Attacke vor Gaza: „Für die Türkei ist das fast wie ein militärischer Angriff“

Nicht nur für die Türkei. Für Israel auch, und zwar nicht erst nach der tragischen Entwicklung der ganzen Angelegenheit, ging es den fragwürdigen Gestalten hinter dem sogenannten „Hilfs“konvoi doch von vorneherein nicht um irgendwelche humanitären Ziele, sondern um die Aushöhlung der israelischen Souveränität und des Rechts Israels auf Selbstverteidigung.

Deswegen wäre es auch absolut nachvollziehbar, wenn demnächst von Haifa aus eine „Free Diyarbakir“-Flottille in Richtung Iskenderun in See stechen würde, um das bedrängte kurdische Volk mit allem zu versorgen, was die Co-Organisatoren aus dem PKK-Umfeld für wichtig genug erachten, um es den neugierigen Blicken der türkischen Besatzer zu entziehen.

Doch soweit wird es nicht kommen, und zwar nicht nur, weil sich heutzutage niemand mehr für die Kurden interessiert, obwohl sie zweifellos mehr Recht auf ihren ersten Staat hätten als die Araber auf ihren paarundzwanzigsten. Befreiungsbewegungen, die sich nicht gegen den Westen richten, und sei es nur, weil ihre Unterdrücker sich von diesem entfernen, sind schließlich uncool.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß die derzeit so demonstrativ empörten Türken allein im Jahrzehnt von 1985-95 (übrigens ohne größeren Ärger mit der UNO) weit mehr Kurden umgebracht haben als Palästinenser in allen Kriegen gegen Israel zusammengenommen umgekommen sind, und das, obwohl kein Kurde der Türkei je das Existenzrecht abgesprochen hätte.

Der Hauptgrund für die israelische Zurückhaltung bei der Durchführung einer derartigen Aktion dürfte aber letztlich viel banaler sein. Anders als in der Türkei – und auch in Europa! – finden sich in Israel schlicht und einfach nicht genügend nützliche Idioten, um bei so einem Unsinn mitzumachen. Was diesmal ausnahmsweise ein kleines bißchen bedauerlich ist.