Eine Gruppe männlicher Grüner fordert mehr feministisches Engagement ihrer Geschlechtsgenossen. […] „Wir wollen nicht länger Machos sein müssen, wir wollen Menschen sein!“, heißt es in dem Aufruf.

Wird ja auch mal Zeit! Wo doch der grüne Mann in seinem selbstgestrickten Norwegerpulli nicht nur wegen des verständnisvollen „Du“ an Satzanfang wie -ende jahrzehntelang als Inbegriff des klischeehaften Machos galt, der die Frauen mit seiner repressiven Toleranz rücksichtslos terrorisierte. Wenn jemand seine männlichen Ecken und Kanten zu weiblichen Rundungen abschleifen muß, dann zweifellos der Müsli-Man.

„Man wird nicht als Mann geboren, man wird dazu gemacht.“

Und wenn die Unterzeichner des Manifests erst mal diesen chauvinistischen Mistkerl erwischen, der ihnen gleich nach der Geburt den Schniedel über die Mumu geklebt hat (weswegen sie denn ja auch bis heute keine Kinder austragen können, was sie ihm doppelt übelnehmen) und der ihnen nachts heimlich diese ekligen Hormone spritzt, von denen ihre Haut morgens immer so seltsam stachelig ist, dann kommt der sicher nicht unter einem Jahresabo „Emma“ davon.

Es kann natürlich trotzdem sein, daß sich die Haltung unserer Männerselbsthilfegruppe zur Attraktivität der Soft Power im Geschlechterkampf noch ändert. Denn spätestens, wenn die Lebensabschnittspartnerin beim nächsten Eisprung trotz des Playboy-Häschen-Aufklebers in den Porsche dieses knackigen Latin Lover-Machos steigt und mit ihm in den Sonnenuntergang davonbraust, erinnern sie sich vermutlich an diesen EAV-Klassiker.

Aber selbst dann wird sich die Angebetete für ihre reaktionären Triebe am Ende natürlich ausreichend schämen, um reuig zu ihrem Babywindelwechsler und Grünkernbratlingkneter zurückzukehren. Vielleicht wird sie ihm sogar einen Blumenstrauß mitbringen. Und wenn schon nicht aus schlechtem Gewissen, so doch wenigstens aus Mitleid. Dann wird er auch nicht wirklich sauer sein. Sondern nur ein Stück weit traurig.