Angesichts der in Medien und Politik einhellig verbreiteten Darstellung der in Afghanistan stationierten Bundeswehrsoldaten als wehrlose Pappkameraden, die dank ihrer paradoxen Doppelrolle des freundlichen THW-Mitarbeiters und kontraproduktiven NATO-Besatzers immer wieder das Opfer von anonymen Anschlägen werden und die man im Falle eines Gefechts mehr oder weniger gefahrlos zusammenschießen kann, begann man ja schon sich Sorgen zu machen, daß die Taliban demnächst anfangen nachts in Kabadosen zu schlafen und sich dabei mit Tarzanheftchen zuzudecken.

So wie es aussieht, ist das sprichwörtliche Totschweigen der gegnerischen Verluste der letzten Wochen aber, soweit es nicht eh auf neue Direktiven der ISAF-Führung zurückgeht, möglicherweise nur der – zugegeben nicht ganz unberechtigten – Sorge geschuldet, daß in der Friedensrepublik Deutschland das Töten von klerikalnationalistischen Barbaren, die für das Recht kämpfen, ihre Mitbürger ungestört unterdrücken, quälen und massakrieren zu dürfen, auch 35 Jahre nach Ende des Franco-Regimes seltsamerweise noch immer einen schlechten Ruf hat.

Denn bei einer ähnlichen Gefechtssituation im Sommer letzten Jahres wußten sich die Angehörigen des deutschen Kontingents der für die Freiheit Afghanistans kämpfenden internationalen Brigaden durchaus zu verteidigen. Und nachdem die Bundesanwaltschaft jetzt festgestellt hat, daß feindliche Kombattanten ganz unabhängig von ihrer Nebenbeschäftigung als Autodiebe in einem bewaffneten Konflikt nun doch legitime Ziele sind, besteht Hoffnung, daß man die Bundeswehr endlich genauso ihren Job machen läßt, wie das bei jeglichen Welteroberungsphantasien abholden Alliierten wie Kanada, den Niederlanden oder Dänemark längst üblich ist. Dann klappt’s auch mit den Taliban.

( Gefunden bei SoE )