Archive for August, 2010



Wie viele Jahre sollen deutsche Atomkraftwerke länger laufen? 10, 12 oder 15? Das entscheidende Gutachten liegt der Regierung vor – doch der Kurs der Kanzlerin ist nach wie vor unklar, die Minister Röttgen und Brüderle streiten wie eh und je. Jetzt droht Schwarz-Gelb auch noch ein Massenprotest.

Klar, die Frage, ob ein Atomkraftwerk 12 oder 15 Jahre läuft, ist natürlich viel wichtiger, als die, ob antisemitische Religionsfanatiker auf der Suche nach der schnellsten Abkürzung zum jüngsten Gericht die Atombombe kriegen oder nicht. Deswegen geht die wahre atomare Bedrohung ja auch von Merkel aus und nicht von Achmadinedschad.

Aber gut, immerhin haben wir so die endgültige Widerlegung von Sarrazins kranken Thesen. Denn die Intelligenz hat, wie wir hier sehen, nachweislich weit weniger mit den Genen zu tun als damit, ob jemand einen Presseausweis trägt oder ob ein Anti-AKW-Demonstrant von zuhause aus anreist statt von der riesigen Zeltstadt, die die Atomkriegsgegner seit Jahren als Mahnmal des Protestes vor der iranischen Botschaft aufgebaut haben.

Und in gewisser Weise hat solch ein logischer Störfall sogar etwas beruhigendes: Ganz gleich ob in Deutschland nun ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt oder aber eine iranische Atomrakete einschlägt – der Verlust an Intelligenz, den die Menschheit dabei hinnehmen muß, wird sich angesichts dieser Prioritätensetzung sicherlich in Grenzen halten.

Wunder der Natur


Aus der Tierwelt gibt es immer wieder Erstaunliches zu berichten. Jetzt wurde der erste Wolf gesichtet, der versucht eine Schafherde vor sich selbst zu schützen.


US-Truppenabzug aus dem Irak: Bagdad trauert den früheren Feinden nach

Ja, da staunt der SPIEGEL, hat man doch jahrelang gleich doppelt falsch gelegen. Nicht nur, daß die Besetzten die Besatzer offenbar gar nicht mehr missen mögen, sondern auch darin, daß Obama noch einen Extra-Eßlöffel Weisheit zu sich genommen hat, bevor er verkündete, die Truppen unabhängig von der Lage aus dem Irak abziehen zu wollen.

Denn selbst wenn die Iraker das – ja noch unter dem angeblichen Kriegstreiber Bush ausgehandelte – Abkommen zum Truppenabzug revidieren wollten, könnte Obama dem aufgrund seiner voreiligen Versprechen nicht ohne Gesichtsverlust zustimmen. Denn wie heißt es noch so schön „Image ist alles, der Irak ist nichts (wofür es sich zu kämpfen lohnt)“.


Um Israel mit der Aussicht auf einen nuklear bewaffneten Iran zu versöhnen, liegen mal wieder ein paar Ideen auf dem Tisch, die zur Abwechslung zwar grundsätzlich bedenkenswert, allerdings im speziellen Fall der durchgeknallten Armageddon-Jünger, die seit mehr als dreißig Jahren im Großraum Teheran ungestört ihr Unwesen treiben, kaum zielführend sind. Zumindest hat der Autor dieser Vorschläge, ein ob seiner Einschätzungen einschlägig bekannter ehemaliger CIA-Bediensteter namens Bruce Riedel, das Hauptproblem des Umgangs mit Gestalten vom Schlage eines Achmadinedschad auch nach Jahren offenbar immer noch nicht ansatzweise erfaßt, was natürlich daran liegen kann, daß die Schurken, die sich die CIA von Zeit zu Zeit zu kaufen pflegt, anders als fundamentalistische Apokalyptiker irdischen Genüssen wie dem nackten Überleben durchaus zugänglich sind:

1. The US must spread a nuclear umbrella over Israel that would entail the installation of American nuclear depots in Israel to show Tehran that a nuclear attack on the Jewish state would meet with a US nuclear response.

Schöner Plan. Er funktioniert nur nicht, wenn der Gegner einen nuklearen Gegenschlag gar nicht als das Ende seiner Macht sieht, sondern im Gegenteil als Beginn einer besseren Welt unter der väterlichen Führung des in einem eindrucksvollen Atomblitz heranrauschenden Mahdi. Und darauf zu bauen, daß das alles nur Geschwätz ist, wäre selbst für einen casinogestählten Geheimagenten verdammt hoch gepokert. Denn schon bei einer nur 20-prozentigen Wahrscheinlichkeit, daß die Anhänger dieses irrwitzigen Doomsday-Kultes das ernst meinen – und wohl kaum jemand würde Haus und Hof darauf verwetten, daß die Chance auch nur unter 50% liegt – wären die Aussichten, seinen Fehler noch bereuen zu können, geringer als beim russischen Roulette, was eigentlich selbst unseren Aushilfs-James-Bond davor zurückschrecken lassen sollte, sich den Atomrevolver an die Schläfe zu halten.

