Für alle, die diesen Ort nicht kennen, das ist „The Good Fence“, also jener Grenzübergang zum Libanon bei Metulla, wo man einen Blick auf ein kleines Stück jenes Friedens erhaschen kann, der zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn möglich wäre, wenn diese nicht von Terroristen und Tyrannen in sinnlose Kriege gegen die einzige Demokratie des Nahen Ostens gehetzt würden.

Genauer gesagt, konnte man das. Inzwischen sieht es an der Grenze etwas anders aus. Denn als ich am Wochenende in Israel war und dort vorbeischauen wollte, erfuhr ich zu meinem Erstaunen, das dieser Grenzübergang schon lange nicht mehr existiert, und zwar nicht erst seit dem Libanonkrieg von 2006, sondern bereits seit dem Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon im Jahr 2000.

Wo früher ungeachtet des offiziellen Kriegszustands libanesische Exportgüter zur Verschiffung nach Haifa gebracht wurden, fliegen heute bestenfalls Steine über die Grenze, und wenn sich dort jetzt Libanesen versammeln, dann nicht mehr, um wie einst zur Arbeit ins Nachbarland zu kommen, sondern um gegen Israel zu demonstrieren, was aus arabischer Sicht offenbar als Fortschritt gilt.

Und so steht dort heute anstelle der oben abgebildeten Touristenattraktion ein häßliches Metalltor, durch das man, wenn man nicht aufpaßt, ganz schnell einen ungewollten Open-End-Urlaub in den gastfreundlichen Verliesen der Hisbollah antreten kann. Was mal wieder zeigt, daß weniger die Präsenz der israelischen Armee dem Frieden im Nahen Osten entgegensteht als ihre Abwesenheit.