Daß ich mit meiner Einschätzung von Bushs historischer Bedeutung langfristig richtig liegen würde, stand ja immer außer Frage, ;-) aber daß seine Rehabilitierung so schnell kommen würde, hätte auch ich nicht zu hoffen gewagt. Erst die aus diese Ecke überraschend deutliche Kritik am Drohnenkönig, gleich darauf anläßlich der Wahlen im Irak die zerknirschte Würdigung der lange verdrängten Verdienste seines verhaßten Vorgängers – jetzt geht es plötzlich Schlag auf Schlag.

Daß der SPIEGEL dabei im wesentlichen einen Artikel aus der New York Times abgeschrieben hat, bestätigt nur, daß die Bush-Hasser weltweit offenbar noch viel früher als Volltrottel dastehen werden als selbst bei optimistischster Annahme zu erwarten war. Voller Mitleid – bekanntlich die schlimmste Form der Verachtung – seien den Gegnern einer demokratischen Umgestaltung der arabisch-islamischen Welt daher folgende Worte des NYT-Artikels mit auf den Weg gegeben:

It has to be said, declare the cover-story’s writers, that “now almost seven hellish years later . . . something that looks mighty like democracy is emerging in Iraq”; and, they add (eerily echoing Bush’s words in 2003), this development “most certainly is a watershed event that could come to represent a whole new era in the history of the massively undemocratic Middle East.”