Der US-Präsident Obama hat vor der Benutzung des iPad und anderer Elektronik-Geräte gewarnt. Durch iPods, iPads, Xboxen und Playstations „werden Informationen zu einer Ablenkung, einem Spaß, einer Form der Unterhaltung, statt zu einem Werkzeug der Emanzipation und Selbstentwicklung“, sagte Barack Obama am Sonntag bei einer Rede vor Studenten der Hampton-Universität im US-Bundesstaat Virginia.

Soll heißen, Informationen, deren Lektüre Spaß macht, weil sie unterhaltsam dargebracht werden, sind politisch nicht korrekt. Wer hätte gedacht, daß ausgerechnet ein US-Präsident, der selbst mit Hilfe einer Internetkampagne an die Macht gekommen ist, einmal eine Technik-, Fortschritts- und Vergnügungsfeindlichkeit an den Tag legen würde, die wie eine skurrile Symbiose aus der Verklemmtheit der Adenauer-Ära mit der Humorlosigkeit der Betroffenheitslinken der 80er-Jahre daherkommt. Nur daß wir bereits das Jahr 2010 schreiben.

[…] Obwohl er selbst kaum ohne seinen Blackberry auskommt, sieht der Präsident große Gefahren in einer dauervernetzten Lebensweise, bei der wir „rund um die Uhr mit allen möglichen Inhalten und Argumenten bombardiert werden, die längst nicht alle wahr sind“.

Starker Tobak! Bei aller Kritik an Obama als außenpolitischem Totalausfall hätte man nicht erwartet, daß es sich bei ihm tatsächlich um einen verbohrten Ideologen handelt, der nicht begreift, daß Freiheit und Demokratie ganz wesentlich davon leben, auch umstrittene und sogar falsche Inhalte verbreiten zu dürfen. Dieser peinliche Auftritt bestätigt jedoch sogar jene Vorurteile, die man noch gar nicht hatte. Gruselig. Und alleine, weil unser wiedergeborener Medienskeptiker es nicht mag, ein Grund den Kauf des iPads dann doch vorzuziehen.