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Some private words


Dear X,

I’m in the process of renewing my passport, and still cannot believe this. Yet, the Federal Government is still asking me where I was born and on what date.

For Christ sakes, do you guys do this by hand? My birth date you have on my social security card, and it is on all the income tax forms I’ve filed for the past 24 years. It is on my driver’s license, on the last 8 damn passports I’ve had, on all those stupid customs declaration forms I’ve had to fill out before being allowed off the plane over the last 30 years, and all those insufferable census forms that are done at election times. It is on my MIL-ID since 24 Years.
Would somebody please take note, once and for all, that my mother’s name is yyyyyyy, my father’s name is xxxxx and I’d be absolutely astounded if that ever changed between now and when I die!!!!!!
I apologize; I’m really pissed off this morning. Between you an‘ me, I’ve had enough of this bullshit! You send the application to my home in Germany and then you ask me for my address?
What is going on? Do you have a gang of Neanderthal asses working there!
Look at my damn picture. Do I look like Bin Laden? I don’t want to dig up Yasser Arafat, I just want to go and park my ass on a sandy beach and I need it to live in Germany and travel around the World. You know what traveling outside the US is?
And would someone please tell me, why would you care whether I plan on visiting a farm in the next 15 days? If I ever got the urge to do something weird to a chicken or a goat, believe you me, I’d sure as hell not want to tell anyone!

Well, I have to go now, ‚cause I have call to the US and get another copy of my birth certificate, to the tune of $100 for oversee citizens. Would it be so complicated to have all the services in the same spot to assist in the issuance of a new passport the same day and send it to Germany????
Nooooo, that’d be too damn easy and maybe make sense. You’d rather have us running all over the place like chickens with our heads cut off, then find some idiot to confirm that it’s really me on the damn picture – you know, the one where we’re not allowed to smile?! (bureaucratic morons)
Hey, you know why we can’t smile? We’re totally pissed off!

Signed – John

P.S.. Remember what I said above about the picture and getting someone to confirm that it’s me? Well, my family has been in this country since 1937 …….I have served in the military for something over 24 years, active and reserve, have security clearances up the yingyang you send my ass to some hotspots and you gave me two purple hearts and some others.
However, I have to get someone ‚important‘ to verify who I am born. And you want to run the Nations health care system?!?
FUBAR


Venezuela, under the benevolent and glorious leader Hugo Chavez (just ask Sean Penn and Cindy Sheehan), is a more deadly country than Iraq.

In fact, Sean Penn said that journalistas who even hint that Chavez is a dictator should be subject to prison terms. Such an enlightened man, that Sean Penn and Mr. Romero must be carefull….
How ever, the NYT(Yes this NYT) has the story…


Es ist mal wieder so weit: Die Alliierten stehen vor der Tür, die Lage ist, falls es tatsächlich knallen sollte, militärisch noch hoffnungsloser als sie ernst ist, und selbst bei Obama weiß man momentan nicht ganz genau, ob er den Not-Aus-Knopf für das iranische Atomwaffenprogramm am Ende nicht doch noch drückt, und sei es nur weil er sich versehentlich an der falschen Stelle abstützt.

Da bleibt dann also wieder nur noch eine letzte Hoffnung – die Wunderwaffen. Neben diversen Sensationen wie – man höre und staune – echten Torpedobooten (!) haben die Mullahs jetzt also auch eine Drohne im Programm, was zugegeben nicht ganz unschlüssig ist, da man auf diese Weise wenigstens nicht gleich auch noch einen Piloten verliert.

Ob nun der hier vorgestellte „Botschafter des Todes“ selbst dann, wenn er nicht abgeschossen werden sollte, am Ende wirklich in der Lage ist, neben seiner „Botschaft des Friedens und der Freundschaft“ auch die gezeigten Bomben nicht nur über die notwendige Entfernung zu transportieren, sondern auch ein Ziel damit zu treffen und anschließend sogar wieder zurückzukehren (sonst wäre es schließlich keine Drohne, sondern nur eine Lenkwaffe), warten wir mal ab. Angesichts der Daten vergleichbarer Systeme aus weit höher entwickelten Ländern ist da zumindest eine gewisse Skepsis angebracht.

