Nachdem der SPIEGEL erst kürzlich die Sensation enthüllte, daß Soldaten mitunter Menschen töten, kommt jetzt der nächste von WikiLeaks ans Tageslicht gezerrte Skandal über die dunkle Seite des noch dunkleren Imperiums:
Die Geheim-Memos offenbaren die Kehrseite jener Waffe, die US-Militärs und auch der Präsident als Allheilmittel preisen. […] Die unbemannten Killer können mehr als 20 Stunden in der Luft verharren, und dann blitzschnell töten. Aber sie sind nicht immer zuverlässig: Nach offiziellen Angaben sind bisher 38 Predator- und Reaper-Drohnen im Kampfeinsatz in Afghanistan und im Irak abgestürzt, neun weitere bei Testflügen auf Militärbasen in den USA. Jeder Crash kostet zwischen 3,7 und 5 Millionen Dollar.

[…] Den US-Militärs machen nicht allein die Kosten der Abstürze Sorgen. Gerade die kleineren Aufklärungsdrohnen sind vollgepackt mit komplexer Computertechnik – die dem Feind partout nicht in die Hände fallen sollte. Sowohl Reaper als auch Predator verfügen über eine sogenannte Zero-out-Funktion, mit denen sich alle Daten per Fernsteuerung löschen lassen. Doch die versagt bisweilen. Aus Angst, dem Feind könnten wertvolle Informationen in die Hände fallen, wird so jeder Drohnenabsturz zur aufwendigen und gefährlichen Bergungsaktion.
Klar, ein Drohnenabsturz ist natürlich viel teurer und problematischer als der eines Jagdbombers. Der kostet schließlich nur das zwanzigfache, und abgeschossene Piloten waren den USA schon immer egal (weswegen sich die USA die größte CSAR-Hubschrauberflotte der Geschichte bekanntlich ja auch nur zum Zweck der Verschwendung von Steuergeldern zugelegt haben). Ist der Pilot weg, braucht er hinterher auch keine Pensionen. Und die Angehörigen oder die amerikanische Öffentlichkeit interessiert ein Landsmann in der Hand sadistischer Barbaren naturgemäß sowieso weit weniger als der Blue Screen of Death am Bildschirm des Nachschichtoperators in der Drohnenleitzentrale.

Zudem ist in einem Düsenjäger nix drin, was der Taliban gebrauchen oder wenigstens an Russen und Chinesen weiterverticken könnte. Kampfjets sind zwar größer als Drohnen, aber im Gegensatz zu ihnen innendrin mehr oder weniger hohl (das höhere Gewicht ist nur eine vom Bleiballast hervorgerufene Täuschung, weil Rüstungsgüter traditionell nach Gewicht bezahlt werden). Das ist ja auch der Grund, warum die Konstruktionspläne älterer US-Kampfflugzeuge (und die haben inzwischen fast alle mehr als 30 Jahre auf dem Buckel) immer von den Geheimhaltungsvorschriften befreit und inkl. aller Nachrüstungen vom DoD als Open Source ins Internet gestellt werden.

So wissen wir dank dem SPIEGEL mal wieder alle ein bißchen mehr. Und das schon vor dem Montag!