Pünktlich zu Beginn der Osterfeiertage steigen die Preise an deutschen Tankstellen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle griff wegen dieses jährlich wiederkehrenden Rituals die Ölkonzerne scharf an – und hofft auf das Eingreifen des Kartellamts.

Ein Wunder! Mit der Nachfrage steigt auch der Preis – angesichts solch undurchsichtiger Zusammenhänge brechen selbst in der FDP noch Welten zusammen. Wenn jetzt aber schon liberale Wirtschaftsminister glauben, daß man erst in dunklen Hinterzimmern illegale Preisabsprachen ausbaldowern muß, um auf die Idee zu kommen, vor einer Reisewelle den Spritpreis zu erhöhen, dann wurde die Wirtschaftskompetenz der FDP all die Jahre offenbar maßlos überschätzt.

[…] Die Ölkonzerne wiesen am Montag die Kritik zurück und nannten den niedrigen Eurokurs als eine Ursache. „Ölprodukte wie Benzin und Diesel werden nun mal in Dollar gehandelt“, sagte der Sprecher der Deutschen BP, Detlef Brandenburg, der Nachrichtenagentur DAPD.

[…] „Mit den Osterfeiertagen hat das nichts zu tun. Die internationalen Produktmärkte richten sich nicht nach den Ferien in Deutschland“, bekräftigte der BP-Sprecher. Der Preis für einen Liter Benzin an den deutschen Zapfsäulen von 1,41 Euro pro Liter habe sich zudem seit einer Woche nicht verändert.

Na, da will ich doch gleich mal nachschauen, ob ich BP-Aktien besitze. Denn wenn die tatsächlich so blöd sind und sich an Ostern so ein schönes Geschäft entgehen lassen, werde ich sie wohl abstoßen müssen. Da kann ich ja gleich in Mutter Teresa Inc. investieren und Linkspartei wählen. Wenn die kapitalistische Speerspitze in Politik und Wirtschaft den Zusammenhang von Angebot und Nachfrage nicht mehr kennt, sollten wir jedenfalls anfangen, uns Sorgen zu machen…