Auf die Hilfe der USA werden die Deutschen in den kommenden Monaten verstärkt angewiesen sein. Vor allem beim Lufttransport von Truppen und Spezialkräften hat die Bundeswehr traditionell erhebliche Lücken. Die US-Armee wird diese schnell auffüllen – mindestens 56 Helikopter verlegt McChrystal in den kommenden Wochen nach Kunduz und Masar-i-Sharif.

Diese massive Hilfe wird es den Deutschen allerdings auch schwerer machen, sich gegen die teilweise sehr robuste US-Strategie zu wehren – inklusive der rücksichtslosen Jagd auf die Taliban.

Sie sollen sich ja auch nicht gegen die US-Strategie wehren, sondern gegen die Taliban. Je früher Entscheidungsträger und Meinungsmacher in Deutschland das begreifen und die rhetorischen Geschütze endlich auf den gemeinsamen Feind ausrichten statt auf die eigenen Verbündeten, desto besser auch für die Soldaten vor Ort. Die haben die Folgen des permanenten „friendly fire“ aus Politik und Medien nämlich am Ende auszubaden.