Washington – Der Vorwurf lautet auf staatsfeindliches Komplott sowie versuchten Einsatz von selbstgebauten Bomben als Massenvernichtungswaffen: Mitglieder einer paramilitärischen christlichen Gruppe im US-Bundesstaat Michigan sind wegen Anschlagsplänen gegen Polizisten festgenommen und angeklagt worden.

Aber, aber, wer wird denn da gleich so hart urteilen? Was ist mit den „legitimate grievances“ der christlichen Fundamentalisten? Wurden in den letzten Jahren möglicherweise irgendwo auf der Welt Menschen unterdrückt, die zufällig gleichzeitig ein Kreuz im Wohnzimmer hängen haben? Gibt es zu viele Sexshops, Moscheen, Drogen, Schwule, Miniröcke, Scheidungen, Computerspiele, nackte Haut, Rockmusik oder Abtreibungen? Hat der geschenkebepackte Santa Claus vielleicht das höheren Werten verpflichtete Christkind aus dem Bewußtsein der Menschen verdrängt und Weihnachten zu einem Fest des Mammon degenerieren lassen? Wurden am Ende gar fälschlicherweise Baugenehmigungen für Andersgläubige erteilt, ohne vorher den Papst um Erlaubnis zu fragen? Dann sollten wir doch etwas mehr Verständnis für unserer irregeleiteten Brüder und Schwestern aufbringen und uns erst mal um die Bekämpfung der Ursachen ihrer Marginalisierung in der modernen Welt kümmern.

[…] Die Gruppe, die unter dem Namen „Hutaree“ agierte, hat den Ermittlern zufolge auch überlegt, Polizisten durch falsche Hilferufe beziehungsweise an Straßenkreuzungen in eine Falle zu locken oder deren Angehörige anzugreifen. Nach dem Attentat habe sich die Gruppe zurückziehen und es auf einen Showdown mit der Polizei ankommen lassen wollen.

Na und? Derartiges Vorgehen gilt doch gemeinhin als zulässige Taktik aufrechter Widerständler. Oder hat sich da seit dem Irakkrieg was geändert, was ich nicht mitbekommen habe? Aber gut, vielleicht haben die Medien ja inzwischen tatsächlich dazugelernt und reden in Zukunft kein dummes Zeug mehr, wenn fundamentalistische Terroristen mal wieder meinen, ihre Mitmenschen massakrieren zu müssen.