Auf Iran könnten im Atomstreit nun doch Sanktionen zukommen. China lenkt nach monatelangem Widerstand ein und sagte laut US-Angaben zu, über verschärfte Maßnahmen gegen Teheran verhandeln zu wollen. Bisher waren ernsthafte Schritte am Veto Pekings gescheitert.

Dieser Sinneswandel dürfte allerdings nur daher rühren, daß die geplanten Sanktionen selber gar keine ernsthaften Schritte sind. Wer die Mullahs zum Einlenken bringen und so einen Krieg verhindern will, der sollte sich jedenfalls deutlich mehr einfallen lassen, als bloß ein paar Mitglieder des Regimes für ein paar Monate am Einkaufsbummel an der Cote d’Azur zu hindern oder sie zu zwingen, bei ihren finanziellen Transaktionen vorübergehend ein oder zwei Strohmänner mehr einschalten zu müssen.

Soft Power kann auch in diesem Fall vielleicht noch funktionieren (obwohl die Zeit zugegeben allmählich knapp wird), aber sie sollte dann schon so wirkungsvoll sein, daß das Regime real fürchten muß, dadurch die Macht zu verlieren, bevor es die Bombe hat. Also alles unter einem Totalembargo auf alles (mit Ausnahme höchstens von humanitären Hilfslieferungen), einem internationalen Haftbefehl für die Funktionsträger des Regimes und massiver Unterstützung der Opposition wird zwangsläufig scheitern.

Wer an die Überlegenheit von Soft Power glaubt, sollte ihr deswegen schon im eigenen Interesse auch die nötige Durchschlagskraft zugestehen. Sonst muß es am Ende wie damals bei Saddam wieder die Hard Power raußreißen. Und dann will ich von der Soft Power-Fraktion kein Rumgejammere hören. Sie hatte ihre Chance. Mit und ohne die Chinesen.