Menschenkette gegen Atomkraft: 120 Kilometer Widerstand

Sieh mal einer an! Wenigstens die Ökopaxe scheinen endlich aufzuwachen und demonstrieren gegen den nuklearen Wahnsinn.

Wie? Das richtete sich gar nicht gegen den Aufbau einer nuklearen Infrastruktur in Saudi-Arabien? Auch nicht gegen den Versuch des Weltlieblingsatomabrüsters, die Abschreckung im Pulverfaß des Mittleren Ostens von konventionellen auf Kernwaffen umzustellen, weil sich das nukleare Wettrüsten im Kalten Krieg ja auch schon so bewährt hat? Nicht mal gegen die atomaren Vernichtungsdrohungen der durchgeknallten Endzeitfanatiker in Teheran?

Ach so. Aber wahrscheinlich mußte man da einfach Prioritäten setzen. Denn was ist schon die Fifty-Fifty-Chance einer Atomexplosion, wenn die Mullahs die Bombe erst mal haben, mit den daraus resultierenden vernachlässigbaren Strahlungswerten gegen die im Promillebereich liegende Wahrscheinlichkeit eines ernsthaften Störfalls in einem deutschen Atomkraftwerk. Und selbst wenn die Aussicht auf einen waschechten Atomkrieg die Demonstranten ganz doll betroffen machen sollte, man kann sich schließlich nicht um alles kümmern.