Rücktritt des Bundespräsidenten: Merkel warnte Köhler vor schwerer Krise für Deutschland

Unsinn! So betrüblich Horst Köhlers Rücktritt sein mag, aber jede Krise ist zugleich immer auch eine Chance. Und wie das Schicksal es will, ist der Zeitpunkt so kurz vor der herannahenden Fußball-WM geradezu ideal, um alte Zöpfe abzuschneiden und der letztens etwas ausgelutscht wirkenden Republik mittels eines grundsätzlichen Systemwechsels endlich wieder etwas Glanz zu verleihen:

„Um das Image aufzuwerten,
meinen Managementexperten,
muß der Kaiser wieder her,
weil dann simma wieder wer!“

Glücklicherweise haben wir auch noch genau den richtigen Mann für einen sauberen und unbelasteten Neuanfang an der Hand, bei dem das Ausland trotz des Rückgriffs auf teutonische Traditionen nicht gleich ob seiner Vergangenheit erzittern muß (höchstens die Holländer, aber nicht vor Marschstiefeln, sondern nur vor einem gut plazierten Elfmeter) und die Erinnerung an Argentinien oder Rom freudige Erinnerungen statt ungenehme Assoziationen weckt oder gar Anlaß zu geschmacklosen Scherzen gibt. Deshalb kann es nur eine sinnvolle Lösung geben:

Franzl, mach Du’s!

Schließlich kann selbst eine Pickelhaube niedlich aussehen, wenn sie nicht aus einem Nachttopf gefertigt ist, sondern aus einem halbierten Fußball. Und solange sein kongenialer Freund Gerd in Schloss Bellevue nur als Mundschenk angestellt wird und nicht als Bomber, werden sogar die Briten entzückt sein, ein neues Mitglied in der europäischen Königsfamilie begrüßen zu dürfen, das international ohnehin weit angesehener sein dürfte als alles, was unsere Parteien als Staatsoberhaupt auskungeln werden (und vor dem sie dann vielleicht auch wieder etwas mehr Respekt haben).

Im Gegensatz zu manch anderem Kandidaten, der jetzt als Köhlers Nachfolger im Gespräch ist, besteht bei ihm auch keine Gefahr, daß er während des Festbanketts besoffen in die Blumenvase kotzt oder bei Prinz Harrys Geburtstag den Golfschläger falsch herum hält. Auch für ausreichend Nachwuchs ist bereits gesorgt, so daß sich die Yellow Press keine Gedanken um die Thronfolge machen muß. Und spätestens wenn der Kaiser nach dem Halbfinale gegen Kamerun die geschlagene Nationalelf persönlich aus Afrika zurückholt, werden wir wissen, was wir an ihm haben.