und selbst für den dümmeren Teil der zahlenden Kundschaft nur sehr eingeschränkt als Identifikationsfigur taugen. Sind ja schließlich keine Palästinenser.
[…] So werden die größtenteils geheim agierenden Spezialkräfte schon in der Einleitung des Textes erwähnt.
Ui, die müssen ja verdammt geheim sein, diese geheimen Spezialkräfte, wenn sie schon in der Einleitung erwähnt werden. Wie der SPIEGEL sowas immer nur rauskriegt…
Später heißt es: „Sucht den Feind und eliminiert ihn. Nehmt das ganze Netzwerk ins Visier, nicht nur Einzelne.“
Wie, jetzt im Ernst? Die sollen die feindlichen Kämpfer nicht nur zum Spaß töten, sondern um dadurch gleich auch noch deren gesamte Streitmacht zu besiegen? Also die schrecken aber auch wirklich vor nichts zurück, diese Yankees! Kriege gewinnen, tststs. Machen wir Deutschen doch auch nicht.
Deutlicher kann man das aggressive Vorgehen der Jäger nicht beschreiben.
Aggressives Vorgehen? Nur weil ein bißchen Krieg ist? Wieso denn, geht doch auch mit Deeskalation statt Testosteron. Und wenn Petraeus‘ Monstern keine netten Worte einfallen, könnten sie doch diese komische Bischöfin vorschicken, die macht das bestimmt gerne. Und falls die sich wider Erwarten zieren sollte, einfach nachschenken. Dann tanzt die vor Mullah Omar sogar auf dem Verhandlungstisch, und zwar mit nichts an als der Burka! Der weiß das bestimmt zu würdigen.
Die abgeschirmten Sondertrupps der diversen US-Einheiten, sogenannte Task Forces, töten seit Monaten Taliban-Kommandeure im ganzen Land.
Sogenannte „Task Forces“? Das ist ja schrecklich! Denn dann steckt beispielsweise das Arbeitsamt auch mit drin, und denen ist bekanntlich einiges zuzutrauen (ok, außer vielleicht halbwegs effizient zu arbeiten). Und wenn die zu solchen Mitteln greifen, werden hier wahrscheinlich schon bald die ersten Arbeitslosen erschossen. Aber es ist noch viel schlimmer, in Berlin hat die SPD offenbar sogar schon die erste Zielliste unter kriminellen Jugendlichen erarbeitet. Da hat unsere Hamburger Redaktionsspezialkraft für exakte Terminologie ja gerade rechtzeitig Alarm geschlagen.
Es sind Einsätze nach Wildwestmanier, ohne Beweise, ohne Richter und ohne Urteil.
Genau, so geht’s ja nicht! Wo doch bisher doch noch jeder Krieg vor Gericht entschieden wurde. Man denke nur an die Schlacht von Verdun, wo jede einzelne Granate vorher auf juristische Zulässigkeit überprüft und notariell beglaubigt wurde, bevor sie auf die gegnerischen Soldaten abgefeuert wurde (die hätten ja fristgerecht Widerspruch einlegen können). Zum Glück hat uns der SPIEGEL noch mal daran erinnert, wie Krieg wirklich läuft.