Die Bundesregierung unterstützt ausdrücklich die neue Nuklearstrategie von US-Präsident Barack Obama. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach von einem «großen Schritt in Richtung Abrüstung».

Na, da wird sich der gute Guido aber noch gehörig umschauen. Denn wenn selbst Angriffe mit B- und C-Waffen nur mit konventioneller Vergeltung beantwortet werden sollen – was ja durchaus begrüßenswert wäre!- , dann läuft das, sofern es von Obama auch wirklich ernstgemeint war, im Ernstfall ziemlich zwangsläufig auf „Regime Change“ hinaus, um eine dem Einsatz von Nuklearwaffen vergleichbare Abschreckungswirkung auf Schurkenstaaten zu erzielen.

Solch hehre Ziele aber lassen sich nicht mit ein paar Marschflugkörpern auf eine Apotheke oder ein Pfadfinderlager in der Wüste abfrühstücken, sondern verlangen eine Armee, die zu etwas mehr in der Lage ist, als eine Handvoll versprengter Terroristen durchs Gebirge zu scheuchen. Und so eine Armee kostet Geld. Viel Geld, um genau zu sein, und die USA werden diese Armee weder alleine bezahlen noch ausschließlich das Leben der eigenen Soldaten riskieren wollen.

Wenn also die nächste Steuererhöhung ins Haus steht, weil die neuen amphibischen Landungsschiffe mal wieder ein bißchen teurer geworden sind, und der Abgeordnetensessel wackelt, weil der Wähler feindliche Länder lieber kostengünstig zuasphaltieren statt befreien möchte, dann wird auch den Minimalstaatlern von der FDP wieder einfallen, warum ihre Vorgänger damals lieber auf Atombomben statt schwerbewaffnete Interventionsarmeen gesetzt haben.