US-Präsident Obama wirbt für eine atomwaffenfreie Welt – und lädt zum Nukleargipfel nach Washington. Doch Israels Ministerpräsident Netanjahu mauert: Er hat seine Teilnahme abgesagt. Offenbar fürchtet er massive Kritik an seinem Atomprogramm.

Hm, vielleicht fragt er sich ja einfach nur, was er auf einer Konferenz soll, die von jemandem ausgerichtet wird, der sich zwar gerne beim Bückling vor reaktionären Monarchen ablichten läßt, sich aber schämt, beim Händeschütteln mit einem gewählten Ministerpräsidenten erwischt zu werden.

Oder er bezweifelt, daß es wirklich zielführend ist, jemanden zu treffen, der mittlerweile zwar so ziemlich jedem amerikahassenden Massenmörder auf diesem Planeten unvoreingenommene Gespräche angeboten hat, aber einem der treuesten Alliierten zunehmend die Unterstützung versagt.

Möglicherweise hat er sogar ernste Zweifel, ob die Meinung von jemandem, der den kommunalen Wohnungsbau in Jerusalem für eine größere Bedrohung des Weltfriedens hält als die Aufrüstung der diversen zu dessen Eroberung angetretenen Terrororganisationen, wirklich relevant ist.

Am Ende sagt er sich aber auch bloß, daß die Mitgliedschaft der USA im UN-Menschenrechtsrat völlig ausreicht, um den antisemitischen Grundbedürfnissen der Menschheit Rechnung zu tragen, und die Aufwertung weiterer OIC-Vorfeldorganisationen daher nicht unbedingt erforderlich ist.