Nach der nur begrenzt erfolgreichen Regattateilnahme am im östlichen Mittelmeer stattfindenden „Terrorist’s Cup 2010“ zeigt die türkische Außenpolitik erste Risse. Die eigenen Diplomaten warnen vor der Isolation im Westen, Militärs und Geheimdienst sorgen sich zunehmend um die negativen Folgen für die nationale Sicherheit, und die Israelis verstehen sich auf einmal blendend mit den Nachbarn der Türkei.

Zypern ist ihnen so wohlgesonnen, daß selbst die Free Gaza-Spinner lieber ins nicht ganz so nah gelegene London flüchten, die Griechen profitieren bei ihren Streitigkeiten mit der Türkei zunehmend von der militärischen Kooperation mit Israel, die Kurden werden von den israelischen Geheimdiensten auch nicht weniger Hilfe bekommen, und nach dem US-Kongreß ist jetzt sogar der große Bruder in Washington allmählich ungehalten.

Nachdem das State Department am Donnerstag unmißverständlich klarstellte, daß die Gaza-Flotillen (und das gilt damit auch für diejenigen, die aus der Türkei kommen) unverantwortlich sind, zumal es bereits bewährte und sinnvollere Möglichkeiten der Hilfslieferungen auf dem Landweg gibt, legte jetzt mit Obamas „Mr. Europa“ ein Spitzendiplomat nach und zeigte dem ruppigen türkischen Rechtsaußen die Gelbe Karte:

The United States is warning Turkey that it is alienating US supporters and needs to demonstrate its commitment to partnership with the West.

The remarks by Philip Gordon, the Obama administration’s top diplomat on European affairs, were a rare admonishment of a crucial NATO ally.

„We think Turkey remains committed to NATO, Europe and the United States, but that needs to be demonstrated,“ Gordon told The Associated Press in an interview. „There are people asking questions about it in a way that is new, and that in itself is a bad thing that makes it harder for the United States to support some of the things that Turkey would like to see us support.“

Sofern er den Rest des Spiels nicht mit Assad und Achmadinedschad auf der Bank verbringen will, sollte Erdogan daher mit weiteren Fouls in nächster Zeit besser etwas vorsichtig sein.