Pentagon erwägt Militärschlag bei Cyber-Attacke

Man stelle sich einmal nur spaßeshalber vor, diese – angesichts der zentralen Bedeutung der militärischen IT-Infrastruktur für die nationale Sicherheit der USA im übrigen durchaus nachvollziehbare – Reaktion wäre in der Ära Bush angekündigt worden. Die Empörungskurve wäre raketengleich ins unermeßliche geschnellt. Aber jetzt ist ja ein Friedensfürst in Amt und Würden, da kann man es bei einer eher allgemein gehaltenen Kurzkritik belassen.

Die Schlagzeile „Obama erklärt sich zum Herrscher des Cyberspace“ klänge ja auch nicht nur ziemlich häßlich, sie hätte so kurz nach seiner – vom SPIEGEL erstaunlich gut versteckten – Tirade gegen die Versuchungen der Unterhaltungselektronik und die Gefahren kritischer Berichterstattung auch ein gewisses „Geschmäckle“, also beläßt man es bei einem so anonymen wie bewährten Feind, dem Pentagon und erspart dem Leser die Erwähnung von dessen Oberbefehlhaber.

Auf diese Weise vermeidet man auch die Assoziation zur – da dann wieder unter ausdrücklicher Hervorhebung von Obamas Namen vorgestellten – neuen Nuklearstrategie der USA. Denn einen Angriff mit chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen nicht härter zu bestrafen als möglicherweise auch eine Hackerattacke sollte selbst unter Obamas Hardcore-Fans für Kopfschütteln sorgen. Zumindest sofern sie was zum Schütteln haben.