Archive for Juli, 2010



Task Force 373: Die geheimen Jäger

Die Mitglieder der Task Force 373 sind eine Truppe von US-Elitesoldaten wie den Navy Seals und Delta Forces. […] Ihre Mission ist das Ausschalten von Top-Taliban und Terroristen, tot oder lebendig.

[…] Es ist eine in Militärkreisen nüchtern als „Joint Prioritized Effects List“ (JPEL) bezeichnete Liste von Taliban, Drogenbaronen, Bombenbauern und al-Qaida-Mitgliedern – geordnet nach Vorgangsnummern und Prioritätsstufen. Oft wird den Jägern überlassen, ob sie die Zielpersonen festsetzen oder töten.

Hm, scheint so eine Art Mutter-Teresa-Truppe zu sein. Wären es Soldaten, wäre das mit dem Töten nämlich ihr primärer Job.


Interesting essay in Harpers from August 1941
Take a cup of coffee and read please.


Da läßt sich jemand feiern, weil er unerlaubt Daten veröffentlicht. Das ist zwar eigentlich nicht nett, aber erstens gilt Datenschutz nicht für jeden, und zweitens veröffentlicht er ohnehin nicht alles. Es reicht schließlich seit Jahren völlig, wenn man westliche Demokratien anprangert, um in jenen erlauchten Kreis der Aktivisten mit Rebellenstatus erhoben zu werden, in welchem sich illustre Namen wie beispielsweise „amnesty international“ und „attac“ bereits befinden. Und für ein wohlwollendes SPIEGEL-Interview reicht das völlig:

Es gibt ein allgemeines Gefühl, dass es besser wäre, den Krieg zu beenden.

Stimmt, die Taliban hätten das sicher gerne. Dann können sie endlich wieder ohne Gegenwehr weitermassakrieren. Und die Abwesenheit von militärischem Widerstand ist ja bereits Frieden. Weswegen Friedhöfe auch so heißen.

Diese Dateien allein werden das nicht schaffen, aber sie werden den politischen Willen beeinflussen.

Ok, vielleicht nicht gerade den der Taliban, aber die haben eh kein Internet. Sonst würden sie auf große Denker wie Assange sicher hören.

[…] Echte Reformen kann es nur geben, wenn ungerechte Handlungen entlarvt werden.

Man erinnere sich nur an damals, als WikiLeaks die Barbarei der Taliban gegenüber der afghanischen Bevölkerung in die Öffentlichkeit gezerrt hat und Mullah Omar von schlechtem Gewissen getrieben den Rücktritt seines Regimes bekanntgab. Danach herrschte in Afghanistan dann ja bekanntlich das Paradies auf Erden, bis die bösen Amerikaner kamen und die Idylle zerstörten.

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Singapur oder Palermo?


Manchmal steckt in einem kleinen Artikel über technische Details in der Computerindustrie mehr politische Brisanz als in allem, was die im Tagesgeschäft versinkenden Hampelmänner und -frauen in Berlin vorzuweisen haben:

Bei Apple entscheidet halt ein einzelner starker Mann, während es die vielstimmige PC-Branche wieder einmal nicht schafft, einen gemeinsamen Weg in die Zukunft zu beschreiten – keiner wagt den ersten Schritt.


Jahrelang hat die Politik die Bahn zum Sparen gedrängt, erst kürzlich wurde sie verdonnert, eine halbe Milliarde Euro jährlich an den Staat abzuführen – doch jetzt kommen andere Töne aus der Regierung. Wegen des Hitzedesasters greift Verkehrsminister Ramsauer den Sparkurs des Konzerns an.

Das wär‘ schön, gell? Die Politik, die böse, war’s mal wieder, und alle sind’s zufrieden. Doch die Realität ist dummerweise etwas unangenehmer, als der nur bedingt zur Einsicht in komplexe ökonomische Zusammenhänge – wie den zwischen Einnahmen und Ausgaben – fähige Leser es zu verstehen in der Lage ist.

Denn die Politiker fordern letztlich ja nur Dinge, von denen sie annehmen, daß es ihre Chancen erhöht, gewählt zu werden. Sie sagen also genau das, was die Wähler – das sind wir! – hören wollen. Und das ist nun mal nicht „Wenn ich gewinne, erhöhe ich als erstes entweder die Steuern oder die Bahn die Ticketpreise!“.

Und daß gerade der SPIEGEL so einen bis zur Naivität ehrlichen Politiker nach der Wahlniederlage auf der Titelseite zum Volkshelden erklärt, der sich für eine ehrenhafte Sache geopfert hat, weil er unangenehme Wahrheiten ausgesprochen hat, darf dann doch bezweifelt werden. Selbst dann, wenn er aus der CSU stammt.

One Step….


….the good old days. Remember way back when NASA focused on things like space and didn’t have to concern itself with the self-esteem of any particular religious group? Back when our Presidents understood that NASA’s charter was about exploring “The Final Frontier” and not radical religious alignment? For example: 41 years ago today



Das mußte mal gesagt werden. Technorati wollte das so. Also am besten einfach ignorieren.


Auch bei den Kriegsgegnern wächst zusammen, was schon immer zusammen gestört hat. Während das politische Zentrum von McCain bis Lieberman weiter zur Rettung Afghanistans vom Talibanterror steht, finden sich rechte Republikaner mit linken Demokraten in einer gruseligen Allianz zusammen, die schlimme Erinnerungen an die dunkelsten Zeiten des letzten Jahrhunderts weckt:

There was a dustup almost two weeks ago when GOP Chairman Michael Steele got in trouble for claiming the war in Afghanistan is essentially unwinnable. The war was one of “Obama’s choosing,” Steele proclaimed […]

Next, conservative journalist Ann Coulter jumped in. In her weekly column, she argued that Obama’s motive in ramping up the war wasn’t “based on a careful calculation of America’s strategic objectives. He did it because he was trapped by his own rhetorical game of bashing the Iraq war while pretending to be a hawk on Afghanistan.” Calling Afghanistan “Obama’s war,” she added: “Everyone knows it’s not worth the trouble and resources to take a nation of rocks and brigands”

[…] in her concluding remarks, Coulter went way beyond arguing for a change in policy on this particular war: “I thought the irreducible requirements of Republicanism were being for life, small government and a strong national defense, but I guess permanent war is on the platter now, too.”

