Nein, nicht der Bill, sondern der Bob. Aber selbst wenn er das „Gourmet Haus Staudt“ nicht mal kennen sollte, sein Memo hat jedenfalls trotzdem jemand irgendwo rumliegen lassen. Allerdings keines mit dem Plan iRan 4G, sondern eines, das die bisher offenbar noch nicht mal angedachte Version 3G einklagt, von der konkreten Entwicklung des 3GS mal ganz zu schweigen:

Ein vertrauliches Memo von US-Verteidigungsminister Gates sorgt in Washington für Wirbel: Barack Obama habe keine klare Linie im Umgang mit Irans Atomprogramm, soll es darin heißen. Der Pentagon-Chef spielt die Bedeutung des Papiers herunter – doch die Kontroverse zeigt die Schwäche der Teheran-Politik des Präsidenten.

[…] unbestritten ist, dass die Iran-Strategie der Obama-Regierung auf dem Prüfstand steht. Er brauche kein geheimes Memo, um beurteilen zu können, dass diese wenig kohärent sei, höhnt John McCain, Ex-Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

Daß ein kluger Kopf wie McCain zu dieser Erkenntnis auch ohne das geheimnisumwitterte Memo kommt, überrascht nicht wirklich. Daß der SPIEGEL anfängt, Obamas Iran-Politik wenigstens ansatzweise kritisch zu beäugen, schon eher. Die wirkliche Überraschung aber ist, daß dabei sogar die linke „Huffington Post“ als Kronzeuge gegen Obamas Versagen herangezogen wird, deren Machern angesichts des realexistierenden „Change“ mittlerweile auch ein wenig mulmig zu werden beginnt, weswegen von dort mittlerweile Vorschläge in den Ring geworfen werden, die hierzulande wohl parteiübergreifend als „neokonservative Kriegshetze“ abgelehnt würden:

Richard Haass, Präsident des Council on Foreign Relations in New York, ist in der „Huffington Post“ noch skeptischer. „Diese Maßnahmen werden Irans Atomprogramm kaum aufhalten können.“

Nötig seien umfassendere Einschränkungen, so Haass, etwa von iranischen Ölexporten. Damit einhergehen müsse ein amerikanischer Plan, notfalls militärische Mittel einzusetzen – um Irans Atomprogramm zumindest verzögern zu können und das dortige Regime zu schwächen.

Der folgende Satz sollte der Welt – wenn auch sicherlich vom Autor kaum beabsichtigt – dabei eine ernste Warnung sein:

Schließlich sei eine genaue Analyse nötig, ob ein atomar bewaffneter Iran ähnlich wie Nordkorea unter Kontrolle zu halten sei.

Denn wenn Nordkorea, das problemlos Raketentechnologie in den Iran exportieren konnte, eine komplette Plutoniumfabrik in Syrien aufgebaut hat und auch sonst die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und geeigneten Trägersystemen an Schurkenstaaten zu seinem neuen Lebenszweck erkoren zu haben scheint, bereits als Beispiel für erfolgreiche „Kontrolle“ herhalten muß, dann können sich vielleicht auch weniger phantasiebegabte Naturen allmählich ausmalen, was auf diesem Erdenrund los sein wird, wenn das mit der Kontrolle nicht ganz so gut klappt, wie Bob’s Brötchengeber sich das auf seinem flauschigen Himmelbett im neu errichteten Elfenbeinturmzimmer des Weißen Hauses erträumt.