Jahrelang hat die Politik die Bahn zum Sparen gedrängt, erst kürzlich wurde sie verdonnert, eine halbe Milliarde Euro jährlich an den Staat abzuführen – doch jetzt kommen andere Töne aus der Regierung. Wegen des Hitzedesasters greift Verkehrsminister Ramsauer den Sparkurs des Konzerns an.

Das wär‘ schön, gell? Die Politik, die böse, war’s mal wieder, und alle sind’s zufrieden. Doch die Realität ist dummerweise etwas unangenehmer, als der nur bedingt zur Einsicht in komplexe ökonomische Zusammenhänge – wie den zwischen Einnahmen und Ausgaben – fähige Leser es zu verstehen in der Lage ist.

Denn die Politiker fordern letztlich ja nur Dinge, von denen sie annehmen, daß es ihre Chancen erhöht, gewählt zu werden. Sie sagen also genau das, was die Wähler – das sind wir! – hören wollen. Und das ist nun mal nicht „Wenn ich gewinne, erhöhe ich als erstes entweder die Steuern oder die Bahn die Ticketpreise!“.

Und daß gerade der SPIEGEL so einen bis zur Naivität ehrlichen Politiker nach der Wahlniederlage auf der Titelseite zum Volkshelden erklärt, der sich für eine ehrenhafte Sache geopfert hat, weil er unangenehme Wahrheiten ausgesprochen hat, darf dann doch bezweifelt werden. Selbst dann, wenn er aus der CSU stammt.