[…] Coulter comes dangerously close to the paleocons and right-wing isolationists of the Buchanan and American Conservative camp. So it did not come as a surprise to find Pat Buchanan enthusiastically praising Coulter the morning after her column appeared on the Morning Joe TV program on MSNBC, before going on to say to fellow panelist Dan Senor that “you people have brought us into Iraq and now Afghanistan.”

Um es noch einmal klar zu sagen: Solange er dabei nichts kaputt macht, ist es natürlich ok, daß Obama sich auch ein bißchen mit der Befreiung der Afghanen schmückt. Aber der Krieg war ursprünglich Bushs Krieg. Und das ist jetzt nichts, weswegen man sich schämen müßte. Dagegen zu sein hingegen schon.


Wie weit sich einige der sogenannten Islamkritiker bereits vom ihren anfangs vielleicht tatsächlich mal vorhandenen westlichen Wurzeln entfernt haben, kann man auf schaurige Weise an der folgenden intellektuellen Zeitreise zurück in die ethnisch reine Vergangenheit sehen, als „der Feind“ noch klar daran erkennbar war, daß er sich jenseits des Schlagbaums an der Grenze aufhielt, und Stammesgesellschaften noch eine feine Sache waren, weil nicht nur die bösen Muselmanen welche hatten, sondern man selber ja letztlich auch nicht groß anders dachte:

Die westliche Verteidigungsallianz NATO war ein Produkt des kalten Krieges. Während sie damals ein nützliches Werkzeug war, hat sich die Organisation bisher als vollkommen unfähig erwiesen mit der Flutwelle islamischer Aggression und der Invasion der Dritten Welt durch Massenimmigration umzugehen, welche die westliche Welt verschlingt.

[…] Die NATO hat mit ihren militärischen Aktionen in Serbien und im Kosovo die Islamisierung Europas aktiv unterstützt.

Die USA haben mindestens seit Woodrow Wilsons Lebzeiten versucht Europa und den Rest der Welt nach ihem Bild zu formen. Diese Politik beinhaltet das Niederreißen sozialer Stukturen und das Befördern von Masseneinwanderung aus der dritten Welt – das gleiche Programm, das die US- Eliten jahrzehntelang in Nordamerika vorangetrieben haben.

Einheimische Europäer müssen von ihren kulturellen Identitäten „geheilt“ werden. Die amerikanischen Eliten sind genauso daran beteiligt – vielleicht sogar noch stärker – wie ihre europäischen Amtskollegen innerhalb der EU und ihrer pro- arabischen Netzwerke.

[…] Die dümmlichen Politprojekte der westlichen Nationen in Irak und Afghanistan können nicht funktionieren; es ist einfach unmöglich „Demokratie“ zu exportieren, um islamische Stammeskulturen zurückzudrängen und es ist sinnlos das Leben junger Männer und wichtige Ressourcen bei diesem Versuch zu verschwenden, während das Gesetz der Scharia sich im Westen ausbreitet – ohne Gegenwehr und oft unter Beifall der westlichen Obrigkeit

[…] Derzeit ist es Politik aller NATO Mitgliedstaaten, von Kanada bis zu den Niederlanden, die Islamisierung der westlichen Länder zu befördern. US General Wesley Clark, der die NATO Bombenangriffe auf christliche Serben im Kosovo befehligte, erklärte 1999 rundweg, es gebe im modernen Europa keinen Platz für ethnisch homogene („ethnic pure“) Staaten. Das sei eine Idee des 19. Jahrhunderts und man versuche eben diese Idee so abzuändern, dass sie ins 21. Jahrhundert passe, was multiethnische Staaten zur Folge habe.

[…] Ist die multikulturelle Doktrin noch immer das Leitbild der NATO Politik – christliche Europäer vernichten, wo auch immer sie anstatt „multiethnischen Staaten“ leben? Wenn das so ist, wer beschützt uns dann vor der NATO?

Daß der Text vom einschlägig bekannten Fjordman stammt und hier nur übersetzt wurde, macht es angesichts der kommentarlosen Weiterverbreitung der dahinter stehenden Ideen nicht besser, denn hier ist die ursprüngliche Kritik an den Auswüchsen des islamischen Fundamentalismus über den Durchlauferhitzer der Islamkritik inzwischen zum bloßen Muslimbashing oder gleich zur generellen Einwanderungsfeindlichkeit degeneriert, die sich so auch bei harten Rechtsextremisten findet (wenn auch nicht bei den ganz harten, die haben die Islamisten ja wieder ganz doll lieb).

Man bekommt jedenfalls den Eindruck, daß der Betreiber der Seite nicht mal ansatzweise verstanden hat, was viele der von ihm verlinkten Blogs – darunter auch dieses hier – überhaupt antreibt (kleiner Tip: der „Kreuzzug für die Demokratie“ hat nichts mit Kreuz zu tun, aber umso mehr mit dem von ihm verlachten Demokratieexport). Jedenfalls sollte er bei pauschaler Zustimmung zu Fjordmans kranken Thesen ernsthaft darüber nachdenken, seine Blogroll vielleicht mal einem kleinen Revirement zu unterziehen. Nicht daß es da zu inliebsamen Mißverständnissen kommt.