Zudem hat der iranische V-1-Verschnitt sein offiziell erklärtes Ziel bereits jetzt verfehlt. Denn dieses lautet ja „to ‚keep the enemy paralyzed in its bases'“. Bisher jedoch ist noch kein amerikanischer Flugzeugträger deswegen in seinen Heimathafen zurückgekehrt, und auch von einem allgemeinen Flugverbot bei der israelischen Luftwaffe ist bisher zumindest offiziell nichts bekannt.

So stehen die Amerikaner denn auch nicht angstschlotternd vor den fast schon rührenden Versuchen der iranischen Rüstungsindustrie, Dinge herzustellen, die wenigstens so ähnlich aussehen wie HighTech-Waffen, sondern weisen darauf hin, worum es hier wirklich geht: Iranische Atomwaffen wären tatsächlich eine ernste Bedrohung des Westens, die konventionelle Kraftmeierei eines Dritte-Welt-Regimes ist es jedoch definitiv nicht.

Aber letztlich dient das demonstrative Polieren des eigenen Säbels vor den laufenden Fernsehkameras ja ohnehin nicht der militärischen Abschreckung potentiell feindseliger Regierungen, die ziemlich genau wissen, was die iranischen Streitkräfte können und was nicht, sondern der Einschüchterung von deren uninformierten Wählern, damit diese ob Achmadinedschads schillernder Wehr die eigenen Politiker davon abhalten mögen, dem Mullahspuk das längst überfällige Ende zu bereiten.

Und das ist gar nicht mal so dumm gedacht, denn spätestens seit der kampflosen Einnahme der Tschechoslowakei durch Nazideutschland wissen wir, daß ohne den politischen Willen sie einzusetzen auch die stärkste Armee ziemlich nutzlos ist. Was mal wieder zeigt, daß das, was einer Diktatur in der Regel an militärischen und technologischen Fähigkeiten fehlt, sie durch die politische Unfähigkeit ihrer demokratischen Kontrahenten oft mehr als wettmachen kann.

Es wird Zeit, das zu ändern.


Die Einschläge kommen näher. Zumindest ist’s in der Nähe des iranischen Atomreaktors bei Bushehr in den letzten Wochen vor seiner Indienststellung irgendwie etwas lauter als sonst:

Tuesday, Aug. 17, an Iranian F4 Phantom fighter jet was claimed by Tehran to have crashed 6 kilometers north of the Bushehr nuclear reactor in southern Iran. debkafile’s military sources report it was shot down by Russian-made TOR-M1 air-missile defense batteries guarding the reactor.

Aber kann ja mal passieren, daß ein Pilot sich ein bißchen verfliegt. Und falls sich gerade kein Freiwilliger findet, kann man die eigene Luftverteidigung ja ja immer noch mit unbemannten Flugzeugen „testen“:

[…] On Aug. 1, three unidentified UAVs slammed into the reactor buildings, scaring the townspeople who were sure the plant was under American or Israeli attack.

After the heads of government in Tehran put their heads together to try and identify the drones, without success, the defense ministry emerged with a communiqué reporting that a single drone had crashed on the nuclear reactor’s dome, but insisted it was launched by Iran’s Revolutionary Guards to test the alertness of the air defense personnel guarding it and the effectiveness of its anti-air radar system.

According to DEBKA-Net-Weekly’s Iranian and intelligence sources, Bushehr citizens were sure they heard three mighty explosions – not one. So the deputy district governor for security affairs, Mohammad Hossein Shenidi, who is responsible for safeguarding Bushehr and its reactors against air or missile attacks, pitched in with a lighter version of the communiqué:  A single drone had indeed been fired, he admitted, but it carried no explosives because its only purpose was to simulate a loud bang to check the level of local alertness.

According to our sources, the townspeople were correct: Three drones hit the reactor killing at least five of its staff members.

In diesem Sinne, liebe Mullahs, wünschen wir Euch noch viele weitere „Übungen“ dieser Art. Ihr kriegt das Miststück schon noch klein. Und falls nicht, erbarmt sich vielleicht jemand anders.


Die nicht nur von der Linkspartei zu den zukünftigen Herrschern Afghanistans auserkorenen Taliban haben erneut demonstriert, was sie unter nationalem Befreiungskampf und kultureller Selbstbestimmung verstehen und wie sie zu regieren gedenken, wenn die westlichen Exitstrategen ihnen erst mal offiziell das Zepter übergeben haben:

Eine grausame Strafaktion der Taliban zeigt, wie wenig Einfluss Bundeswehr und lokale Polizei rund um Kunduz nur noch haben. Die Aufständischen haben in aller Öffentlichkeit ein junges Paar wegen „unsittlichen Verhaltens“ gesteinigt. Tatort: ein Marktplatz nur eine Stunde vom deutschen Camp entfernt.

Wohlgemerkt eine Autostunde, und da führt keine 6-spurige Autobahn hin, sondern der Ort liegt sozusagen in Sichtweite gleich hinterm nächsten Berg. Die Flugzeit einer für solche Fälle in Reserve gehaltenen Luftlandeeinheit bemäße sich also eher in Minuten. Nur gibt es eine solche in Kunduz nicht, und selbst wenn es sie gäbe, fehlen nicht nur die Hubschrauber, um die Fallschirmjäger überhaupt zum Einsatz zu fliegen, sondern vor allem auch der politische Wille, die Soldaten vor Ort ihren Job machen zu lassen, statt ihnen genau dafür auch noch mit der Bundesanwaltschaft zu drohen. Weswegen auch all die schönen Drohnen, Jagdbomber und sogar die mit so viel medialem Tamtam nach Kunduz verfrachteten Panzerhaubitzen ziemlich nutzlos sind. Wer nicht schießen darf, kann halt auch nicht viel treffen.

[…] Rund hundert Taliban waren mit Motorrädern und ihren umgehängten Waffen in das Dorf gekommen. Sie brachten zwei Gefangene mit: den 28-jährigen Abdul Qayom und die 20-jährige Sedeqa.

Hundert, und zwar auf einmal. Einfach so, aus dem Nichts, am Ende vielleicht sogar in einer großen Staubwolke über die Ebene. Aber gut, selbst wenn sich dieses Verbrechen tatsächlich nicht hätte verhindern lassen, sollte sich angesichts der militärischen Überlegenheit der NATO eigentlich sicherstellen lassen, daß zumindest hinterher nicht allzuviele der Täter noch groß mit ihrer Tat prahlen können. Das allerdings ist zugegeben natürlich insofern naiv, als die Vorstellung, wie Angela Merkel zur nächsten Kabinettssitzung mit dem „Find them and kill them!“-Stempel in der Hand erscheint, fast so absurd wirkt, wie daß Guido Westerwelle sich unter dem Ausruf „Jetzt reicht’s, Ihr bösen Taliban!“ breitbeinig vor die Kameras stellt und eine Verdoppelung des Bundeswehrkontingents in Afghanistan durch zusätzliche Kampftruppen bis spätestens zum nächsten FDP-Parteitag fordert.

[…] Die Berichte aus Kunduz erinnern an die Zeit vor der von den USA angeführten Invasion in Afghanistan. Nun, neun Jahre später, etablieren sich vielerorts die gleichen Herrschaftssysteme der Taliban wie damals. Mit rücksichtsloser Gewalt wollen sie die Bevölkerung einschüchtern. Erst kürzlich peitschten Taliban in Badghis eine schwangere Witwe wegen Ehebruchs erst öffentlich aus und erschossen sie dann.

Was zeigt, daß der Muslimhass unter der Linken genauso weit verbreitet ist wie unter der Rechten, sonst wäre die Linkspartei und ihre Mitläufer nicht so mitleidlos, wenn Muslime auf derart bestialische Weise zu Tode gequält werden. Aber immerhin wissen wir jetzt, was unser lieber Oskar in Sachen Frauenrechte so alles zu akzeptieren bereit ist, wenn es gilt den sozialistischen Frieden zu retten. Frau Wagenknecht sollte jedenfalls gewarnt sein, bevor sie unter ihrer Burka irgendwann mal versehentlich dem Bartsch zulächelt.

Für die Taliban sind die Rituale ein simples Mittel zur Ausweitung ihres Einflusses. Sie wissen genau, dass sich die Berichte über Steinigungen, Auspeitschungen, Mord und Totschlag schnell herumsprechen. Ganz ähnlich haben sie nach dem Rückzug der Sowjets ihre Herrschaft aufgebaut.

Und zum Schluß ein Satz, der nicht nur aufgrund seiner grundsätzlichen Bedeutung für die Abzugsdiskussion rot angestrichen gehört, sondern vor allem dafür, daß er sich im SPIEGEL findet, wo seit Jahren für die Flucht von wo auch immer getrommelt wird; auch bzw. gerade weil seine Leser ihn nicht verstehen werden:

Nun, da auch die westlichen Armeen ihren Abzug angekündigt haben, weiten sie ihr Schreckensregime aufs Neue aus.

Oder um Henryk M. Broders beliebtes Bonmot mal etwas drastischer zu formulieren: Wenn es Kultur ist, daß jemand andere Leute wegen ihres Liebeslebens steinigt, dann ist es Zivilisation, wenn man ihn dafür dahin zurückbombt, wo er herkommt. Nämlich in die Steinzeit.

Heute…


…gibt’s auch noch nix. Muß mich nach der nachrichten- und bloglosen Sommerpause erst mal durch die aufgelaufenen Kommentare wühlen.